Wald bei Honrath

Wo schon vor 2000 Jahren die Römer Erz abbauten: Der Bergische Weg, Etappe 8

Den Bergbau am Lüderich gab es schon vor 2000 Jahren. Einst bauten die Römer hier Erz ab. Der Bergische Weg (Etappe 8) führt dich auf rund 23 km an Bergbaurelikten, dem Hoffnungsthaler Eisenbahntunnel, dem wunderschönen Tal der Agger und an dem an einen englischen Garten erinnernden Gut Eichthal vorbei.

Die Fakten

Länge:23 km (inkl. Zuwege)
Aufstieg:510 m
Abstieg:520 m
Route:Rösrath-Forsbach - Overath
Schwierigkeit:mittel
Reine Gehzeit:5 - 6 Stunden
Start:Bahnhof in Rösrath
(Parken: P+R Rösrath, Hauptstraße 75, 51503 Rösrath)
Von dort mit Bus 423 bis Haltestelle Halfenhof, Rösrath-Forsbach
Ziel:Bahnhof Overath
(Parken: P+R am Bahnhof)
Zurück zum Start:Von Overath Bf mit dem RB 25 bis Bahnhof Rösrath. Dauer: 9 Minuten

Details zum Fernwanderweg

Die achte Etappe des Fernwanderweges führt auf rund 23 km (inkl. Zuwege) von Rösrath-Forsbach bis Overath. Start ist der Bahnhof Rösrath, von dort mit dem Bus bis „Halfenhof“ in Forsbach und Ziel ist der Bahnhof in Overath. Wanderer sollten über eine gute Grundkondition verfügen, es sind einige Anstiege zu bewältigen. Es ist mit einer reinen Gehzeit von sechs Stunden zu rechnen.

Eine Übersicht über den gesamten Bergischen Weg und alle seine Etappen findest du hier.

Anreise

Am besten parkt ihr am Bahnhof in Rösrath und fahrt von dort mit dem Bus 423 Richtung Bensberg bis „Halfenhof“ (9 Minuten). Ab Halfenhof über den ausgeschilderten Zuweg auf den Bergischen Weg. Die Rückfahrt von Overath zum Bahnhof nach Rösrath dauert mit dem RB 25 9 Minuten.

Abkürzungsmöglichkeiten

Wenn du die Etappe des Bergischen Wegs abkürzen möchtest, kannst du dies nach ca. 3 km in Hoffnungsthal (über den ausgeschilderten Zuweg) oder nach ca. 16 km in Honrath  tun.

Schutzhütten/Einkehr

  • Rösrath-Forsbach (im Ort)
  • Rösrath-Hoffnungsthal (im Ort)
  • Golfclub Lüderich
  • Honrath (im Ort)
  • Overath (im Ort)

Unterkünfte & Wandern ohne Gepäck

Das „Bergische Wanderland“ schloss sich mit ausgesuchten Gastgebern rund um den Bergischen Weg zusammen, um den Wanderern besondere Übernachtungs- und Einkehrmöglichkeiten zu bieten.  Alle Gastgeber erfüllen festgelegte Qualitätskriterien und tragen das Gütesiegel „Bergisches Wanderland – Gastgeber“. Unter anderem mit Lunchpaketen, Gepäcktransport, Shuttle zu den Wegen und Infos über Wanderrouten und Sehenswürdigkeiten kümmern sich die Gastgeber um die Wanderer. Da ich nicht übernachtet habe, kann ich keine Unterkunft konkret empfehlen. 🙂

Eine Auflistung aller Gastgeber am Bergischen Weg findest Du hier.

Bergische Streifzüge

Entlang des Bergischen Wegs und des Bergischen Panoramasteigs befinden sich insgesamt 24 Thementouren, die sogenannten Bergischen Streifzüge. In Rösrath-Hoffnungsthal startet der Bergische Streifzug Nr. 15: „Bergbauweg“ mit rund 12 km. Am Bahnhof in Honrath beginnt der Bergische Streifzug Nr. 18 „Bauernhofweg“ mit ca. 13 km und in Overath startet der Bergische Streifzug Nr. 16: „Overrather Pilgerweg“ mit rund 9 km.

Jakobsweg

Der ausgeschilderte Zuweg in Overath verläuft auf dem (Westfälischen) Jakobsweg.

Der Bergische Weg, Etappe 8: Von Rösrath bis Overath

Diese Stück des Bergischen Weges beschrieb mir jemand im Vorfeld als eine bzw. die schönste Etappe des Fernwanderweges. Entprechend neugierig wollten wir uns am 13. Oktober 2019 auf den Weg machen. Leider lag ich zum Termin flach, sodass ich die Wanderung absagen musste. In der Woche darauf ergab sich zufällig die Gelegenheit, die Tour nachzuholen – was ich tat. Das Wetter war bescheiden und ich auch noch nicht so ganz fit, aber ich brauchte Auslauf. 🙂

Vorweg: Die Etappe war toll, aber ich würde eine anderes Stück des Weges nennen, wenn man mich nach dem Schönsten fragen würde. Vielleicht lag es an der Witterung und/oder an meiner Verfassung, vielleicht trafen auch einfach nur verschiedene Geschmäcker aufeinander…

Von Rösrath-Halfenhof aus ging es über den ausgeschilderten Zuweg in den Wald. Zwischen Forsbach und Lehmbach entdeckte ich den ramponierten Etappenstein. Wir sahen ihn schon bei der letzten Etappe: Das Schild fehlt. Deshalb waren wir uns gar nicht sicher, ob es sich um den Stein handelt. Ich bog dem Wegweiser folgend rechts ab und gelangte wieder auf den Bergischen Weg.

Auf schmalen Pfaden wanderte ich hinunter zu einem Siefen. Von dort stieg ich wieder hinauf zum Ortsrand von Forsbach und wieder ab zu einem weiteren Siefen. Schließlich ging ich nochmals hoch nach Forsbach, bevor mich ein Waldweg hinab nach Hoffnungsthal und damit an das Ufer der Sülz führte.

Ich wanderte ein Stück durch den typisch bergischen Dorfkern. Der Ort hieß jahrhundertelang Volberg, Ende des 18 Jahrhunderts setzte sich aber der Name Hoffnungsthal durch. Den Abstecher zur evangelischen Kirche ließ ich links liegen und gelangte schließlich an die historischen Industriebauten des ehem. Hammerwerks. Vorher erblicke ich den Hammergraben, wo einst Wasser die Wasserräder im Werk antrieb.

Bergbaurelikte am Lüderich

Hinter dem Ort bog ich in Richtung Wald ab und wanderte stramm bergan der höchsten Erhebung in Rösrath entgegen. Bevor ich den Gipfel erreichte, führt der Weg an einer Erddeponie vorbei, die auch einen weiten Blick ins Tal erlaubt. Oben angekommen gab es den Hauptschacht Förderturm der Grube Lüderich zu entdecken. Am Lüderich stellte 1978 das letzte Bergwerk im Bensberger Erzrevier nach 2000 Jahren Bergbaugeschichte den Betrieb ein.

Vom Lüderich aus und auch wenn man den Weg weiter geht, ist in der Ferne das große Barbarakreuz zu Overath zu sehen. Dieses Kreuz widmete man den Bergleuten der Grube Lüderich im Namen ihrer Schutzpatronin, der Heiligen Barbara.

Hoffnunthaler Eisenbahntunnel

Mit stetigem Auf und Ab führt der Bergische Weg weiter an der Ortschaft Lüderich vorbei. Im Waldstück hinter Lüderich lohnt sich ein Abstecher von ein paar Metern nach rechts. Dort gibt es ein Einfahrtsportal des Hoffnungsthaler Tunnels zu sehen. Er wurde 1910 errichtet und verbindet mit etwas über einen Kilometer Länge das Sülztal mit dem Aggertal. Später lenkt der Fernwanderweg am anderen Ende des Unterführung bei Honrath vorbei.

Burg Honrath und evangelische Kirche in Lohmar-Honrath

Auf einem Waldweg wanderte ich schließlich in Richtung Honrath, wo ich kurz vor dem Ortseingang die Bahngleise überquere und das andere Eingangsportal des Hoffnungsthaler Eisenbahntunnels entdeckte. Der Fernwanderweg führt einmal quer durch den Ort. Die Kirche und die Burg sind die ältesten Gebäude des Dorfes Honrath. Von 1363 bis 1393 erlangen die Grafen von Berg den Besitz der Festung, seit 1930 befindet sie sich in bürgerlichen Händen.

Das Aggertal und Gut Eichtal in Overath

Nach einer kurzen Waldpassage quere ich den idyllischen Ort Honsbach bevor ich in das Tal der Agger gelange. An einer T-Kreuzung erwarten mich urige Holzfiguren. Der Hauptweg geht hier gerade aus weiter, während der Zuweg nach Overath links abzweigt. Wenige Gehminuten danach erreichte ich das langläufige Gut Eichthal, welches ein bisschen einem englischen Garten ähnelt.

Bevor das Gut der Stadt überschrieben wurde, war es im Besitz der Familie Peters. Der Familie gehörte einst das »Kölner Kaufhaus Peters« welches nachher »Karstadt« wurde. Vom Gut aus ist es nicht mehr weit bis zum Bahnhof in Overath, dem Etappenziel.

Bist du schon auf dem Bergischen Weg von Rösrath bis Overath gewandert? Was hat Dir auf dieser Etappe gut gefallen? Möchtest du bei unserer nächsten Wanderung dabei sein? Die aktuellen Wandertermine findest du hier!

Ich freue mich auf dich! 🙂

Kartenmaterial, Höhenprofil und GPS

Zur Planung unserer Wanderungen auf dem Bergischen Weg nutze ich den offiziellen Wanderführer „Der Bergische Weg“* und die Leporello Wanderkarte „Bergischer Weg“*.

GPX-Track bei Komoot

Du kannst Dir die Route als GPX-Track herunterladen oder direkt über Komoot speichern und loswandern.

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Bei ‚Ausgelatschte Schuhe. Das Wanderblog.‘ schreibt Bina über Wander-, Berg- und Gipfeltouren. Neben Tipps zur Ausrüstung und Planung von Wanderungen, berichtet sie über Reisen und Kurztrips. Sie bloggt seit 2008 auf verschiedenen Plattformen, liebt Kaffee, die Berge und die Natur. Sie ist Texterin und Wanderbloggerin.

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