Zuletzt aktualisiert am 18. April 2026
Mystisch vernebelt präsentierte sich der Hermannsweg, Etappe 7 – und das war nur der Anfang. Auf den rund 17 km von Oerlinghausen nach Detmold erwarten dich nicht nur beeindruckende Natur, sondern auch geschichtsträchtige Orte wie die Hünenkapelle oder die geheimnisvolle Gedenkstätte. Kommst du mit?
Die Fakten: Hermannsweg, Etappe 7, Oerlinghausen – Detmold
🎯 Start: Haltestelle Simonsplatz, Oerlinghausen
🎯 Ziel: Detmold-Hiddesen, Wer zur JH Detmold möchte, läuft ab Etappenende ca. 20 Minuten
🔙 Zurück zum Start mit ÖPNV: Ab Hülsenweg mit dem Bus 703/704 zum Bahnhof in Detmold. Von dort mit RE 82 und Bus 39 nach Oerlinghausen.
🛌 Übernachtung: Eine Übernachtung in der JH Detmold ist optimal. Sie liegt praktisch auf der Höhe und am Weg.
🎒 Länge: 17 km inkl. Zuwege
⏱️ Dauer: 5,5 Stunden (Gehzeit)
⚖️ Schwierigkeit: mittel
🏔️ Höhenmeter bergauf: 330
🏔️ Höhenmeter bergab: 360
🍽️ Einkehrmöglichkeiten: „Berggasthof Tönsblick“ in der Nähe der Kumsttonne, Kammweg 7, 33813 Oerlinghausen (Mo – Mi geschlossen, Do + Fr 17 – 23 Uhr, Sa 13 – 23 Uhr, So 12 – 23 Uhr), Bienenschmidt nach ca. 6,5 km, Kalkreute 100, 32791 Lage (Mo – Mi geschlossen, Do 14 – 20 Uhr, Fr 14 – 21 Uhr, Sa 12 – 21 Uhr, So 12 – 20 Uhr) Gaststätte Zum Donoperteich, Stoddartstraße 135, 32758 Detmold, Mehrere Möglichkeiten in Oerlinghausen und Detmold
🎉 Highlights: Kumsttonne, Hünenkapelle, Gedenkstätte, Rethlager Quellen, Donoper Teich, der erste Blick auf das Hermannsdenkmal
👞 Beste Wanderzeit: Frühjahr bis Herbst
Nachdem es gestern kräftig windete, sollte es heute ordentlich regnen. Spoiler: Und das tat es auch! 😀 Aber der ganze Regen machte mir nichts aus, weil mich der Weg vollkommen gefangen nahm. Ich dachte auch heute wieder: Wenn ich quasi im Winter bei strömendem Regen so begeistert bin – wie mag der Weg erst im Frühjahr oder im Sommer sein?
Nachdem ich eine gute Nacht in der Jugendherberge Detmold verbracht hatte, marschierte ich nach dem Frühstück los.
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Übernachtung in der DJH Detmold am Hermannsweg (Etappe 7)
Die DJH-Jugendherberge Detmold liegt mitten im Grünen – oberhalb der Stadt, unterhalb des Hermannsdenkmals im Luftkurort Hiddesen. Was mich schon beim Ankommen sofort begeisterte: Ein kleiner Miniatur-Hermann begrüßt einen gleich an der Anmeldung! 🙂 Der echte Hermann schaut ja vom Berg herunter – aber der Mini-Hermann ist für mich das heimliche Maskottchen des Hauses. Am Empfang kann man Spiele ausleihen und Getränke kaufen; außerdem gibt es einen kostenlosen Wasserspender, einen Snackautomaten und mein absolutes Lobby-Highlight: den Kaffeemautomaten – nach einem verregneten Wandertag schlicht unbezahlbar! 🙂
Im Erdgeschoss befinden sich der Speiseraum und mehrere Aufenthalts- und Tagungsräume. WLAN steht im öffentlichen Bereich zur Verfügung, an der Rezeption wird Englisch gesprochen. Wer mit Hund unterwegs ist, kann ebenfalls übernachten – es gibt vier spezielle Hundezimmer. Für Fernwanderer besonders praktisch: Es gibt eine Waschmaschine und einen Trockner – Pflichtausstattung, wenn man mehrere Tage am Stück unterwegs ist und nach einem Regentag nasse Klamotten trocknen muss!
Das Außengelände ist großzügig: Terrasse und Lagerfeuerplatz laden zum Abendausklingen ein, eine weitläufige Spiel- und Liegewiese mit vielen Sitzgelegenheiten lädt zum Entspannen ein. Sportlich Aktive kommen ebenfalls auf ihre Kosten – ein Spielplatz, ein Beach-/Volleyballplatz, ein Fußballplatz und eine Speed-Soccer-Arena stehen bereit.




Insgesamt 181 Betten in 48 Zimmern verschiedener Kategorien stehen zur Verfügung. Ich hatte ein Komfortzimmer mit breitem Bett gebucht – nach dem nassen Wandertag eine echte Wohltat. Das Highlight im Badezimmer mit Dusche und WC: der beheizte Handtuchhalter. Ich war klatschnass und konnte all meine Sachen einfach drüberhängen. Morgenfrisch und trocken – herrlich!
Als ich im November dort übernachtete, war die Herberge bis auf zwei, drei andere Gäste leer. Die Küche blieb abends deshalb geschlossen – das Frühstück am nächsten Morgen entschädigte aber mehr als genug: Es wurde liebevoll für jeden Gast einzeln auf einem Tablett vorbereitet, und auf Sonderwünsche wurde ohne zu Zögern eingegangen. 🙂
Die Übernachtung inkl. Frühstück kostet 39,80 €. Einzelreisende, die ein Einzelzimmer belegen möchten, zahlen einen Aufschlag von 14,- €. Der Komfortzimmerzuschlag beträgt 5,- €. Für alle Buchungen ist eine DJH-Mitgliedschaft erforderlich. (Stand: 1.1.2024)
Adresse: DJH Jugendherberge Detmold, Schirrmannstr. 49, 32756 Detmold



Hermannsweg (Etappe 7): Oerlinghausen bis Detmold
Der Tönsberg im Nebel: Von der Kumsttonne bis zur Hünenkapelle – was für ein Abenteuer wartete da auf mich! 🙂
Zunächst lief ich von der JH Detmold den Berg hinab bis zum Hauptbahnhof in Detmold. Von dort fuhr ich mit Bahn und Bus zum Simonsplatz in Oerlinghausen – genau dem Punkt, an dem ich am Vortag aufgehört hatte.
Tönsberg-Entdeckungstour: Von Kumsttonne bis zur Hünenkapelle
Direkt am Start kam der erste Anstieg: Der Fernwanderweg führte durch den Ort steil bergauf und zurück auf den Kamm der Hermannshöhen. Oben auf dem Tönsberg angekommen, empfing mich gleich das erste Highlight – die sogenannte “Kumsttonne”. Der tonnenförmige Stumpf einer alten Windmühle ist das Wahrzeichen von Oerlinghausen und schon ziemlich skurril anzuschauen. 🙂
„Wanderer hemme den Schritt“
Einen weiten Ausblick gab es leider nicht – über dem Bergrücken hing so dicker Nebel, dass ich kaum mehr als ein paar Meter weit schauen konnte. Was bei schönem Wetter bestimmt weitschweifende Panoramen bereithält, verwandelte sich durch den Nebel in etwas beinahe Mystisches.
Genau das machte das Erlebnis so unvergesslich: Plötzlich tauchte mitten im Nebel eine Art Tempel auf. Ich hätte ihn fast für eine Fata Morgana gehalten! Es handelt sich um ein WWI-Kriegerdenkmal aus dem Jahr 1930, das den gefallenen Soldaten des Königs-Infanterie-Regiments Nr. 145 im Ersten Weltkrieg gewidmet ist. Auf den Traversen über den Pfeilern lautet die Inschrift: „Wanderer hemme den Schritt“ – und genau das tat ich, weil mich dieser Ort so tief berührt hat.



Weiter auf dem breiten Kammweg passierte ich verschiedene Wegmarken. Über dem Segelflugplatz von Oerlinghausen erinnert ein stilles Monument an den Heimatschriftsteller Hermann Löns (geboren am 29.08.1866, gefallen am 26.09.1914). Ein kurzes Innehalten an diesem außergewöhnlichen Ort.




Kurz darauf führte ein Pfad in einen wunderschönen Wald – und erneut tauchte im Nebel etwas auf, quasi aus dem Nichts: Mauerreste mit einem Kreuz. Fast wie ein Filmset! Es war die Ruine der Hünenkapelle auf dem Tönsberg aus dem 5. Jahrhundert, geweiht dem heiligen Antonius, dem Schutzpatron der Einsiedler.
Übrigens leitet sich der Name „Tönsberg“ von eben dieser Kapelle ab – von „Tönnis“, einer alten Schreibweise für Antonius. Einer Legende nach soll der Vorgängerbau von Karl dem Großen gestiftet worden sein. Jahrhundertelang war sie ein bedeutender Pilgerort für das romanische St.-Hülfe-Kreuz, bis dieses 1548 nach der Zerstörung der Kapelle in die Krypta des Paderborner Doms gebracht wurde. Wer die Ruine so im Nebel auftauchen sieht, glaubt sofort, dass es sich hier um einen magischen Ort handelt.


Der Hermannsweg (Etappe 7) zu den Rethlager Quellen und dem Donoper Teich
An der Hünenkapelle lag bereits der höchste Punkt der Etappe – von dort ging es überwiegend bergab. Ein schmaler, steiniger Pfad führte mich in eine weitläufige Heidelandschaft: mal offen und weit, mal von kleinen Waldstücken durchzogen. Herrlich abwechslungsreich! Der Weg leitete mich schließlich zu den Rethlager Quellen.
Für mich einer der unterschätztesten Orte der ganzen Etappe! Hier entspringt der Rethlager Bach am Nordhang des Teutoburger Waldes – die Quellen tragen das Prädikat Naturdenkmal. Die Karstquellen liegen in der bis zu 20 Meter tiefen Dörenschlucht, einer der markantesten natürlichen Übergänge über den Teutoburger Wald, auf Detmolder Stadtgebiet an der Grenze zu Lage. An einem trüben Novembertag wirkte die Schlucht besonders eindrucksvoll.




Von den Rethlager Quellen führte der Hermannsweg durch schöne Waldabschnitte weiter zum Donoper Teich. Was ich nicht wusste, bevor ich dort stand: Der Teich hat eine lange Geschichte. Bereits 1641 wurde der Hasselbach im Hiddeser Wald aufgestaut. Seinen Namen trägt der Teich nach der Familie von Donop, einer der ältesten Adelsfamilien Lippes, die bis ins 14. Jahrhundert zurückreicht.
Früher diente der Teich der Fischzucht – auch heute noch tummeln sich Fische verschiedener Arten und Größen im Wasser. Das Naturschutzgebiet ist ein beliebtes Ausflugsziel, und selbst an einem grauen Novembertag hatte das Ensemble aus Wasser, Wald und Geschichte etwas Bezauberndes.





Ein Gruß vom Hermann, dem Cherusker!
Von dort waren es nur noch wenige Kilometer bis zum Etappenende in Detmold-Hiddesen. Kurz vor dem Ziel zweigt ein Weg zum Hiddenser Bent ab – dem letzten lebenden Hangmoor des Teutoburger Waldes, ein echtes Naturjuwel. Und dann: Ein Gruß vom Hermann, dem Cherusker!
Die Etappe endet am Ortsrand von Detmold-Hiddesen, am Fuß des Berg Grotenburg, direkt unterhalb des Hermannsdenkmals. Von dort sind es noch etwa 20 Minuten zu Fuß bis zur Jugendherberge Detmold – wo ich auch diese zweite Nacht wieder sehr gerne übernachtete.
Hier findest du die Etappen, die ich außerdem bisher auf dem Hermannsweg gegangen bin:
- Wandern im Teutoburger Wald: Hermannsweg (Etappe 6) von Bielefeld bis Oerlinghausen
- Vom Hermannsdenkmal bis zu den Externsteinen: Hermannsweg (Etappe 8)
Bist du schon auf dem Hermannsweg gewandert und hast die magische Hünenkapelle besucht? Hinterlasse mir gerne einen Kommentar!
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Transparenz:
Dieser Blogartikel entstand im Rahmen einer Bloggerreise, zu der mich das Deutsche Jugendherbergswerk (DJH) eingeladen hat. Die Kosten für Übernachtung und Frühstück wurden übernommen.
Meine Meinung bleibt davon natürlich unbeeinflusst.









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