Mittelrheintal

Loreley-Extratour: Warum ich diese Runde ab St. Goarshausen jedem ans Herz lege

Zuletzt aktualisiert am 20. Juli 2026

Loreley-Extratour

Loreley-Extratour: Viele Sagen und Geschichten ranken sich um den markanten Schieferfelsen an der engsten und tiefsten Stelle des Rheins. Der wohl bekanntesten Sage nach sang die verlassene Jungfrau Loreley sämtliche Schiffer vom Felsen aus in den Tod, während sie ihr goldenes Haar kämmte. Eine vielversprechender Rheinsteig-Rundweg führt um den weltbekannten Felsen herum. Seid ihr dabei? 🙂


Loreley-Extratour: Das Wichtigste in Kürze

Die Loreley-Extratour ist eine 16 km lange Rundwanderung ab der Fähre St. Goarshausen, mittelschwer, mit rund 460 Höhenmetern.

Start und Ziel liegen an der Rheinfähre St. Goarshausen, die reine Gehzeit beträgt etwa 3,5 Stunden.

Die Route führt über St. Goarshausen – Bornich – Loreley – St. Goarshausen und läuft ein Stück mit dem Rheinsteig zusammen.

Highlights sind grandiose Rheinblicke, der Blick auf Burg Katz, das Loreley-Plateau und der Abstieg zur Loreley-Statue am Ufer.

Meine Empfehlung: mit der Fähre statt mit dem Auto starten – so umgehst du den berüchtigten Loreley-Stau.

Der Rhein ist der längste Fluss Deutschlands, auch wenn er in den Nachbarländern (Schweiz, Niederlande) beginnt und mündet. Von Koblenz bis Bingen erstreckt sich das Obere Mittelrheintal auf 67 Stromkilometern. Und mittendrin, bei St. Goarshausen, befindet sich der geschichtsträchtige Loreley-Felsen.

Vor dem Felsen, der beinahe senkreht aus dem Rhein ragt, verengt sich der Fluss auf eine Breite von nur 160 m. Daher ist es für Schiffer seit jeher besonders schwierig, diese enge und gleichzeitig auch tiefste Stelle des Rheins zu passieren. Die Durchfahrt an der Loreley gilt deshalb als besonders gefährlich.

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Welche Sage rankt sich um die Loreley?

Die bekannteste der vielen Sagen um die Loreley erzählt von einem Findelkind: Ein Fischer zog einst ein kleines blondes Mädchen aus dem Rhein, taufte es „Loreley“ und zog es groß. Später verliebte sie sich in den Ritter Eberhard, der um ihre Hand anhielt. Kurz vor der Hochzeit lernte der Ritter aber eine andere Frau kennen und ließ die arme Loreley sitzen.

Vor lauter Liebeskummer stürzte sich die Jungfrau vom Felsen in den Rhein. Zurück zu ihrem Vater: Gevatter Rhein. Der Teufel aber verdammte sie ob ihrer Tat. Für immer sollte sie in der Dämmerung auf dem Felsen erscheinen und alle Schiffer in den Tod singen.

Loreley-Extratour: Ein Überblick

Länge:16 km
Aufstieg:460 m
Abstieg:460 m
Route:St. Goarshausen - Bornich - Loreley - St. Goarshausen
Schwierigkeit:mittel
Reine Gehzeit:3,5 Stunden
Start/Ziel:Fähre St. Goarshausen
GPX-Track:

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Weitere Informationen

Romantisches Mittelrheintal am Ostermorgen

Ostersonntag. Mein zweiter Tag im Mittelrheintal begann mit einem amüsanten Kaffee-Schwatz auf der Sonnenterrasse von Burg Stahleck. 🙂 In der Hauptrolle: Einer meiner allerallerliebsten Ausblicke.

Wanderung im Mittelrheintal
Ausblick von der Sonnenterasse auf Burg Stahleck! ❤️

Für heute hatte ich mir die Loreley-Extratour ausgesucht. Warum? Weil ich bisher praktisch die linke Rheinseite in- und auswendig kenne. Auf der rechten Rheinsteig-Seite war ich aber bisher nur selten unterwegs. So überlegte ich also zunächst, mit dem Auto und mit der Fähre zur Loreley selbst hochzufahren. Die Loreley-Extratour startet offiziell am Besucherzentrum Loreley.

Wie kommt man mit der Fähre nach St. Goarshausen?

Am einfachsten kommst du mit der Bahn nach St. Goar und setzt dort mit der Fähre nach St. Goarshausen über – die Überfahrt dauert nur wenige Minuten, und von der Anlegestelle bist du in rund 500 m auf der Wanderung St. Goarshausen. Mit der Fähre fahren war schon ein bisschen aufregend – so was hab ich schon lange nicht mehr gemacht. 🙂 Ich stellte fest, dass die Tour praktisch an der Fähre vorbeiführt, und entschied mich genau dafür statt für Auto und Loreley-Parkplatz. (Spoiler: Zum Glück!)

Nach der Anlegestelle führte die Loreley-Extratour mich direkt auf einem wunderschönen Bergpfad in die Höhe.

Start des Aufstiegs auf dem Bergpfad kurz nach der Fähre in St. Goarshausen

Burgblick und Rheinpanorama auf dem Bergpfad

Auf den ersten 1,5 km gab es fast 250 Höhenmeter zu überwinden. Aber die Ausblicke auf den Rhein und auf Burg Katz (welche ich bereits am Vortag auf der „Traumschleife Mittelrhein“ bewunderte), entschädigten für alles. Wichtig: Zwischendurch stehen bleiben, umdrehen und den Ausblick genießen. Das darf man hier auf keinen Fall vergessen!

Oben angekommen hatte ich den „Patersberg“ erstiegen und es kamen erst mal was zu trinken und Sonnencreme zum Einsatz. 🙂

Alleine im Oberen Mittelrheintal befinden sich übrigens 40 Burgen, Schlösser und Ruinen rechts und links des Rheins. Auf der linken Rheinseite kannst du sie über den RheinBurgenWeg bewundern.

Loreley-Extratour
Blick auf Burg Katz und den Rhein

Die Loreley-Extratour führte anschließend ein kurzes Stück durch den anliegenden Ort, welcher direkt am Hang liegt. Danach lotst mich der Wanderweg weiter in die Höhe und auf einen ausgedehnten Feldweg. Quasi mit 360 ° Blick sehe ich bis in den Taunus und weit über das Rheintal. Ich entdecke sogar die Hochplateaus, auf denen ich gestern wanderte.

Ich hätte nie gedacht, dass ich mich einmal in eine andere Örtlichkeit als meine „zweite Heimat“ verlieben könnte. Aber genau das ist wohl an diesem Tag passiert! ☺ Ich dachte dauernd, wie bereits am Vortag: „Wahnsinn! Wie schön das hier ist!“ 🙂

Nach ca. 5 km entdeckte ich eine schattige Bank unter einem Baum. Ein hervorragender Pausenplatz! Und ich saß noch gar nicht lange dort, als ein Fahrradfahrer auftauchte. Er fuhr bis zur Hangkante und beobachtete dort interessiert etwas. Ich wunderte mich schon, als er fragte „Hast du das hier gesehen?“

An der Hangkante gaben ein paar Bäume den Blick auf die darunterliegende Straße frei. Dort schob sich eine unfassbare Blechlawine von Autos die Bergstraße hoch. Anders: Es war Stau – nichts bewegte sich! Wir eruierten: DAS muss die Straße zur Loreley sein. Gut, dass ich nicht mit dem Auto zum Startpunkt fuhr … Ich hätte ebenfalls in der Blechlawine gestanden. Alles richtig gemacht! 😀

Loreley-Extratour: Felder, Wälder und Rhein-Blicke

Beschwingt darüber, dass ich zu Fuß unterwegs war und die Gegend genießen konnte, führte mich die Loreley-Extratour also weiter in ein kleines verwunschenes Wäldchen. Nach einiger Zeit gelangte ich über die historische Bornsmühle auf einen breiteren Forstweg, welcher mich später über ein weiteres Hochplateau in Richtung Bornich führte.

Auch hier genoss ich imposante Weitsichten: Der Taunus. Der Hunsrück. Der Rhein und das Rheintal. Dazu der einkehrende Frühling. Die zarten grünen Blätter, die ersten Blüten. Einfach traumhaft schön! 🙂

Hinter Bornich pflastern Aussichtspunkte den Wanderweg. Und ich hätte am liebsten an allen verweilt, wenn ich nicht gerade erst Pause gemacht hätte. 😉 Ob Aussichtspunkt Rheintal, Felsenkanzel oder Spitznack: Alle Orte luden zum Verweilen, gucken und erkunden ein … Schließlich wanderte ich auf einem idyllischen Weinbergsweg der Loreley entgegen.

Und ab dort war ich auch nicht mehr alleine. Die Loreley-Extratour läuft hier mit dem Rheinsteig zusammen. Ich traf zahlreiche Menschen, die ebenfalls auf dem Weg zur Loreley waren. Und sogar einige Wanderer, die die Runde andersrum gingen und mir zum zweiten Mal entgegenkamen. 🙂

Der mystische Loreley-Felsen

An der Loreley selbst war es schließlich brechend voll. Und dann erkannte ich auch den Grund für den Stau, den wir anfangs sahen: Es fand ein Mittelaltermark statt! Ich hörte von Leuten, die bis zu drei Stunden brauchten, um die Straße hochzufahren. Um beim Mittelaltermarkt hereingelassen zu werden, warteten sie weitere ein bis zwei Stunden. Unglaublich …

Mit anderen Worten: Menschenmassen schoben sich über das gesamte Loreley-Plateau. So beschloss ich: Ich war nicht zum letzten Mal hier, heute schenke ich mir DEN Aussichtspunkt!

Die schönste Jungfrau sitzet dort oben wunderbar;
ihr goldnes Geschmeide blitzet, sie kämmt ihr goldenes Haar.

Sie kämmt es mit goldenem Kamme und singt ein Lied dabei;
das hat eine wundersame, gewaltige Melodei.

Die Lorelei (Lied/Gedicht), Heinrich Heine

Auf dem Loreley-Plateau befindet sich ein breit angelegter Kultur- und Landschaftspark. Dort findet sich unter anderem eine Sommerrodelbahn, die Freilichtbühne, das Besucherzentrum und Gastronomie. Auf dem „Mythenpfad“ oder dem „Strahlenweg“ entdecken Wanderer die Loreley auf den Spuren von Sagen und Legenden. Im Besucherzentrum befinden sich mehrere Ausstellungen. Außerdem befindet sich natürlich der Aussichtspunkt mit dem Sitz der Loreley oben.

Eine Statue der Loreley gab es zum Zeitpunkt meiner Wanderung (April 2022) nur unten im Rhein, am Fuße des Felsens. Mittlerweile gibt es dort oben auf dem Plateau eine zweite: Seit April 2023 steht dort eine neue Loreley-Skulptur der Künstlerin Valerie Otte. Die untere, ältere Statue erreiche ich am Ende meiner Tour. 🙂

Traumschleife Mittelrhein Loreley
Blick auf die Loreley

Was bedeutet eigentlich „Ley“?

Ley (auch Lay, Lei oder Lai) ist eine alte, vor allem im rheinischen und niederdeutschen Sprachraum gebräuchliche Bezeichnung für einen Fels oder Felsvorsprung – auch Felswände, Felsabbrüche oder künstliche Felsen fallen darunter.

In meinem letzten Artikel über den Lahnwanderweg hörten wir schon von einigen „Leyen“: Die Wolfslei, die Pfingstlay, die Liebeslei.

Kurioser Abstieg zur Loreley-Statue am Rhein

Vom Plateau führt die Loreley-Extratour schließlich auf einem kleinen Pfad in die anliegenden Felder. Nach einer Weile entdecke ich mehrere Schilder, die auf einen schmalen Steig hinweisen, der nach rechts abgeht. Das eine Schild erklärt, dass dies der einzige Weg zum Rhein runter sei. Was die anderen Schilder besagen sollen? Wer weiß! :mrgreen:

Die angekündigten Elche blieben mir verborgen. Dafür stieg ich einen wunderbaren fast alpinen Steig zum Rhein ab und es taten sich immer wieder spektakuläre Aussichten auf. Wieder auf Rheinhöhe angekommen, führt ein kleiner Tunnel auf den Leinpfad direkt am Ufer. Die letzten ein- bis zwei Kilometer zurück zum Startpunkt schlendere ich daher gemütlich am Rhein zurück.

Ausblick auf den Rhein mit Burg Katz am Hang

Natürlich nicht, ohne vorher einen Blick auf die Loreley-Statue geworfen zu haben! 🙂 Sie befindet sich auf der Spitze der Hafendamm-Mole und du erblickst sie gleich nach dem Tunnelausstieg am Leinpfad. Um zur bronzenen Loreley-Statue zu kommen, musst du vom Weg abweichen und zunächst nach links gehen, um das Uferende der Hafendamm-Mole zu erreichen. Dort kannst du dann auf der Mole bis zur Statue gehen.

Wenn du dich nun aufmachen möchtest, um diese traumhaft schöne Wanderung ebenfalls zu begehen, findest du hier meine Basic-Packliste „Wandern“, mit allem, was du für eine Tagestour benötigst.

Die Loreley-Statue auf der Insel im Rhein

Warst du auch schon mal auf der Loreley-Extratour oder auf einer anderen Route an der Loreley wandern? Ich freue mich auf deinen Kommentar!

Mehr Touren und Ausflugstipps rund ums Mittelrheintal habe ich in der Kategorie Mittelrheintal für dich.


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FAQ Loreley-Extratour

Wie lang ist die Loreley-Extratour?

Rund 16 km mit etwa 460 Höhenmetern im Auf- und Abstieg. Die reine Gehzeit liegt bei etwa 3,5 Stunden.

Wo starte ich die Loreley-Extratour am besten?

Offiziell startet sie am Besucherzentrum Loreley. Ich bin stattdessen mit der Bahn nach St. Goar gefahren, mit der Fähre übergesetzt und direkt losgewandert – so umgehst du den zähen Loreley-Stau mit dem Auto (falls an diesem Tag dort eine Veranstaltung stattfindet).

Wie schwer ist die Loreley-Extratour?

Ich würde sie mittelschwer nennen: Auf den ersten 1,5 km geht’s gleich mit rund 250 Höhenmetern bergauf, danach wechseln sich Feld-, Wald- und Panoramawege ab.

Was bedeutet der Begriff „Ley“ im Namen Loreley?

„Ley“ (auch Lay, Lai oder Lei) ist eine alte rheinische Bezeichnung für einen Fels oder Felsvorsprung.

Wo finde ich die Loreley-Statuen?

Es gibt zwei: die ältere Bronzestatue von 1983 unten am Rhein auf der Hafenmole, und seit April 2023 eine zweite, neue Statue oben auf dem Loreley-Plateau. Die untere erreichst du am Ende der Tour gleich nach dem Tunnel am Leinpfad.

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2 Kommentare

  • Antworten
    kartenlegen
    20. April 2023 um 9:47

    ich habe gerade deinen Artikel über die Loreley Extratour gelesen und bin wirklich begeistert! Es war toll, deinen Bericht über diese wunderschöne Wanderung zu lesen und durch deine Bilder einen Einblick in die atemberaubende Landschaft zu bekommen.

    Besonders hat mir gefallen, wie du die einzelnen Etappen beschrieben hast und welche Sehenswürdigkeiten man auf dem Weg sehen kann. Auch deine persönlichen Erfahrungen und Empfehlungen haben mir sehr gut gefallen und machen den Artikel sehr authentisch.

    Durch deine Beschreibungen und Tipps bekomme ich sofort Lust, die Wanderung selbst zu machen und die Aussicht von der Loreley zu genießen.

    Insgesamt ein toller Artikel, der mir sehr gut gefallen hat und mich dazu inspiriert hat, selbst bald auf die Loreley Extratour zu gehen.

    Vielen Dank für deinen tollen Bericht und weiterhin viel Erfolg mit deinem Blog!

Jeder Weg hinterlässt Spuren

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