Zuletzt aktualisiert am 20. Juli 2026
Die grauen Räuber siedeln sich nach 150 Jahren wieder in Deutschland an. Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass wir in unseren Wäldern beim Wandern oder Joggen einen Wolf treffen? Und wie gefährlich ist eine Wolfsbegegnung? Ich verrate Dir vier Tipps für den Ernstfall.
Wolfsbegegnung: Das Wichtigste in Kürze
Die Gefahr, dass dir bei einer Wolfsbegegnung im Wald etwas passiert, ist verschwindend gering – Angriffe auf Menschen in freier Natur sind in Deutschland nicht bekannt.
Wölfe sind von Natur aus scheu und meiden Menschen meistens ganz von allein.
Bundesweit leben aktuell rund 219 Rudel, 43 Paare und 14 sesshafte Einzeltiere (Monitoringjahr 2024/25) – auch in NRW gibt es inzwischen mehrere Wolfsterritorien.
Meine 4 Tipps bei einer Begegnung: stehen bleiben und nicht wegrennen, ruhig bleiben, rückwärts Abstand vergrößern, im Zweifel laut werden.
Hund in Wolfsgebieten anleinen und Sichtungen den Wolfsberatern melden.
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Der Wolf in unserer Heimat
Einmal im Jahr, meist zu Ostern, reisen wir in die Lüneburger Heide. Dort halten wir uns fast ausschließlich draußen auf. Morgens jogge ich eine Runde durch die Geest oder das anliegende Moor. Danach geht es zum wandern, spazieren und geocachen in die umliegenden Wälder und die angrenzende Heidelandschaft. An einem Abend brechen wir traditionell zu einer Nachtwanderung und/oder einem Nachtcache auf.
Bei uns Zuhause in Nordrhein-Westfalen mache ich mir wenig Gedanken darüber, dass ich beim Wandern oder Joggen einem grauen Räuber begegnen könnte. Anders sieht es dagegen in Niedersachsen aus. Bekanntermaßen ist die Wolfspopulation dort deutlich ausgeprägter als bei uns. So gilt unsere Aufmerksamkeit jedes Jahr auch dem Wolfsmonitoring und die Zahl der angesiedelten Tiere vergrößert sich konstant.
Obgleich ich das Raubtier noch nie in freier Wildbahn gesehen habe, finde ich die Rückkehr der Wölfe total spannend!
Wo lebt der Wolf heute in Deutschland?
Der Wolf (Canis lupus) ist ein einheimisches Raubtier, das nach über 150 Jahren Abwesenheit seit dem Jahr 2000 eigenständig nach Deutschland zurückgekehrt ist. Zuvor galt er hierzulande rund 150 Jahre lang, seit 1850, als ausgerottet.
Erst nachdem man die Tiere 1990 unter Artenschutz stellte, wurden im Jahr 2000 die ersten Wolfswelpen wieder in unseren Gefilden gesichtet. Nach dem aktuellen Wolfsmonitoring des Bundesamts für Naturschutz leben mittlerweile bundesweit 219 Rudel, 43 Paare und 14 standorttreue Einzeltiere – dreimal so viele Rudel wie noch 2018.
Aktuell zählt Niedersachsen bundesweit die meisten Wolfsterritorien: 63 an der Zahl, der Großteil davon feste Rudel – noch knapp vor Brandenburg mit 60, wie die Ergebnisse des Wolfsmonitorings 2024/25 zeigen. Auch in der Lüneburger Heide, gehört der Wolf inzwischen ganz selbstverständlich zur Landschaft. Grund genug, um sich einmal über das „Was wäre wenn…“ Gedanken zu machen.
Auch in Nordrhein-Westfalen ist der Wolf längst keine Randnotiz mehr: Laut aktuellem Wolfsmonitoring NRW wurden im Monitoringjahr 2024/25 sechs Wolfsterritorien bestätigt – drei feste Rudel, ein Paar und zwei standorttreue Einzeltiere. Aus den ursprünglichen Wolfsgebieten „Schermbeck“ und „Senne“ sind inzwischen acht ausgewiesene Wolfsgebiete geworden – darunter auch die Eifel – Hohes Venn und das Oberbergische Land, ganz in meiner Nähe.
Wie hoch ist die Gefahr einem Wolf zu begegnen?
Bundesweit wurden im Monitoringjahr 2024/25 219 Wolfsrudel, 43 Paare und 14 sesshafte Einzeltiere bestätigt. Die Wahrscheinlichkeit, auf einen Wolf zu stoßen, bleibt dennoch gering.
Der Canis Lupus ist dem Menschen gegenüber grundsätzlich sehr scheu und betrachtet ihn darüber hinaus auch nicht als Beute. In der Regel sind sie früh morgens oder spät abends unterwegs. Die Raubtiere registrieren uns schon lange, bevor wir den Räuber bemerken. Meistens zieht das wilde Tier sich dann zurück.
Manchmal werden Wölfe in der Nähe von Siedlungen oder Dörfern gesehen. Dies geschieht vor allem, wenn der Lupus von einem Wald in den anderen wechselt. Das bedeutet: Er nimmt (zu einer unbelebten Zeit) einfach nur den kürzesten Weg von A nach B – der vielleicht durch eine Ortschaft führt. Er sucht die Menschen also nicht auf, weil er diese angreifen möchte.
Wie verhalte ich mich, wenn ich einen Wolf treffe?
Bei einer Wolfsbegegnung gilt vor allem: stehen bleiben, ruhig bleiben und nicht wegrennen. Bei passendem Benehmen stellt die Begegnung normalerweise keine Gefahr dar! Meistens handelt es sich um eine Zufallsbegegnung oder um ein Zusammentreffen mit unerfahrenen Jungtieren, dessen Neugier noch größer ist als die Furcht.
Was tun bei einer Wolfsbegegnung? Meine 4 Schritte für den Ernstfall:
- Stehen bleiben
Ich bleibe stehen und renne nicht weg. Wenn ich in Panik davonrenne, kann das den Jagdtrieb des Wolfes wecken, sodass er die Verfolgung aufnimmt.
- Ruhig bleiben
Ich verhalte mich ruhig, vermeide hastige Bewegungen und warte, bis sich das Tier von selbst zurückzieht.
- Abstand vergrößern
Ich gehe rückwärts und mit kleinen, langsamen Schritten zurück, um den Abstand zu vergrößern. Wichtig: Das Tier dabei im Auge behalten.
- Laut werden, wenn nötig
Bemerkt mich der Wolf nicht, weicht er nicht zurück oder kommt er sogar näher, spreche ich laut (z. B. „Geh weg!“) und/oder klatsche geräuschvoll in die Hände. Wölfe reagieren empfindlich auf Geräusche und ziehen sich dann spätestens zurück.
Keinesfalls sollte man versuchen, das Raubtier anzulocken, zu streicheln oder gar zu füttern. Hunde sollten in Wolfsgebieten immer angeleint und in der Nähe des Herrchens bleiben – für frei laufende Hunde könnte ein Wolf durchaus gefährlich werden.
Merke Dir den Standort, präge Dir das Aussehen des Tieres gut ein oder mache ggf. ein Foto, um die Sichtung später melden zu können. In jedem Bundesland gibt es sogenannte Wolfsberater, welche entsprechende Meldungen entgegennehmen und auswerten. Auf der folgenden Seite findest Du die Telefonnummer der Wolfsberater in NRW und viele weitere Informationen zum Thema.
Fazit:
Normalerweise müssen wir uns vor dem Wolf nicht fürchten: Wir werden ihn kaum zu Gesicht bekommen! Einem Bericht des WWF zufolge hat es seit dem Jahr 2000 in freier Natur keine einzige Situation gegeben, in der ein Lupus einen Menschen angegriffen oder gar verletzt hätte.
Hast Du Angst davor den „großen bösen Wolf“ zu treffen oder bist dem grauen Räuber sogar schon einmal begegnet? Ich freue mich über deine Geschichte in den Kommentaren.
PS: Sehr viel gefährlicher könnte übrigens die Begegnung mit einem Wildschwein enden, wenn diese sich in der Paarungszeit befinden oder gerade Junge bekommen haben. Wildschwein – so verhältst du dich richtig.
Wölfe sind inzwischen in weiten Teilen Deutschlands wieder heimisch – auch im Bergischen Land und in NRW. Auf meiner Wanderung auf dem Bergischen Weg Etappe 3 bin ich keinem Wolf begegnet, aber die Natur dort lässt die Möglichkeit durchaus denkbar erscheinen.
Weitere Gedanken und Erfahrungen rund ums Solo-Wandern findest du in meiner Kategorie Allein wandern.
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FAQ Wolfsbegegnung
Sehr gering – Wölfe meiden Menschen meist von selbst. Angriffe auf Menschen in freier Natur sind aus Deutschland seit der Rückkehr des Wolfs im Jahr 2000 nicht bekannt.
Ich bleibe stehen, renne nicht weg, verhalte mich ruhig und gehe langsam rückwärts, um Abstand zu gewinnen. Zieht sich das Tier nicht zurück, werde ich laut und klatsche in die Hände.
Im Monitoringjahr 2024/25 wurden bundesweit 219 Rudel, 43 Paare und 14 sesshafte Einzeltiere bestätigt.
Ja, mittlerweile sind es mehrere Wolfsterritorien in NRW, unter anderem im Raum Senne, Schermbeck und der Eifel – Nachweise gab es zuletzt sogar im Bergischen Land.
Ich habe selbst keinen Hund dabei, aber die Empfehlung ist eindeutig: In bekannten Wolfsgebieten sollte der Hund angeleint und nah bei einem bleiben – frei laufende Hunde können für einen Wolf durchaus interessant werden.








1 Comment
Elfi Reischl
8. Dezember 2022 at 14:02Eine Begegnung mit Wölfen hatte ich leider noch nicht, obwohl ich in der sandigen Lausitz und im schneebedeckten Elbsandsteingebirge kilometerweit ihre Spuren verfolgt habe. Aber ich gebe die Hoffnung nicht auf! Es gibt Reiseziele, die vielversprechend sind…