Wegmarkierung am Wanderweg

Wegzeichen-Guide für Anfänger: So findest Du den Wanderweg alleine! (Corona-Edition)

Im Moment bekomme ich vermehrt Anfragen von Menschen, die gerne alleine wandern würden und sich nicht trauen. Wer in der Corona-Zeit anfangen möchte für sich zu laufen, steht vor einem Haufen von Fragen: Darf ich überhaupt nach draußen? Wo soll ich wandern? Wie finde ich den Weg? Was bedeuten die Wanderzeichen? Und was mache ich, wenn ich mich doch verlaufe? Dieser Wegzeichen-Guide richtet sich Anfänger, die sich auf kurzen Wegen mit der Wegfindung vertraut machen möchten.

Corona trifft uns alle ziemlich hart: Wir arbeiten im Home-Office oder sind ganz von der Tätigkeit freigestellt. Wir dürfen Freunde und die Familie nicht treffen. Unsere sozialen Kontakte beschränken sich auf die Menschen, die mit uns im Haushalt leben. Und wer vielleicht auch noch alleine wohnt, würde gerne tun, was wir (unter bestimmten Regeln) tun dürfen: Nämlich wandern! Doch das ist gar nicht so einfach, wenn man sich bisher nicht um die Wegfindung kümmern musste oder das Wandern überhaupt gerade erst für sich entdeckt.

Im Moment erreichen mich oft Fragen zum „Alleine wandern“. Genauso erreichen mich Anfragen, ob ich kleinere „Zu-Zweit-Wanderungen“ durchführe, da meine geführten Wanderungen im Moment nicht stattfinden können. Leider treffen aber auch hier zwei (fremde) Personen aufeinander, die sich gegenseitig anstecken oder das Virus weiterverbreiten könnten. Deshalb nehme ich davon zunächst Abstand – auch wenn Zu-Zweit-Wandern erlaubt wäre.

Dennoch möchte ich versuchen, allen Menschen die sich nun gerne alleine auf den Weg machen würden, mit meinem Wegzeichen-Guide so gut es geht zu helfen. 🙂 ❤️

Kurzfassung für Eilige

Jeder ausgeschilderte Wanderweg besitzt ein eigenes Wegzeichen. Informiere dich, bevor du losgehst, wie es aussieht. Du findest das Wanderschild an Bäumen, Pfeilern, Pfosten, Zäunen und Ähnlichem. An Wegkreuzungen gehst du dort weiter, wo du dein Zeichen entdeckst. Gibt es an einer Kreuzung keinen Hinweis, bedeutet das normalerweise, dass man dem Weg einfach geradeaus weiter folgt.

Wandern während der Kontaktsperre

Spazieren gehen, wandern und sportliche Betätigungen an der frischen Luft sind nach meinem Wissen im Moment überall bei uns in Deutschland erlaubt. Es wird sogar empfohlen und du solltest es auch tun, denn gerade jetzt ist Bewegung unglaublich wichtig. Jede Aktivität unter freiem Himmel stärkt das Immunsystem und das benötigen wir zurzeit besonders! Es muss also noch nicht einmal eine große Wanderung sein, selbst ein Spaziergang im Park bringt schon positive Effekte.

An der frischen Luft kurbeln Sonne und Sauerstoff die Vitamin D-Zufuhr an! Auch dies ist für die körpereigene Abwehr wichtig, zumal Vitamin D nicht vom Körper produziert werden kann. Du baust beim Wandern Stress ab, welchen wir gerade ohnehin mehr als sonst spüren. Außerdem lenkst du dich ab, siehst, riechst und hörst etwas anderes, was wiederrum postwendend deine Laune hebt und damit gut für das Gemüt und deine allgemeine Verfassung ist.

Es gilt jedoch einige Regeln zu beachten:

  • Informiere dich, ob du in der Region, in der du wandern möchtest, aktuell wandern darfst. An Ostern durfte man beispielsweise nicht zu touristischen Zwecken ins Ostallgäu fahren. Die Stadt Bergisch Gladbach sprach Empfehlungen für Gebiete aus, die gemieden werden sollen. Und auch die Zonser Altstadt war an Ostern für Touristen gesperrt. Aktuell ist mir eine Sperrung am Kaarster See bekannt.
  • Gehe alleine (max. zu zweit) oder ausschließlich mit den Personen, die in deinem Haushalt leben.
  • Vermeide es, Menschen zu treffen: Das bedeutet, versuche Stoßzeiten zu umgehen. Für Wanderanfänger bieten sich die frühen Morgenstunden an. So musst du keine Angst haben, dass es dunkel wird, bevor du dein Ziel erreichst.
  • Halte den Sicherheitsabstand von zwei Metern ein, falls du doch andere Wanderer triffst.
  • Vermeide auch Fahrten mit der Bahn: Bleibe „vor der Haustür“, fahre mit dem Auto und wandere Rundwege – welche für Anfänger ohnehin einfacher sind.
  • Unternimm keine schwierigen Touren oder gar Bergwanderungen! Es ist für Anfänger nicht angebracht und auch in der Corona-Zeit sollte man darauf verzichten.

Plane deine Wanderung: Suche einen Rundweg aus!

Wie oben bereits erwähnt, sollten Wanderungen sich im Moment aus Corona-Gründen auf Rundwege beschränken. Aber auch wer zum ersten Mal alleine wandern möchte, ist mit einer Runde gut beraten. Das bedeutet, der Weg endet genau dort, wo er anfing. Bei einer Wanderung, die nicht an deinem Ausgangspunkt zu Ende ist, müsstest du zusätzlich organisieren, wie du vom Ziel zum Start zurückkommst bzw. zurück nach Hause kommst – je nachdem wie du angereist bist.

Der Rundweg, den du dir aussuchst, sollte nicht zu lang sein. Für deine erste Solo-Wanderung reicht eine Strecke von 5 km aus. So kannst du dich daran gewöhnen, deine Wegzeichen zu finden und ihnen zu folgen. Außerdem ist die Gefahr des Verlaufens nicht ganz so groß. Wenn du dich sicherer fühlst, steigst du auf längere Routen um. Mache dir auch Gedanken darüber, wie viel Zeit dein Weg in Anspruch nimmt. Für 5 km sind 1,5 Stunden realistisch.

Schöne und auch kürzere Rundwege findest du zum Beispiel entlang des Neanderlandsteiges oder rund um den Bergischen Weg. Auch auf meinem Wanderblog findest du ein paar beschriebene Rundwege – welche allerdings zum Teil selbstgeplant wurden, weshalb es kein Wanderzeichen gibt.

Falls du aus einer anderen Region kommst, musst du etwas recherchieren. 🙂 Oft gibt es auch von der Stadt markierte Wege oder Laufstrecken, die in der Regel gut markiert und einfach zu finden sind. Wenn du deinen Weg gefunden hast, schaue dir an, wo er startet und überlege, wie du den Startpunkt erreichst. In den meisten Beschreibungen wird ein Parkplatz oder ein Bahnhof angegeben.

Für diesen Wegzeichen-Guide habe ich mir die kleine Uhlenhorstrunde in Mülheim ausgesucht. Der ausgeschilderte Weg ist knapp 5 km lang und ganz flach zu gehen. Die einzige „Schwierigkeit“ ist hier: Es gibt eine große und eine kleine Runde, es sind also stellenweise zwei Wege gleichzeitig – was sich an der Markierung bemerkbar macht.

Wegzeichen-Recherche: Wie sieht dein Symbol aus?

Du hast den Rundweg für deine erste Wanderung im Alleingang gefunden und weißt auch schon, wie du zum Startpunkt kommst. Nun solltest du dich mit deinem Wegzeichen vertraut machen. Jeder ausgeschilderte Wanderweg besitzt ein eigenes Zeichen. Das bedeutet, es kann vorkommen, dass du an einer Stelle ganz viele Wanderschilder findest – weil gerade mehrere Wege aufeinandertreffen.

Normalerweise ist bei jeder Wegbeschreibung auch die Markierung abgebildet. Weil sich die Zeichen oft sehr ähnlich sind – wie zum Beispiel am neanderlandSTEIG und den Entdeckerschleifen, solltest du dein Symbol zur Sicherheit abfotografieren, damit du im Zweifelsfall noch einmal nachschauen kannst.

Das Wegzeichen für unsere Runde ist ein blauer Pfeil. Die Markierung für unsere Runde sieht also so aus:

Auf Nummer Sicher: GPX-Track herunterladen

Es kommt gelegentlich vor, dass Wanderschilder aus Versehen (vielleicht weil ein Baum abgesägt wurde) entfernt wurden oder schlecht zu sehen sind, weil im Frühjahr Grün davor gewachsen ist. Um auf Nummer Sicher zu gehen, solltest du dir deshalb den GPX-Track deines ausgesuchten Weges auf ein GPS-Gerät oder dein Smartphone laden. Manchmal befindet sich einfach auf längerer gerader Strecke kein Wegzeichen. Das könnte irritieren.

Wenn du dir den entsprechenden GPX-Track lädst, kannst du jederzeit nachschauen, ob du noch auf der richtigen Route bist. Manche Wanderwege bieten eine App zu ihrem Weg an, mit der man oft auch direkt navigieren kann. Ansonsten habe ich mit Komoot ganz gute Erfahrungen gemacht, den aktuellen Track findet man fast immer auf der Webseite des ausgesuchten Weges.

Bevor du alleine losgehst

Jetzt wird es also Ernst: Weil wir hier über ganz kleine Wege sprechen, auf denen du dich mit der Wegfindung vertraut machen möchtest, gehe ich hier nicht im Detail auf geeignete Wanderausrüstung ein.

Dennoch solltest du vor deiner Solo-Wanderung:

  • Jemanden darüber informieren, wo du wandern willst.
  • Checken, ob du etwas zu trinken oder einen Snack mitnimmst.
  • Dein Smartphone/GPS-Gerät aufladen. Vielleicht möchtest du eine Powerbank einpacken?
  • Schaue auch nach dem Wetterbericht und gehe nur bei gutem Wetter alleine los!
  • Sieh dir deine Runde auf einer Wanderkarte an – meistens ist der Auszug bei Wegbeschreibungen dabei. Merke dir den groben Verlauf, also Orte oder Sehenswürdigkeiten, an denen du vorbeikommen wirst. Vielleicht möchtest du dir die Karte auch abfotografieren oder ausdrucken, damit du zwischendurch darauf schauen kannst?
  • Merke dir, wo du gestartet bist und auf welchem Parkplatz ggf. dein Auto steht.

Wo finde ich vor Ort meine Wegmarkierung?

Du bist am Startpunkt angekommen und möchtest loswandern. Am Start einer Route befindet sich fast immer eine Informationstafel, die etwas über den jeweiligen Wanderweg erzählt. Das Bild unserer Tafel, auf der die beiden Laufstrecken zu sehen sind, befindet sich etwas weiter oben im Artikel.

Wir sehen beide Routen: Die Kurze ist blau markiert, die Lange ist lila markiert. Weil die kleine Tour fast ausschließlich auf dem unteren Teil der großen Tour verläuft, ist der Weg auf der Karte abwechselnd in blau und lila eingezeichnet. Entsprechend finden wir zunächst ein Schild mit beiden Pfeilen:

Wegzeichen findest du an Bäumen, Pfosten, Pfeilern oder Zäunen. Manchmal gibt es separat aufgestellte Wegweise, manchmal klebt die Markierung auch an Stromkästen oder wurde an markanten Steinen angebracht oder aufgemalt. An unserer ersten Wegkreuzung finden wir an fast jedem Baum mehrere Wanderzeichen. Unser Zeichen wurde gut erkennbar unter dem Schild plaziert, wir müssen also links abbiegen:

Weil wir uns an einer vermessenen Wegstrecke befinden, zeigt uns die Wegmarkierung auch an, wie viele km wir schon gelaufen sind. Das Zeichen ist blau/lila, was bedeutet, dass genau an diesem Punkt der erste km auf beiden Runden geschafft ist:

Nach einer Weile trennen sich die beiden Wege. Dem Schild entnehmen wir, dass die große Runde (lila Pfeil) weiter geradeaus verläuft, während unsere kleine Runde (blauer Pfeil) nach links abbiegt. Unsere Pfeile und unsere km-Markierungen sind also ab jetzt nur noch blau:

Manchmal geht rechts oder links ein Weg weg und es gibt kein Wanderzeichen. Es kann auch vorkommen, dass du an eine Kreuzung gelangst, wo es ein oder mehrere Wanderzeichen gibt, aber unseres nicht. Das ist irrtierend, bedeutet aber in der Regel, dass man einfach geradeaus auf dem Weg weitergeht, auf dem man sich befindet. Wer einen GPX-Track hat, kann zur Sicherheit einen Blick darauf werfen.

Und wenn ich mich doch verlaufen habe?

Wenn du dir nicht sicher bist, ob du noch auf dem richtigen Weg bist, schaue zuerst auf dein Smartphone oder GPS-Gerät, um festzustellen, wo du dich befindest. Befindet sich „dein Punkt“ noch auf dem Track, ist alles gut. Zeigt dein Punkt an, dass du nicht auf deiner Route bist, drehe um und gehe bis dorthin zurück, wo du das letzte Mal dein Wegzeichen gesehen hast. Da du auf die Wegmarkierung geachtet hast, solltest du nicht weit zurück gehen müssen.

Um deine letzte Wegmarkierung wiederzufinden, musst du dich eventuell zwischendurch umdrehen und schauen – du kommst ja nun aus der anderen Richtung! Falls du eine Wegkreuzung passierst, bleibe auch hier stehen, drehe dich um und schaue noch einmal, ob du dein Symbol übersehen hast. Schaue in die abzweigenden Wege – vielleicht hättest du abbiegen sollen? Schaue auch an einer Wegkreuzung was dein GPS-Track sagt.

Im Zweifel darf man natürlich auch zu Corona-Zeiten andere Menschen um Hilfe bitten und nach dem Weg fragen. Es besteht natürlich immer die Möglichkeit auf dem Weg, auf dem man gekommen ist, wieder zum Ausgangspunkt zurück zu gehen. Deshalb ist es hilfreich, wenn du deinen Weg zum Beispiel mit Komoot aufzeichnest – dann weißt du genau, welchen Weg du gegangen bist.

Standort-Information

Speziell auf den Laufstrecken in Mülheim wurde in Kooperation mit der Feuerwehr „MüSIS“ entwickelt. Es handelt sich um das sogenannte Mülheimer-Standort Informations-System. Neben der Wegmarkierung befinden sich also in regelmäßigen Abständen Schilder mit einer vierstelligen Nummer, die du im Notall an die Feuerwehr weitergegeben kannst.

Standort-Informationen gibt es auch auf normalen Wanderwegen, sie sehen aber überall unterschiedlich aus. Leider habe ich gerade kein passendes Foto zur Hand, ergänze es aber, sobald mir eines in die Hände fällt.

Natürlich ist das längst nicht alles, was es über Wegzeichen zu wissen gibt. Welcher Schilder dir während einer Wanderung noch begegnen können, verrate ich dir demnächst in einem zweiten Teil.

Konnte ich dir mit meinem Wegzeichen-Guide weiterhelfen oder fehlt dir noch etwas? Wie war deine erste Solo-Wanderung? Hinterlasse mir deine Antwort gerne in den Kommentaren!

Bei ‚Ausgelatschte Schuhe. Das Wanderblog.‘ schreibt Bina über Wander-, Berg- und Gipfeltouren. Neben Tipps zur Ausrüstung und Planung von Wanderungen, berichtet sie über Reisen und Kurztrips. Sie bloggt seit 2008 auf verschiedenen Plattformen, liebt Kaffee, die Berge und die Natur. Sie ist Texterin und Wanderbloggerin.

Kommentar verfassen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

%d Bloggern gefällt das: