Bergisches Land Der Bergische Weg

Der Bergische Weg, Etappe 5: Talsperren, mittelalterliche Geschichte und die Blรผtenstadt

Der Bergische Weg Etappe 5

Zuletzt aktualisiert am 7. Mai 2026

Auf traumhaften 19 km leitete uns der Bergische Weg (Etappe 5) von Schloss Burg bis in die Blรผtenstadt Leichlingen. Die Sengbach-Talsperre, der Rรผdenstein und die Diepentalsperre sรคumten unsere Route. AuรŸerdem gab es einen Strip, Bier und Geschichten von den Grafen von Berg.


Die Fakten

Lรคnge:21 km
Aufstieg:740 m
Abstieg:820 m
Route:Schloss Burg โ€“ Leichlingen
Schwierigkeit:mittel
Reine Gehzeit:5 Stunden
Start:Solingen, Schloss Burg
(Parkplatz: Burg Brรผcke, SchloรŸbergstraรŸe 4)
Ziel:Bahnhof Leichlingen
(Parken: P+R am Bahnhof, BahnhofstraรŸe)
Zurรผck zum Start:Ab Leichlingen Bf mit dem RB48 bis Solingen Hbf. Weiter mit dem Bus 681 bis Mรผhlenplatz, Umstieg in den Bus 683 bis Burg Brรผcke.
Offizielle Webseite:Der Bergische Weg

Weiterlesen: Der Bergische Weg in der Gesamtรผbersicht!

Gerade in dieser Region lohnt sich ein Blick auf meinen Artikel zu Zecken, FSME und Borreliose beim Wandern.

Verpasse nie wieder einen Blogartikel von mir:
Abonniere meinen Newsletter!

Der Bergische Weg, Etappe 5: Von Schloss Burg bis Leichlingen

Als ich mich am Morgen des 13. Juli 2019 auf den Weg nach Solingen-Burg machte, schรผttete es wie aus Eimern. Ich befand, dass bei diesem Wetter kein Mensch wandern mรถchte und sah meine Lieblings-Etappe sprichwรถrtlich ins Wasser fallen. Ich รผberlegte mir bereits einen Notfall-Plan, falls niemand am Treffpunkt erscheint. Eine Idee war schnell gefunden: So eine Bergische Waffel, wie wir sie am Ende der letzten Etappe aรŸen, und Kaffee als Entschรคdigung. ๐Ÿ™‚

Der Waffel-Traum platzte als ich in Unterburg auf den Parkplatz fuhr. ๐Ÿ˜€ Dort standen schon einige Mitwanderer und winkten. Mein Telefon ratterte los: Christian, der Navigator, hatte unterwegs noch eine Mitwanderin eingesammelt, aber ein Bus fiel aus. Wow! 15 Minuten spรคter waren wir vollzรคhlig und auch der Wettergott hatte ein Einsehen: Der Regen hรถrt auf! Es konnte losgehen.

Auf die Etappe des Bergischen Wegs, die an Leichlingen vorbeifรผhrt, freute ich mich am meisten. Schon lange wollte ich einmal auf dem Wanderweg von meiner alten Heimat (Essen) bis in die neue (alte) Heimat wandern. Diesen Punkt durfte ich hiermit auf meiner To-Do-Liste abhaken.

Wandern bei Schloss Burg: Sitz der Grafen von Berg

Unterhalb der Seilbahn, die รผber die Wupper hinweg nach Schloss Burg hinauffรคhrt, gelangten wir auf einen kleinen Pfad. Die Burganlage war seit dem 12. Jh. der Stammsitz der Grafen von Berg. Im 30-jรคhrigen-Krieg wurde die Hรถhenburg fast vollstรคndig zerstรถrt und verfiel anschlieรŸend. Ab 1890 wurde Schloss Burg rekonstruiert und neu aufgebaut. Eigentรผmer sind heute die Stรคdte Solingen, Remscheid und Wuppertal.

Bergischer Weg - Solingen Unterburg
Statue Burger Brezelbรคcker bei Schloss Burg

Sengbachtalsperre: Trinkwasserspeicher fรผr Solingen

Wรคhrend neben uns das Wasser plรคtschert, wandern wir direkt in den Forst hinein. Hier galt es die ersten Steigungen zu รผberwinden. Nach einigen Kilometern durch den Wald erreichten wir die Sengbachtalsperre. Die Talsperre sichert die Trinkwasserversorgun fรผr die Solinger Bรผrger. Bevor das Wasser zum Verbraucher gelangt, wird es in einem Wasserwerk entsprechend aufbereit.

Das Stauwerk ist eine der รคltesten Anlagen รผberhaupt und existiert bereits seit 1903. Wir unternahmen einen Abstecher, spazierten รผber die Mauer der Talsperre und schoรŸen ein paar Gruppenselfies. Schade, dass es so grau war. Mir fiel ein, dass ich im vergangenen Spรคtsommer bei schรถnstem Wetter hier war. An einer Spitzkehre vor der Talsperre geht es schlieรŸlich wieder bergauf und in den Wald hinein.

Auch bei dieser Etappe รผberwanden wir einige steilere Anstiege. Wir begingen sogar felsige Abschnitte, was aber daran lag, dass wir einen Wegweiser falsch interpretierten. Der Bergische Weg fรผhrt offiziell wohl um unseren Felsabschnitt herum. Wir hatten aber riesig SpaรŸ und wรผrden den Weg erneut รผber die Felsen begehen.

Der Bergische Weg Etappe 5 Felsabschnitt
Ein Felsenabschnitt, der uns besonders viel SpaรŸ machte

Wanderweg zum Rรผdenstein: Die Geschichte mit dem Kรถter

Wenngleich ich auch diese Etappe des Bergischen Wegs noch nicht ging, so kannte ich doch zahlreiche Abschnitte. An der Grenze zu Leichlingen erreichten wir den Rรผdenstein, wo wir eine kleine Pause einlegten. Christian, der Navigator strippte, weil es ihm zu warm geworden war. Mir fiel daraufhin die ยปGeschichte mit dem Kรถterยซ, wie es Herr Mรผller liebevoll bezeichnete, nicht mehr ein.

Mittlerweile weiรŸ ich natรผrlich wieder Bescheid: Einer Sage nach soll Jungherzog Robert von Berg 1424 hier auf der Jagd gewesen sein. Es war zur Weihnachtszeit und im Schnee stรผrzte er von seinem Pferd in einen Abgrund am Wupperhof. Sein Hund, ein Rรผde, macht die restliche Gruppe auf den Verlust des Mannes aufmerksam. Sie kehrten um und folgten dem Tier. Der junge Herzog konnte gerettet werden.

Der Bergische Weg Etappe 5 Rรผdenstein
Denkmal am Rรผdenstein

Zum Dank soll Robert ihm ein Denkmal errichtet haben, was der Sage nach im 17. Jh. von einem Sturm in die Wupper geweht worden sein soll. Tatsรคchlich soll 1424 Adolf VII. Herzog von Berg gewesen sein. Ein ยปRobert von Bergยซ taucht wohl in keiner Geschlechterfolge auf. Manche Quellen besagen, er sei der Sohn von Adolf. Das heutige Monument wurde 1927 von Widderter Verschรถnerungsverein aufgestellt.

Blรผtenstadt Leichlingen: Obstkammer des Bergischen Landes

Nichtsdestotrotz bereitete es uns groรŸen SpaรŸ zu raten, was es wohl mit dem Hund vom Rรผdenstein auf sich hat. Wir erfanden die wildesten Geschichten! ๐Ÿ™‚ Mittlerweile befanden wir uns schon auf Leichlinger Gebiet. Ein weiterer Aufstieg fรผhrte zu einer als Pilz gebauten Rasthรผtte, welche uns einen Ausblick รผber das Umland erlaubte.

รœber die Blรผtenstadt schrieb ich einst an dieser Stelle schon ganz viel niederโ€ฆ

Ausblick auf Leichlingen
Aussicht am Bergischen Weg

Renaturierung der Diepentalsperre

SchlieรŸlich wanderten wir auf die Diepentalsperre zu. Je nรคher wir uns dem Leichlinger Kern nรคherten, umso mehr wurden Erinnerungen wach. An der Talsperre und auf dem Weg durch den Wald von dort Richtung Bahnhof trainierte ich damals oft fรผr meinen ersten Halbmarathon. Runde um Runde drehte ich (unter anderem) um das Stauwerk. Einst war es ein wunderschรถnes Ausflugsparadies.

Im Vorfeld zu dieser Etappe berichtete man mir, dass es an der Talsperre โ€žnur noch schรคbigโ€œ sei. Ich brรคuchte gar nicht hingehen. So ging ich mit gemischten Gefรผhlen und war gespannt, was mich dort erwartet. Heute sieht es am Stausee tatsรคchlich ganz anders aus als noch vor fรผnf Jahren. Das liegt daran dass die Talsperre nicht mehr dem aktuellen Stand der Technik entsprach und bei den privaten Eigentรผmern kein Geld da war, um diesen herzustellen. SchlieรŸlich wurde beschlossen das Stauwerk zu renaturieren.

Der Bergische Weg Etappe 5 Renaturierte Diepentalsperre
Die Diepentalsperre renaturiert

Wir betrachteten alles gespannt und kamen zu dem Schluss: Es ist immer noch schรถn, eben anders als damals. Hier ist ein natรผrlicher Lebensraum fรผr Tiere entstanden, die vorher so nicht dort waren. Wenngleich auch das einst florierende โ€žHaus Diepetalโ€œ nicht mehr bewirtschaftet ist: Den Kiosk direkt davor gibt es nach wie vor. So saรŸen wir mit Bier am Ufer des โ€žTรผmpels Diepentalsperreโ€œ fรผhrten tolle Gesprรคche und beobachteten zahlreiche Wasservรถgel.

Hinter der Stauung verlassen wir den Bergischen Weg und wandern durch den Wald in den Stadtkern von Leichlingen und von dort zum Bahnhof. Auf dem Weg dorthin lassen wir es uns nicht nehmen im Cafรฉ Strieker einzukehren โ€“ welches mir auch noch durchaus bekannt ist.

Der Bergische Weg Etappe 5 Nostalgie Leichlingen
Historische Tafel in Leichlingen

P.S.: Ich erwรคhnte Eingangs, dass ich nun von meiner To-Do-Liste streichen konnte, einmal von Essen bis nach Leichlingen gelaufen zu sein. Wie es mit To-Do-Listen so ist: Ist das eine erledigt, nimmt man das nรคchste in Angriff. Und in diesem Fall war es tatsรคchlich eine Alpenรผberquerung. Auch dies war ein langgehegter Traum und angestiftet durch Herrn Mรผller, gingen wir nur vier Wochen spรคter รผber die Alpen. ๐Ÿ™‚

Der Bergische Weg, Etappe 5: GPS-Track

Folgst du mir schon bei Komoot?

Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Standard. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf den Button unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.

Weitere Informationen


Kennst Du schon โ€žWeitergehen!โ€œ? Der Newsletter fรผr Menschen, die DrauรŸen-Momente lieben und innerlich wachsen wollen.

You Might Also Like

No Comments

    Schreibe einen Kommentar