Der Bergische Weg Fernwanderwege Deutschland

Über den höchsten Gipfel Kölns und durch den Königsforst

Bank am See in Bensberg

Von Bergisch Gladbach bis Rösrath führte uns Der Bergische Weg (Etappe 7). Wir wanderten bei superschönem Wetter durch den Königsforst, machten einen tollen Zwischenstop im Forsthaus Steinhaus und entdeckten viele tolle Highlights. Die Kaisereiche, einen alten Bunker oder etwa einen spannenden Bodenlehrpfad. Aber auch der Borkenkäfer war allgegenwärtig. Lest selbst!

Die Fakten

Länge:23 km (inkl. Zuwege)
Aufstieg:340 m
Abstieg:320 m
Route:Bergisch Gladbach - Rösrath-Forsbach
Schwierigkeit:leicht
Reine Gehzeit:5 Stunden
Start:Bergisch Gladbach Bahnhof
(Parken: P+R am Bahnhof, Jakobstraße, 51465 Bergisch Gladbach)
Ziel:Haltestelle Halfenhof, Rösrath-Forsbach
(Parken: schlecht, besser in Bergisch Gladbach)
Zurück zum Start:Von Haltestelle Halfenhof mit Bus 423 bis Bensberg. Von dort mit Bus 227 nach Bergisch Gladbach: 30-50 Min. je nach Wochentag.

Bergischer Weg, Etappe 7: Bergisch Gladbach – Rösrath

Am 22.9.2019 gingen wir die siebte Etappe des Bergischen Weges an. Wir trafen uns am Bahnhof in Bergisch Gladbach und obgleich ich heute den Kulturbeauftragten gar nicht dabei hatte, begann unser Tag mit einer spaßigen Busfahrt inkl. Stadtführung. 🙂 Wie wir bei der sechsten Etappe feststellten, ist der Zuweg von ca. 5 km nicht besonders schön. So fuhren wir stattdessen ca. 15 Min. mit dem Bus 426 und stiegen bei „Schiff“ wieder in den Bergischen Weg ein.

Schon beim letzten Mal fragten wir uns, was das da für ein Bildnis am Hang ist. Mit etwas Recherche fand ich heraus, dass die Figur wohl von einem Garten- und Landschaftsbaubetrieb stammt, der im Ort ansässig ist.

Der Bergische Weg: Durch die Heide zum Schloss

Schon nach kurzer Zeit erreichten wir den Heidestreifen bei Bensberg. Unser Weg verlief zu großen Teilen auf dem Kölnpfad, wie auch auf dem Bensberger Schlossweg. Und obgleich ich beide Wege schon mehrfach ging, schafften wir es uns (kurz) zu verirren. Heike und ich schwelgten in Erinnerungen: Denn erst vor ein paar Monaten gingen wir hier bei Nacht und Nebel den Kölnpfad Ultrawandern 50iger. 🙂

Nach einer Weile gelangten wir an den wunderschönen Milchborntahlweiher, an dem es eine Schutzhütte und ein paar schön gelegene Bänke gibt. Später passierten wir ein Denkmal für französische Soldaten, die allesamt in Schloss Bensberg an Typhus starben. Das Schloss war einst ein Jagdschloss und diente als Lazarett für kaiserliche Soldaten. Insgesamt wurden im Wald um Bensberg rum rund 7000 Menschen begraben.

Reste einer Ringwallanlage lagen ebenso an unserem Weg, wie das Bensberger Schloss. Da wir aber noch bis Rösrath weitergingen, sahen wir es nur aus der Ferne. Wer über den Zuweg nach Bensberg kommt direkt am Schloss aus.

Forsthaus Steinhaus im Königsforst

Nur kurz hinter Bensberg beginnt der Königsforst, wo wir das richtig hübsche „Forsthaus Steinhaus“ fanden. Hier hielten wir uns lange auf und machten eine ausgiebige Pause. Zuerst gab es Kaffee, Kuchen und (natürlich) Bier im ganz ganz liebevoll eingerichteten Waldcafé. Außerdem gab es mehrere Bienenstöcke und da wir unseren ganz eigenen Imker dabeihatten, erfuhren wir direkt am Objekt ganz viele Dinge über Bienen, dessen Haltung und den Honiggewinn.

Als wir schon fast weitergehen wollten, fiel uns die echt schöne Naturausstellung im Forsthaus auf. Und ehe wir uns versahen, wanderten wir mit einem Beamertablett über ein interaktives Luftbild des Königsforsts. Stellten fest, dass unterschiedliche Froscharten vollkommen unterschiedlich „quaken“ und erfuhren noch viele andere spannende Dinge. Der Eintritt war übrigens kostenlos (glaube ich – Angabe ohne Gewähr).

Monte Trödelöö: Die höchste Erhebung Kölns

Im letzten Drittel mobilisierten wir schließlich noch einmal alle Kräfte; um den Monte Trödelöö, den höchsten Punkt Kölns, zu besteigen. 🙂 Wir bestaunten die Gipfelbank und trugen uns in das Gipfelbuch ein – welches heute auch vorhanden war. Auf unserem weiteren Weg war der Borkenkäfer stellenweise sehr präsent. Und das nicht nur optisch, sondern auch akustisch. Stellenweise klang es so, als ob es regnen würde – weil die Fichtennadeln nur so von den Bäumen rieselten.

Für das letzte Stück bis Rösrath brauchten wir verhältnismäßig lang. Und es lag nicht etwa daran, dass der Weg so schwer war; sondern vielmehr daran, dass wir an jeder Ecke etwas Neues entdeckten. Da gab es die Kaisereiche, den ehem. Forsbacher Bahnhof, einen echt spannenden Bodenlehrpfad und schließlich noch einen alten Stollen oder eher: Bunker – welchen wir natürlich untersuchen mussten. 🙂

Der Bergische Weg: Kaisereiche, Bunker und Stollen

An der Bodenbeschaffenheit bemerkten wir, dass der Bunker selbst sich unterirdisch noch weit um den Eingang herumzog. Meine Recherche ergab: Im zweiten Weltkrieg diente der Königsforst als militärisches Truppengelände. In der Nähe war wohl der „Fliegerhorst Ostheim“ angesiedelt, welchem die Bunkerreste und auch Fundamente alter Signalanlagen zuzuschreiben sind.

Nach dem Stollen war es nicht mehr weit, bis wir den Etappenstein fanden – welchem leider die Tafel abgeschraubt wurde. Der Bergische Weg biegt hier nach links ab, während wir weiter geradeaus auf den Zuweg nach Forsbach gingen. Der Bus fuhr uns tatsächlich vor der Nase weg – was nicht weiter schlimm war, denn wir ließen uns in einem Biergarten direkt an der Haltestelle nieder und genossen noch ganz entspannt Kaffee und Eis. 🙂

Es war ein total schöner und spannender Tag. Wir fühlten uns ein bisschen wie Kinder, die alles anfassen, wissen und entdecken wollten. 🙂 ❤️

Höhenprofil und GPS

Du kannst Dir die Route als GPX-Track herunterladen oder direkt über Komoot speichern und loswandern.

(folgt)

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