Zuletzt aktualisiert am 10. August 2026
Werbung // Handy in den Flugmodus, Kopf aus: Auf Koasa Trail Etappe 1 gehe ich mit einer Bergwanderführerin los, die auch Resilienztrainerin ist – und merke, wie anders sich Wandern anfühlt, wenn es kein festes Ziel gibt. 16,9 km von St. Johann in Tirol nach Griesenau, vorbei an einer Einsiedelei, hinauf zum Ursulablick und zur Bacheralm. Kommst du mit?
Koasa Trail Etappe 1: Das Wichtigste in Kürze
🥾 16,9 km von St. Johann in Tirol nach Griesenau – die erste der fünf Koasa-Trail-Etappen
🥾 937 Höhenmeter im Aufstieg und 743 im Abstieg – 6:45 Stunden Gehzeit
🥾 Schwierigkeit: mittel – der fordernste Teil ist der seilversicherte Aufstieg zum Ursulablick
🥾 Höchster Punkt: 1.268 m – wir selbst standen am Ursulablick auf 1.245 m und haben den Schatterkopf ausgelassen
🥾 Beste Zeit: Juni bis Oktober – dann sind die Etappen meist schneefrei
🥾 Die Highlights: Einsiedelei Maria Blut, Gmailkapelle, Ursulablick und die Bacheralm mit Kräuterfachfrau Gisela
Die Kennzahlen stammen vom Tourismusverband Kitzbüheler Alpen. Dort findest du auch die aktuellen GPX-Tracks zu allen fünf Etappen. Unterwegs war ich im Juni 2022 – Preise und Öffnungszeiten können sich seitdem geändert haben.
Der Koasa Trail ist ein 86 km langer Weitwanderweg in fünf Etappen, der St. Johann in Tirol einmal um das Massiv des Wilden Kaisers herum mit Wiesenschwang verbindet. Koasa Trail Etappe 1 ist die erste davon.
Hinweis: Dieser Blogartikel ist im Rahmen einer Pressereise des Tourismusverband Kitzbüheler Alpen entstanden. Kosten für Unterkunft, Verpflegung und Bergführer wurden durch den Tourismusverband Kitzbüheler Alpen übernommen.
Vielen Dank!
Meine Meinung bleibt davon natürlich unbeeinflusst.
Mein Ausflug nach Tirol startet mit einer achtstündigen Zugfahrt aus dem Ruhrpott. Kurz hinter München schlägt mein Herz höher: Ich entdecke die Wendelsteinregion, die Berge meiner „zweiten Heimat“. ❤️ Heute fahre ich aber nur daran vorbei – auf dem Weg in ein neues Abenteuer. 🙂
Ankunft in St. Johann und Übernachtungstipp: Hotel Alpin Tyrol
Am Bahnhof in St. Johann angekommen, laufe ich ein kurzes Stück durch das beschauliche Dorf. Mein Ziel, das Hotel Alpin Tyrol, liegt direkt an der „Kitzbüheler Ache“, einem kleinen Fluss, der gemütlich vor sich hinplätschert. Im Hotel beziehe ich meine wirklich schöne Stube. Unter anderem wurde das Bett aus Zirbenholz hergestellt, deshalb riecht es im ganzen Zimmer angenehm nach Zirbe! 🙂
Zum Glück habe ich noch ein bisschen Zeit, also genieße ich den Balkon und entspanne erst mal, bevor ich mich an die Hotelbar begebe, um meine Gastgeber und die anderen Teilnehmer kennenzulernen.
Später begrüßen uns der Tourismusverband und Jana von der organisierenden PR-Agentur an der Hotelbar. „Uns“, das sind die Reise-Journalisten Bernd und Clemens – und ich. Nach einem Getränk und gemütlichem Quatschen spazieren wir zum Abendessen ins Wirtshaus Post.
Das Wirtshaus ist eines der 20 KochArt-Betriebe, dementsprechend gespannt warten wir auf unsere Tiroler Köstlichkeiten:
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Balance am Berg: Raufgehen. Runterkommen. Bei sich ankommen.
Nach einem erholsamen Schlaf und einem leckeren Frühstück treffen wir am nächsten Morgen Elisabeth Klöbl. Sie ist Tiroler Bergwanderführerin und diplomierte Resilienztrainerin. Heute führt sie uns über die erste Etappe des Koasa Trails. Neben Infos zu besonderen Schauplätzen und der Region insgesamt wird sie uns außerdem einiges zum Thema „Achtsamkeit beim Wandern“ erzählen.
Bevor wir losgehen, erzählt Elisabeth uns, was es heißt, eine Auszeit zu nehmen, bei sich zu sein und das Schauspiel der Natur zu genießen. Daher schalten wir als Erstes unsere Smartphones in den Flugmodus (oder zumindest lautlos!), sind einfach mal für ein paar Stunden nicht erreichbar und lassen uns nicht von den Dingen ablenken, die am Handy so passieren.
Anschließend wandern wir mit langsamen und achtsamen Schritten los und lassen den Weg auf uns zukommen. Es gibt kein festgesetztes Ziel, das heute erreicht werden muss. Wir gehen, so lange es sich gut anfühlt, und lassen den Alltag ganz bewusst im Tal. Unterwegs konzentrieren wir uns auf die Natur und bemerken zum Beispiel die verschiedenen Untergründe, auf denen wir uns bewegen.
Von Orten der Stille und der Kraft
Die ersten, noch sachten Höhenmeter lassen nicht lange auf sich warten. Schließlich führt uns ein schmaler verwurzelter Pfad auf eine Lichtung. Dort entdecken wir ein uriges, mit Holzschindeln gedecktes Häuschen, mit kleinem Garten davor und einer kleinen Kapelle direkt am Haus: Die Einsiedelei Maria Blut (856 m). Seit über 300 Jahren wird dieser Ort von Menschen bewohnt, die Ruhe und Kraft in der Einsamkeit suchen.
Auf deutlich steileren Pfaden und über Holzstufen wandern wir weiter in Richtung Niederkaiserkamm. Auf 917 m erreichen wir die in Fels gebaute Gmailkapelle. Selbstverständlich denke ich sofort an die E-Mail-Konten einer bekannten Suchmaschine! Der Name der Kapelle hat aber nichts damit zu tun und ist vielmehr auf ein Gemälde zurückzuführen, das ursprünglich hier gestanden hat.
Von der Gmailkapelle aus genießen wir einen fantastischen Ausblick ins Tal. Wir kommen sogar zu dem Schluss, dass dies ein perfekter Ort wäre, um eine Bergpredigt zu halten. Elisabeth macht uns darauf aufmerksam, dass auch die letzten Alltagsgedanken, die wir vielleicht noch dabei haben, an diesem Kraftort ins Tal abgegeben werden können. Wir wollen sie auf unseren weiteren Weg nicht mehr dabei haben! 🙂
Ein schweißtreibender, aber sehr gesunder Aufstieg zum Ursulablick
Der Koasa Trail führt uns knackig weiter in die Höhe. Auf verwurzelten und teils ausgesetzten Pfaden, vorbei an mächtigen Felsen und über scheinbar niemals endende Stufen steigen wir höher und höher. An manchen Stellen hilft uns die eine oder andere Seilversicherung. Zwischendurch gibt der Wald imposante Ausblicke ins Tal frei.
Am Vorabend gab es ein kräftiges Gewitter. So bringen uns nicht nur die Temperatur und der Aufstieg ins Schwitzen, auch die Feuchtigkeit, die einfach noch überall sitzt, sorgt dafür, dass sich „alle Schleusen öffnen“. Elisabeth ist begeistert! Schwitzen sei schließlich auch ein Reinigungsprozess, sagt sie.
Die Waldluft, die wir dabei heute einatmen, ist besonders gesund: Im Sommer und vor allem nach Regen und Nebel ist die Konzentration der Terpene im Wald besonders hoch. Terpene sind Duftstoffe, die von Bäumen und Pflanzen produziert werden. Sie reduzieren Stresshormone, senken den Blutdruck und stärken die Abwehrkräfte – das zeigen die Studien des japanischen Umweltmediziners Qing Li, der die Wirkung der Waldluft seit Jahrzehnten erforscht.
Wenn dich interessiert, was Wandern sonst noch mit Körper und Kopf macht, habe ich das an anderer Stelle gesammelt.
Schließlich kommen wir auf dem Gebirgskamm unterhalb des „Wilden Kaisers“ an. Der Niederkaiserkamm. Geschafft! Mit nur noch leichtem Auf und Ab führt uns der Koasa Trail nun durch einen beschaulichen Mischwald über den Höhenzug. Der Wald gibt immer wieder Ausblicke in alle Richtungen frei. Seine Majestät, der „Koasa“, versteckt sich jedoch in Wolken …
Nach einem weiteren kleinen Aufstieg erreichen wir den Ursulablick (1.245 m), den höchsten Punkt am heutigen Tage. Den Schatterkopf (1.274 m), auf den der Koasa Trail eigentlich führen würde, schenken wir uns. Stattdessen legen wir vor dieser Kulisse eine ausgiebige Rast ein und genießen die Aussicht. Vom Ursulablick aus können wir sogar das riesige Jakobskreuz auf der Buchsteinwand gut erkennen.
Lese-Tipp: Bloggerkollege Sven (The Backpacker) war zeitgleich im Nachbarort unterwegs und schrieb über seine Wanderung zum Jakobskreuz.
Auf der Bacheralm: Kräuterlimo statt Kräutergarten
Ehe wir uns versehen, befinden wir uns beim Abstieg. Diesen bewältigen wir deutlich schneller und einfacher als den Aufstieg. 🙂 Und es dauert auch nicht lange, bis wir die Bacheralm (977 m) entdecken. Dort essen wir heute zu Mittag.
Die Bacheralm ist eine wirklich hübsche Kräuteralm, die im Sommer von einem Ehepaar bewohnt wird. Die Sennerin und Kräuterfachfrau Gisela zieht in ihrem Alm-Garten zahllose Kräuter heran, die zu Speis und Trank verarbeitet werden.
Eigentlich hätten wir mit Gisela durch ihren Kräutergarten gehen sollen. Aber der Aufstieg hat uns mehr abverlangt als geplant, und als wir ankommen, ist sie längst mit einer anderen Gruppe unterwegs. Unsere Führung ist futsch. Bleibt das Essen – und das entschädigt.
Wir jausen dort Pfefferminz- und Holunderlimo, Wildkräutersuppe und andere Köstlichkeiten. Und es ist richtig lecker und erfrischend! 🙂


Über Gassteig zum Fußbad im Bach
Auf der Alm ist es so gemütlich, dass es uns schwerfällt, wieder loszugehen. Aber: Wir haben noch ein paar Kilometer vor uns! Grandiose Ausblicke auf den „Koasa“, idyllische Ruhe, Teiche und ein Wäldchen, das wir über Holzstege durchqueren, begleiten uns auf dem Weg nach Gassteig.
Von dort geht es auf einem Forstweg noch einmal etwas bergauf. Kurz vor dem Ende der Etappe in Griesenau pausieren wir noch einmal an einem Gebirgsbächlein: Schuhe aus und rein! 🙂



Übernachtungstipp: Sentido alpenhotel Kaiserfels in St. Johann
In Griesenau holt uns ein Taxi ab und bringt uns ins Sentido alpenhotel Kaiserfels in St. Johann. Unser Gepäck wartet bereits an der Rezeption. Zur Begrüßung steht ein kleiner, selbstgebackener Kuchen mit Obst obenauf für uns bereit. Sehr liebevoll gemacht – und er schmeckt auch so. Mit Aussicht auf Dusche, Sauna und Whirlpool verabschieden wir uns bis zum Abendessen. 🙂
Mein wirklich großzügiges und modern eingerichtetes Zimmer lässt mich durch die großen Panoramafenster direkt auf das Kitzbüheler Horn schauen. Wow! Das Hotel liegt außerdem an der Gondelbahn Eichenhof und bietet damit direkten Einstieg in das Ski- und Sportparadies St. Johann.



Wo kann man auf Koasa Trail Etappe 1 einkehren?
Verlass dich auf dieser Etappe besser nicht darauf, unterwegs etwas zu bekommen. Es gibt nur eine einzige Möglichkeit – und die ist keine Hütte mit Öffnungszeiten.
- Bacheralm (977 m) – im Sommer lebt hier ein Ehepaar. Einen Gastbetrieb im eigentlichen Sinn gibt es nicht, es steht auch keine Speisekarte an der Wand. Wer aber durstig und hungrig ankommt, geht selten leer wieder weg: Meist findet sich etwas, solange der Vorrat reicht. Bei uns waren das Wildkräutersuppe von Sennerin und Kräuterfachfrau Gisela und eine Pfefferminzlimo. Die Alm liegt kurz vor Griesenau, du erreichst sie also erst gegen Ende des Tages.
Pack dir deshalb genug zu trinken und etwas zu essen ein – besonders an heißen Tagen.
Anreise nach St. Johann in Tirol
- Bahn: Giselabahn (Linie 201) bis Bahnhof St. Johann in Tirol
- Bus: Linien 4000, 4012, 4060 und 8301 bis Haltestelle St. Johann in Tirol Bahnhof
- Okto Wanderbus: Linien 1-4 bis Haltestelle Steinlechnerparkplatz
Rückweg von Griesenau nach St. Johann
- Bus: Die Linie 4000 bedient beide Orte – Haltestelle Kirchdorf in Tirol Griesenau am Ziel, Haltestelle St. Johann in Tirol Bahnhof am Start
- Okto Wanderbus: Linien 1 und 5 ab Haltestelle Griesenau / Kaiserbachtal
Wir sind damals mit dem Taxi zurück nach St. Johann gefahren.
Orientierung unterwegs
Der Koasa Trail ist mit seinem Schriftzug markiert – achte unterwegs auf die Wegweiser mit dem Namenszug, dann findest du gut über die Etappe.
Wie es weitergeht
In Griesenau beginnt Etappe 2 des Koasa Trails. Wer den kompletten Weitwanderweg gehen möchte, kann ihn als Mehrtagestour mit Gepäcktransport buchen – alle fünf Etappen, Unterkünfte und Pauschalpreise findest du in meiner Übersicht zum Koasa Trail.
Mein Fazit zu Etappe 1 des Koasa Trails
Das mit dem Flugmodus war für mich nichts Neues. Ich schalte das Handy beim Wandern fast immer weg – zum einen, weil ich nicht ständig abgelenkt werden will, zum anderen aus einem ganz unromantischen Grund: Wo es keinen Empfang gibt, sucht das Handy pausenlos danach und zieht mir den Akku leer.
Neu war etwas anderes. Elisabeth sagte, wir lassen den Alltag ganz bewusst im Tal. Nicht: Denk mal an was Schönes. Sondern: Was du an Konflikten, Aufgaben und offenen Fragen mit dir herumträgst, bleibt heute unten. Und stattdessen achtest du auf das, was gerade wirklich da ist – die Farben, die Geräusche, der Untergrund unter deinen Sohlen, der alle paar Minuten wechselt.
Ich bin an diesem Tag anders gegangen als sonst.
Heute weiß ich, was das war. Wahrnehmen und benennen, was gerade da ist – das holt dich zurück ins Hier und Jetzt. Ich setze diese Technik inzwischen selbst im Coaching ein, und sie funktioniert überall: am Schreibtisch, in der Warteschlange, mitten im Streit. Der Berg macht es nur besonders leicht, weil er so viel anbietet, das man wahrnehmen kann.
Damals war ich noch nicht Coach. Ich habe es einfach gemacht, weil die Bergwanderführerin es gesagt hat, und gemerkt, dass es wirkt. Dass ich trotzdem nicht jede Technik empfehle, die ich kenne, habe ich an anderer Stelle aufgeschrieben: warum ich beim Journaling zurückhaltend bin.
Und das ist vielleicht das Schönste an dieser Etappe: Du brauchst dafür keinen Kurs und keine Anleitung. Du brauchst einen Weg, ein paar Stunden und die Entscheidung, den Alltag im Tal zu lassen. Der Rest passiert von allein.
Hast du das schon mal ausprobiert – bewusst ohne den Kopf voller Alltag loszugehen? Erzähl mir davon in den Kommentaren!
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FAQ Koasa Trail Etappe 1
Etappe 1 führt in 16,9 Kilometern von St. Johann in Tirol nach Griesenau. Dabei sind 937 Höhenmeter im Aufstieg und 743 im Abstieg zu bewältigen, der Tourismusverband Kitzbüheler Alpen gibt eine Gehzeit von 6:45 Stunden an. Der höchste Punkt liegt bei 1.268 Metern.
Die Etappe gilt als mittelschwer. Der fordernde Teil ist der Aufstieg zum Ursulablick auf 1.245 Meter, an dem es Seilversicherungen gibt. Kondition für knapp sieben Stunden Gehzeit und Trittsicherheit solltest du mitbringen, technisch schwierige Passagen gibt es aber nicht.
Unterwegs gibt es nur die Bacheralm auf 977 Metern – und die ist offiziell kein Gastbetrieb. Im Sommer lebt dort ein Ehepaar, das Wanderer meist versorgt, solange der Vorrat reicht. Verlassen solltest du dich darauf nicht: Nimm genug zu trinken und etwas zu essen mit.
Die Buslinie 4000 bedient beide Orte, in Griesenau die Haltestelle Kirchdorf in Tirol Griesenau, in St. Johann den Bahnhof. Dazu fährt der Okto Wanderbus mit den Linien 1 und 5 ab Griesenau / Kaiserbachtal. Wir sind damals mit dem Taxi zurückgefahren.
Nein, der Weg ist markiert und lässt sich gut allein gehen. Ich war mit Bergwanderführerin Elisabeth unterwegs, die auch Resilienztrainerin ist – dadurch wurde aus der Wanderung mehr als eine Streckenbewältigung. Wenn dich dieser Ansatz interessiert, lohnt sich eine geführte Tour.






















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