Coaching

Das umfassende Coaching-Glossar: 40 + Begriffe aus Persönlichkeitsentwicklung und Coaching, die ich in meiner Arbeit wirklich benutze

Steinmännchen aus rosa und grauen Felsplatten vor unscharfem Tal – Titelbild Coaching-Glossar

Zuletzt aktualisiert am 11. August 2026

Was ist eigentlich ein Glaubenssatz? Was passiert bei einem Trauma Bond? Und warum hört das Gedankenkarussell nicht auf, egal wie oft du dir vornimmst, nicht mehr daran zu denken? In meinem Coaching-Glossar erkläre ich dir über 40 Begriffe aus Coaching und Persönlichkeitsentwicklung – ohne Fachchinesisch und ohne Küchenpsychologie.


Coaching-Glossar: Das Wichtigste in Kürze

Ein Coaching-Glossar erklärt die Fachbegriffe, die in Coaching und Persönlichkeitsentwicklung ständig fallen – hier über 40, in meinen eigenen Worten.

Viele dieser Begriffe werden schludrig benutzt: „toxisch“ ist keine Diagnose, „loslassen“ keine Handlung, „Egoismus“ selten das, was gemeint ist.

Auch die Begriffe, die dir sonst kaum irgendwo erklärt werden: innerer Bodyguard, Wachstumsgeschenke, Gedankenkarussell.

Coaching ist keine Therapie. Wo eine psychische im Raum steht, gehört die Arbeit in fachliche Hände – das steht bei jedem betroffenen Begriff dabei.

Du musst nicht von oben nach unten lesen: Spring über das Inhaltsverzeichnis direkt zu deinem Begriff.

Wenn du auf einem Berggrat unterwegs bist, findest du manchmal ein Steinmännchen. Jemand war vor dir da, hat Steine aufeinandergesetzt und damit gesagt: Hier geht’s lang. Genau das soll dieses Coaching-Glossar sein.

Ich schreibe hier seit 2014 übers Wandern – und seit meiner Coaching-Ausbildung auch über das, was innen passiert. Dabei benutze ich Wörter, die für mich selbstverständlich geworden sind. Glaubenssatz. Muster. Trauma Bond. Für dich vielleicht nicht. Und nichts ist ärgerlicher, als mitten in einem Text über ein Wort zu stolpern und dann erst mal woanders nachschlagen zu müssen.

Dazu kommt: Ein Teil dieser Coaching-Begriffe wird in meiner Branche ziemlich schludrig benutzt. „Toxisch“ für jeden, der einem mal blöd gekommen ist. „Loslassen“ als Ratschlag, der genau nichts erklärt. Deshalb steht hier nicht nur, was ein Wort bedeutet, sondern auch, was ich damit meine – und an welchen Stellen ich anderer Meinung bin als der Rest der Coaching-Welt.

Du musst das hier nicht von oben nach unten lesen. Spring über das Inhaltsverzeichnis direkt zu dem Begriff, der dich hergeführt hat. Wo es einen ausführlichen Artikel von mir gibt, verlinke ich ihn unter dem Eintrag.

Und wenn dir ein Begriff aus Coaching oder Persönlichkeitsentwicklung fehlt: Schreib mir. Dann kommt er rein. 🙂

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BalancePfad

BalancePfad ist mein gruppenbasiertes Online-Coaching für outdoor-affine Frauen ab 35+. In einem geschützten Rahmen arbeitest du Schritt für Schritt daran, deine Muster nicht nur zu erkennen, sondern wirklich aufzulösen. Der Name ist kein Zufall: Ein Pfad ist schmal, manchmal wackelig, und man geht ihn Schritt für Schritt – nicht in einem großen Sprung. Genau so arbeite ich auch. Es geht nicht darum, dass nach einer Session alles anders ist, sondern darum, dass du anfängst, dich selbst zu verstehen. Und dann weitergehst. Hier kannst du dich auf die Warteliste für BalancePfad eintragen.


Blockade, emotional

Eine emotionale Blockade ist ein Gefühl, das gegen deine eigene Absicht arbeitet. Wenn du etwas eigentlich willst – und trotzdem nicht losgehst. Du weißt, was zu tun wäre. Du hast es dir hundertmal vorgenommen. Und dann passiert es doch wieder nicht.

Das ist es, was ich mit einer emotionalen Blockade meine: nicht fehlende Disziplin, sondern ein Gefühl, das gegen deine Absicht arbeitet. Meistens ein altes. Meine Erfahrung ist, dass hinter so einer Blockade fast immer ein Verhaltensmuster steckt, das früher mal Sinn gemacht und dich geschützt hat – nur eben in einer anderen Zeit deines Lebens.

Mehr dazu: Coaching funktioniert nicht? Lies hier, wie es trotzdem klappt


Clarifying Relationship

Ein Coaching-Prozess aus meiner Ausbildung. Er gehört zu den Prozessen, in denen wir mit der inneren Stimme arbeiten.

Worum es geht: eine Beziehung zu klären und zu harmonisieren. Und zwar jede Art von Beziehung – zu einem Menschen genauso wie zu etwas, das keine Person ist. Nicht schönreden, nicht so tun, als wäre nichts gewesen. Sondern klären, was zwischen euch steht – damit wieder etwas Gutes möglich ist.

Das Besondere daran: Der andere (sofern es um eine Person geht) muss dafür nichts tun. Er muss nicht dabei sein, nicht einsichtig werden, sich nicht entschuldigen und noch nicht mal wissen, dass es diesen Prozess gibt.

Wenn der Prozess erfolgreich durchlaufen wurde, herrscht zwischen den Beteiligten ein Zustand von Wohlfühlen, Sich-angezogen-Fühlen oder auch inniger Freude – wenn man sich sieht, hört oder fühlt.

Wichtig zur Einordnung: Das ist Coaching, keine Traumatherapie. Ich arbeite damit mit Menschen, die im Alltag stabil sind und einen konkreten Punkt klären wollen. Wo eine Traumafolgestörung im Raum steht, gehört die Arbeit in therapeutische Hände – siehe Coaching und Therapie.


Co-Abhängigkeit

Wenn dein eigenes Befinden davon abhängt, wie es dem anderen geht – und du dein Leben danach ausrichtest, ihn zu stabilisieren. Du beobachtest seine Stimmung wie das Wetter. Du gleichst aus, entschuldigst, deckst zu, hältst zusammen.

Der Begriff kommt ursprünglich aus der Suchtkrankenhilfe und beschrieb Angehörige von Alkoholkranken. Heute wird er breiter benutzt, für viele Formen von Beziehungen, in denen einer sich selbst aufgibt, um das eigene Leben nach jemand anderem zu richten.

Was ich daran wichtig finde: Von außen sieht Co-Abhängigkeit aus wie Fürsorge, manchmal wie Liebe. Von innen ist sie oft Kontrolle – der Versuch, durch das eigene Verhalten Sicherheit herzustellen, die es so nicht gibt. Und sie kostet die Beziehung zu sich selbst.

Der Begriff ist keine Diagnose, sondern eine Beschreibung eines Verhaltensmusters. Wo eine Suchterkrankung im Spiel ist, gehört das in fachliche Begleitung, zum Beispiel bei einer Suchtberatungsstelle.


Coach (die Berufsbezeichnung)

Hier wird es kurz unbequem, aber ehrlich: „Coach“ ist in Deutschland keine geschützte Berufsbezeichnung. Jeder darf sich so nennen. Ohne Ausbildung, ohne Prüfung, ohne irgendwas.

Deshalb finde ich es wichtig, dass du weißt, wen du vor dir hast. Ich habe 2024 die Ausbildung zur VAK- und Impuls-Coach bei Damian Richter und Sandy Simon gemacht. Das ist eine private Ausbildung, kein staatlicher Abschluss – so ist das in der gesamten Branche.

Wenn du dir jemanden suchst: Frag nach der Ausbildung. Frag, wie gearbeitet wird. Und schau, ob dir wohl dabei ist. Ein gutes Erstgespräch beantwortet das meistens von selbst.


Coaching und Therapie

Das ist der Unterschied, der mir am wichtigsten ist – und den ich in jedem Erstgespräch anspreche.

Coaching arbeitet mit Menschen, die im Alltag zurechtkommen und an einem konkreten Punkt weiterwollen. Psychotherapie behandelt Erkrankungen. Das ist keine Rangfolge, sondern ein anderer Auftrag: Eine Therapeutin darf und kann Dinge, die ich nicht darf und nicht kann.

Heißt konkret: Ich stelle keine Diagnosen. Ich behandle nichts. Und wenn im Gespräch klar wird, dass jemand therapeutische Unterstützung braucht, sage ich das – auch wenn es bedeutet, dass wir nicht zusammenarbeiten.

Eine Grenze ist dabei eindeutig: Sobald Psychopharmaka im Spiel sind, darf ich nicht mit dir arbeiten. Deshalb frage ich im Erstgespräch nach Medikamenten. Ansehen kann ich es dir nicht – ich bin darauf angewiesen, dass du mir alles sagst. Nicht aus Neugier, sondern weil es darüber entscheidet, ob ich überhaupt anfangen darf.

Wo eine psychische Erkrankung im Raum steht, ist eine Ärztin, eine Psychotherapeutin oder eine Beratungsstelle die richtige Adresse. Nicht ich. Wenn du gerade nicht weißt, wohin: Der erste Weg führt über deine Hausärztin oder den Psychotherapie-Terminservice der Kassenärztlichen Vereinigung (Telefon 116117).

Und wenn es dir gerade wirklich schlecht geht und du sofort jemanden zum Reden brauchst: Die Telefonseelsorge ist rund um die Uhr, kostenlos und anonym erreichbar unter 0800 111 0 111 oder 0800 111 0 222.

Mehr dazu: Coaching funktioniert nicht? Welche Voraussetzungen es braucht


Egoismus

Egoismus bedeutet, den eigenen Vorteil auf Kosten anderer zu maximieren. So ist das Wort gemeint, und so benutze ich es auch.

Nur wird das Wort selten so benutzt. Meistens fällt es dann, wenn jemand etwas für sich selbst tut – Nein sagt, absagt, sich Ruhe nimmt. „Ich will ja nicht egoistisch sein.“ Damit hat das nichts zu tun.

Deshalb finde ich es wichtig, die beiden Dinge auseinanderzuhalten – siehe gesunder Egoismus.


Egoismus, gesunder

Für dich sorgen, ohne anderen zu schaden. Das ist der ganze Unterschied.

Gesunder Egoismus heißt: Ich darf müde sein. Ich darf Nein sagen. Ich darf etwas brauchen, ohne es vorher durch Leistung verdient zu haben – und ohne mich zu rechtfertigen. Dieses Recht musst du dir nicht verdienen, du hast es längst.

Was mir dabei geholfen hat, war eine ziemlich unromantische Erkenntnis: Aufopferung ist nicht großzügig, sondern auf Dauer teuer – für alle. Wer sich selbst dauerhaft übergeht, wird nicht selbstloser, sondern erschöpft, dünnhäutig und irgendwann still wütend. Das merken die anderen, auch wenn du es nie aussprichst.

Umgekehrt genauso: Wenn du weißt, was du brauchst, und dafür eintrittst, bist du präsenter und mehr du selbst – in der Partnerschaft, in Freundschaften, bei der Arbeit. Du gibst dann nicht mehr aus Pflicht, sondern aus Fülle. Deshalb ist gesunder Egoismus am Ende ein Geschenk an alle Menschen in deinem Leben.

Ich stehe für Selbstfürsorge statt Aufopferung. Nicht, weil das schöner klingt – sondern weil ich beides ausprobiert habe. 🙂

Übrigens: Wer dich als egoistisch bezeichnet, wenn du zum ersten Mal eine Grenze setzt, sagt damit mehr über sich selbst aus, als über dich.


Einzelcoaching und Gruppencoaching

Die Frage bekomme ich oft: Was bringt mir mehr?

Im Einzelcoaching geht es nur um dich. Dein Tempo, dein Thema, keine Rücksicht auf andere. Das ist der direktere Weg, wenn du genau weißt, woran du arbeiten willst.

Im Gruppencoaching kommt etwas dazu, das es allein nicht gibt. Du sitzt da, schaust jemand anderem bei seinem Prozess zu – und plötzlich schnürt es dir selbst den Hals zu. Bei einem Thema, von dem du keine Ahnung hattest, dass es deins ist. Die Gruppe zeigt dir Sachen, die du allein nie gefunden hättest, weil du gar nicht danach gesucht hast. Ich habe das selbst erlebt und arbeite auch deshalb so gern in Gruppen.

Dazu kommt: Zu merken, dass es anderen genauso geht, nimmt einem eine Menge Scham.

Unterschiedlich teuer, unterschiedlich tief, unterschiedlich schnell. Beides hat seinen Platz. 🙂


Emotionale Freiheit

Mein Coachingziel, in zwei Worten. Emotionale Freiheit ist die Fähigkeit, die eigenen Gefühle bewusst wahrzunehmen, anzunehmen und zu steuern – statt blind von ihnen oder von äußeren Umständen beherrscht zu werden.

Das heißt ausdrücklich nicht, dass du nichts mehr fühlst oder alles an dir abperlt. Das wäre Abstumpfung, nicht Freiheit.

Sie bedeutet inneren Frieden, weil du die Verantwortung für dein eigenes Wohlbefinden übernimmst und dich aus alten Mustern löst – und aus der Abhängigkeit davon, was andere über dich denken. Du sagst Nein, ohne tagelang daran zu kauen.

Kurz: Du hast wieder die Wahl. Die alten Muster laufen nicht mehr automatisch mit, und das gibt Raum für Erfahrungen, die vorher nicht möglich waren.

Nicht zu verwechseln mit der Emotional Freedom Technique (EFT), dem Klopfen bestimmter Punkte am Körper. Der Name ähnelt sich, gemeint ist etwas anderes.


Erstgespräch

Ein kostenloses Kennenlerngespräch, bevor irgendwas gebucht wird. Kein Coaching, kein Verkaufsgespräch – ein Gespräch.

Du erzählst, worum es geht. Ich sage dir ehrlich, ob ich die Richtige dafür bin. Manchmal ist die Antwort nein, und das ist völlig in Ordnung. Ich habe selbst Coachings erlebt, in denen ich mich nicht gut aufgehoben gefühlt habe. Genau das will ich niemandem antun.


Gaslighting

Wenn jemand dich systematisch an deiner eigenen Wahrnehmung zweifeln lässt. „Das habe ich nie gesagt.“ „Du übertreibst.“ „Du bildest dir das ein.“ Nicht einmal, sondern immer wieder, bis du anfängst, dir selbst nicht mehr zu trauen.

Es funktioniert aber auch andersherum, und das wird selten beschrieben: Jemand erzählt dir permanent das, was du hören willst. Versprechungen, Bestätigung, die passenden Antworten – und baut dir damit eine Realität auf, die es so gar nicht gibt. Das fühlt sich zunächst gut an. Und macht es umso schwerer zu merken, dass etwas nicht stimmt.

Genau deshalb ist es so wichtig, nicht darauf zu achten, was jemand sagt, sondern darauf, was jemand tut. Passen Aussage und Handlung zusammen? Worte lassen sich beliebig formen. Das Verhalten verrät, was wirklich gilt.

Das Wort stammt aus einem Theaterstück von 1938 und dem Film danach: Ein Ehemann dimmt heimlich die Gaslampen und behauptet dann, seine Frau sehe Gespenster.

Wie bei „toxisch“ gilt auch hier: Das beschreibt ein Verhalten, keine Persönlichkeit, und es ist keine Diagnose. Nicht jeder Widerspruch ist Gaslighting – Menschen erinnern Dinge tatsächlich unterschiedlich. Das Kennzeichen ist die Wiederholung und ihr Ergebnis: Du fängst an, Gespräche mitzuschneiden oder Notizen zu machen, um dir selbst beweisen zu können, dass du dir nichts einbildest. Wenn du an diesem Punkt bist, brauchst du keine Definition mehr.


Gedankenkarussell

Ein Gedankenkarussell ist eine Denkschleife, die sich nicht durch Nachdenken auflösen lässt, weil ihr Antrieb ein ungelöstes Gefühl ist. Dieselben Gedanken, wieder und wieder, meistens abends und meistens zu einem einzigen Thema. Was er gesagt hat. Was du hättest antworten sollen. Warum jemand so handeln konnte. Du drehst die Sache von allen Seiten, kommst zu keinem Ergebnis – und fängst am nächsten Tag von vorne an.

Was viele dabei falsch verstehen: Das ist kein Denkproblem. Der Kopf sucht nicht nach einer Antwort, weil ihm eine Information fehlt. Er sucht, weil ein Gefühl noch offen ist. Wut, Groll, Enttäuschung, Traurigkeit – solange die da sind, liefern sie den Treibstoff, und der Verstand macht daraus Runden.

Deshalb funktioniert auch nichts von dem, was einem üblicherweise geraten wird. Nicht daran denken. Ablenken. Eine Liste schreiben. Das alles setzt am Denken an, obwohl das Problem eine Ebene tiefer liegt.

Meiner Erfahrung nach hört das Karussell nicht auf, weil du endlich verstanden hast. Es hört auf, wenn das Gefühl aufgelöst ist. Danach kannst du dieselbe Situation ansehen und denken: Ja, so war es. Ohne dass sich etwas in dir zusammenzieht und dass du es noch etliche Male durchdenken musst.

Siehe auch Vergebung und Trauma Bond.


Glaubenssatz

Ein Satz über dich selbst, den du für die Wahrheit hältst. „Ich bin nicht gut genug.“ „Ich muss erst leisten, dann darf ich.“ „Wenn ich Nein sage, mögen die mich nicht mehr.“

Das Fiese daran: Ein Glaubenssatz fühlt sich nicht wie eine Meinung an, sondern wie eine Tatsache. Deshalb überprüft man ihn nie. Man richtet sein Leben danach ein.

Die meisten dieser Sätze sind uralt und stammen nicht mal von dir selbst. Irgendwer hat sie mal gesagt, du warst klein, und dein System hat sie abgespeichert. Ich sage dazu gerne: Glaube keinem deiner Gedanken, es könnte sein, dass es nicht dein eigener ist.

Was mir geholfen hat, ist nicht das Wegdiskutieren – das funktioniert nämlich nicht. Sondern erst mal überhaupt zu bemerken, dass da ein Satz läuft. Das ist der ganze erste Schritt.


Grenzen, persönliche

Die Linie zwischen dem, was für dich okay ist, und dem, was nicht mehr. Sie betrifft Zeit, Nähe, Körper, Themen, Tonfall – alles, wo jemand dir zu nahe kommen kann.

Ein Missverständnis, das ich lange selbst hatte: Eine Grenze ist keine Forderung an den anderen. Sie ist eine Aussage darüber, was du tust. Nicht „Du darfst nicht so mit mir reden“, sondern „Wenn der Ton so wird, lege ich auf.“ Der Unterschied klingt klein, macht in der Praxis aber alles aus – denn das eine kannst du durchsetzen, das andere nicht.

Wo eine Grenze fehlt, merkst du das meistens am Körper, bevor du es denkst: dieses Ziehen im Bauch, wenn das Telefon klingelt und du schon weißt, wer dran ist.

Und ja, die ersten Male fühlt es sich falsch an. Das ist normal und kein Hinweis darauf, dass du etwas Unfaires tust – siehe innerer Bodyguard.


Impostor-Syndrom

Das Gefühl, eigentlich gar nicht zu können, was du tust – und dass es bald jemand merkt. Auch dann, wenn du objektiv gut bist und Belege dafür hast.

Kenne ich sehr gut, danke der Nachfrage. 🙂 Es ist kein Krankheitsbild, sondern ein verbreitetes Erleben, das besonders oft Frauen beschrieben haben. Der Fachbegriff geht auf die Psychologinnen Pauline Clance und Suzanne Imes zurück, die es Ende der 1970er erstmals untersucht haben.


Impuls-Coach / VAK-Coach

Meine Ausbildungen, beide 2024 abgeschlossen. VAK steht für visuell, auditiv, kinästhetisch – also dafür, über welchen Sinneskanal ein Mensch Dinge vor allem verarbeitet und abspeichert.

Beide Ansätze arbeiten über das Spüren und Visualisieren. Zur Ausbildung gehört von Anfang an, dass man jeden Prozess selbst erlebt und ihn selbst gibt. Beides, immer wieder. Das ist auch das, was mich überzeugt hat.


Innerer Bodyguard

Mein Lieblingsbild dafür, was passiert, wenn du etwas Neues wagen willst.

Dein innerer Bodyguard ist der Teil von dir, der dich beschützen will. Sein Mittel dafür ist Angst. Sobald du etwas Neues anfangen willst, schickt er sie los: die Angst, dich zu blamieren. Die Angst, dass es schiefgeht. Die Angst, abgelehnt zu werden oder allein dazustehen.

Das fühlt sich nicht wie eine Warnung an, sondern wie eine Tatsache. Und weil Angst überzeugender ist als jedes Argument, findet er meistens auch gleich die passenden Gründe dazu.

Das Entscheidende: Er ist nicht dein Feind. Er macht seinen Job. Er hält dich in dem Bereich, den er kennt, weil bekannt für ihn gleich sicher ist. Nur dass „sicher“ und „gut für dich“ eben nicht dasselbe sind.

Genau hier setzt der VAK-Prozess an: Das Gewünschte, das bisher unbekannt ist, wird bekannt gemacht. Damit fällt der Grund für die Angst weg – und der Bodyguard wird vom Bremser zum Verbündeten.

Mehr dazu: Komfortzone verlassen: Warum du dich selbst blockierst


Innerer Kritiker

Die strenge Stimme im Kopf, die bewertet. Sie wertet deine Leistungen ab, verurteilt Fehler hart und produziert Sätze wie „Ich bin nicht gut genug“ oder „Das schaffe ich sowieso nie“. Typisch sind unrealistische Ansprüche und ständige Selbstzweifel.

Wichtig ist mir die Abgrenzung zum inneren Bodyguard, weil die beiden gern in einen Topf geworfen werden. Der Bodyguard beschützt dich, indem er dir Angst schickt, bevor du etwas Neues anfängst. Der Kritiker bewertet dich – vorher, mittendrin und hinterher. „Das schaffst du nie“ kommt vor dem ersten Schritt, „hab ich’s doch gewusst“ danach.

Auch der Kritiker war ursprünglich ein Schutz. Er entsteht früh, oft dadurch, dass die kritischen Stimmen von Bezugspersonen oder die Erwartungen aus dem Umfeld übernommen werden. Sein unbewusstes Ziel: durch Härte vor Ablehnung, Strafe oder Ausschluss bewahren. Wer sich selbst schon schlechtmacht, kann von außen nicht mehr überrascht werden.

Heute schießt er damit meistens weit über das Ziel hinaus und blockiert genau das Selbstvertrauen, das er schützen wollte.

Was hilft, ist nicht der Kampf gegen ihn:

  • Beobachten statt bekämpfen. Die Stimme wahrnehmen, ohne sie sofort für die Wahrheit zu halten.
  • Distanz schaffen. Erkennen, dass dieser strenge Anteil nur ein Teil von dir ist – nicht du.
  • Selbstmitgefühl entwickeln. Auf eigene Fehler so reagieren, wie du auf die Fehler einer Freundin reagieren würdest.

Meistens erkennst du ihn übrigens daran, dass er nicht in deiner eigenen Stimme spricht.


Inneres Kind

Eine psychologische Metapher für die Gefühle, Erinnerungen und Prägungen aus deiner eigenen Kindheit, die in dir gespeichert sind. Dazu gehören die schönen Seiten – Lebensfreude, Neugier, Unbeschwertheit – genauso wie die verletzten Anteile und Ängste. Beides steuert dein Verhalten als Erwachsene bis heute mit, meistens ohne dass du es merkst.

In meiner Arbeit gehen wir davon aus, dass es nicht ein inneres Kind gibt, sondern viele. Bei jeder Verletzung ist eines stehengeblieben – in dem Alter, in dem es passiert ist.

Es sitzt dort wie an einer Bushaltestelle und wartet darauf, dass du es siehst und abholst. Das heißt: dass die dazugehörige Erfahrung aufgelöst wird. Solange das nicht passiert, wartet es weiter. Und meldet sich immer dann, wenn im Heute etwas an das Damals erinnert.

Unverheilte Verletzungen zeigen sich im Erwachsenenalltag oft an denselben Stellen: übermäßige Empfindlichkeit bei Kritik oder Ablehnung. Das Gefühl, es allen recht machen zu müssen. Schwierigkeiten, gesunde Grenzen zu setzen. Und Beziehungskonflikte, die sich wiederholen – siehe (Verhaltens)Muster.

Wenn du in einer Situation reagierst wie eine Sechsjährige, obwohl du erwachsen bist, ist meistens dieser Teil am Zug. Nicht weil du unreif wärst, sondern weil in dem Moment eine sehr alte Erfahrung mitschwingt.

Die Arbeit mit dem inneren Kind schlägt eine Brücke zwischen damals und heute, in drei Schritten:

  • Erkennen. Alte Glaubenssätze und emotionale Auslöser im Alltag bewusst wahrnehmen.
  • Annehmen. Sich den verletzten Anteilen zuwenden – mitfühlend, aus der Perspektive der starken Erwachsenen, die du inzwischen bist.
  • Auflösen. Destruktive Muster Schritt für Schritt auflösen und innere Sicherheit gewinnen.

Ich arbeite mit diesem Bild, weil es meiner Überzeugung entspricht: Der größte Teil unseres Innenlebens ist vor dem siebten Lebensjahr angelegt worden – ausdrücklich meine Überzeugung, nicht bewiesene Faktenlage. Und weil ein Bild etwas möglich macht, was ein Fachbegriff nicht kann: Man kann mit einem Kind reden. Mit einer Prägung nicht.


Intermittierende Verstärkung

Der Fachbegriff für das, was einen Trauma Bond so zäh macht: Belohnung kommt nicht zuverlässig, sondern unvorhersehbar.

Das klingt harmlos, ist aber einer der stärksten bekannten Lernmechanismen. Der Psychologe B. F. Skinner hat in den 1950er Jahren gezeigt: Wenn eine Belohnung jedes Mal kommt, lässt das Verhalten schnell nach, sobald sie ausbleibt. Kommt sie unregelmäßig, hält das Verhalten sehr viel länger an. Nach demselben Prinzip funktionieren Spielautomaten.

Übertragen auf Beziehungen: Abwerten, aufwerten, abwerten, aufwerten. Wärme kommt nicht verlässlich, sondern in unberechenbaren Abständen – und genau deshalb wartest du darauf. Verlässliche Zuwendung bindet dich weniger fest als unzuverlässige.

Wenn du dich fragst, warum du an jemandem hängst, der dich schlecht behandelt: Das hier ist der Grund. Nicht Schwäche.


Komfortzone

Der Bereich, in dem alles vertraut ist. Nicht unbedingt schön – vertraut. Das ist ein Unterschied, den ich lange nicht verstanden habe.

Deshalb bleiben Menschen in Jobs, Beziehungen und Gewohnheiten, die sie unglücklich machen: nicht weil es dort gut ist, sondern weil es dort bekannt ist. Und Bekanntes kostet keine Kraft.

Rausgehen fühlt sich fast immer erst mal schlecht an. Das ist kein Zeichen, dass du etwas falsch machst – das ist genau das Gefühl, das dazugehört. Ich habe das 2020 auf 165 Kilometern allein am Rhein gelernt, elf Etappen auf dem RheinBurgenWeg – und ehrlich: Ich lerne es immer noch. Es wird nicht weniger unangenehm. Man wird nur besser darin, trotzdem loszugehen.

Mehr dazu: Komfortzone verlassen: Warum du dich selbst blockierst – und wie ich am Rabenacksteig durch meine Angst vor hohen Leitern gegangen bin


Kraftort

Ein Ort, an dem sich in dir etwas beruhigt, sobald du da bist. Manchmal spektakulär – eine Kirche am Felsen, ein Gipfel, ein See. Oft aber auch die Bank am Waldrand zehn Minuten von zu Hause.

Der Begriff wird gern esoterisch aufgeladen. Ich benutze ihn schlicht: Ein Kraftort ist ein Ort, der bei dir zuverlässig eine bestimmte Wirkung hat. Ob das an der Erdstrahlung liegt oder daran, dass dein Nervensystem dort zum ersten Mal seit Tagen loslässt, kann mir ehrlich gesagt egal sein. Die Wirkung ist da.

Was ich beobachte: Kraftorte funktionieren besser, wenn man sie wiederholt aufsucht. Der Körper lernt den Ort. Beim dritten Mal fällt die Anspannung schon auf dem Weg dorthin ab.

Das ist übrigens die Stelle, an der Wandern und Coaching bei mir zusammenkommen.


Loslassen

Das abgenutzteste Wort der Branche – deshalb erst mal, was es nicht ist.

Loslassen heißt nicht: sich zusammenreißen und nicht mehr daran denken. Es heißt nicht, dass es dir egal sein muss. Es ist auch nichts, was man beschließt. „Ich lasse jetzt los“ funktioniert ungefähr so gut wie „ich schlafe jetzt ein“.

Was ich damit meine: Etwas hört auf, Kraft zu ziehen. Der Gedanke darf kommen, aber er reißt nichts mehr auf. Du erinnerst dich, ohne wieder hineinzurutschen.

Und das ist der Punkt, an dem der Ratschlag „lass doch endlich los“ so ärgerlich ist: Er beschreibt ein Ergebnis und tut so, als wäre es eine Handlung. Loslassen ist das, was übrig bleibt, wenn ein Gefühl aufgelöst ist – nicht der Weg dahin.


(Verhaltens)Muster

Wenn sich immer wieder dieselbe Geschichte wiederholt. Andere Menschen, anderer Ort, anderes Jahr – und am Ende sitzt du da und denkst: Warum schon wieder?

Der gleiche Typ Chef. Der gleiche Streit. Der gleiche Punkt, an dem du dich klein machst. Das ist kein Pech und keine Charakterschwäche. Das ist ein Muster.

Meine Überzeugung – und das ist ausdrücklich meine Überzeugung, keine bewiesene Tatsache: Der größte Teil davon wird in den ersten Lebensjahren angelegt, lange bevor wir bewusst erinnern können. Wir übernehmen, was wir sehen, und machen daraus eine Regel fürs Leben.

Die gute Nachricht: Ein Muster, das du erkannt hast, verliert seine Selbstverständlichkeit. Es läuft dann nicht sofort nicht mehr ab. Aber du siehst es laufen – und das ist der Anfang von allem.

Mehr dazu: Mein kostenloses Freebie Immer wieder dieselbe Geschichte – bis du weißt, warum


People Pleasing

Es allen recht machen wollen – so sehr, dass du dabei aus dem Blick verlierst, was du selbst willst.

Typisch ist nicht die Freundlichkeit, sondern der Automatismus: Du sagst Ja, bevor du überhaupt geprüft hast, ob du kannst. Du entschuldigst dich für Dinge, die nicht deine sind. Du spürst im Raum sofort, wem es nicht gut geht, und richtest dich danach aus. Und wenn jemand nicht zufrieden ist, geht dein Tag daran kaputt.

Dahinter steckt fast nie Nettigkeit, sondern eine alte Rechnung: Wenn ich alle zufrieden halte, passiert mir nichts. Das war irgendwann mal eine kluge Strategie – siehe innerer Bodyguard.

Der Preis fällt erst später auf. Menschen, die es allen recht machen, werden nicht besonders geliebt, sondern besonders selbstverständlich genommen. Siehe Grenzen und gesunder Egoismus.


Resilienz

Die Fähigkeit, mit Belastungen umzugehen und nach schwierigen Phasen wieder in Tritt zu kommen. Nicht: nichts an sich heranlassen. Sondern: sich erholen können.

Resilienz ist keine Eigenschaft, die man hat oder nicht hat – sie ist über das Leben hinweg veränderbar. Übrigens ist mir das ausgerechnet auf dem Koasa Trail begegnet: Elisabeth, die mich auf Etappe 1 begleitet hat, ist Bergwanderführerin und Resilienztrainerin. Passt für mich zusammen.


Schuld und Scham

Zwei Gefühle, die ständig verwechselt werden, obwohl der Unterschied alles verändert.

Schuld sagt: Ich habe etwas Falsches getan. Scham sagt: Ich bin falsch. Das eine bezieht sich auf eine Handlung, das andere auf die ganze Person. Diese Unterscheidung hat vor allem die Forscherin Brené Brown bekannt gemacht.

Warum das praktisch wichtig ist: Schuld ist bearbeitbar. Du kannst dich entschuldigen, etwas wiedergutmachen, es künftig anders machen. Scham nicht – es gibt nichts wiedergutzumachen, wenn das Problem angeblich du selbst bist. Deshalb macht Scham stumm und lässt Menschen verschwinden, während Schuld sie in Bewegung bringt.

In meiner Arbeit taucht Scham fast immer dort auf, wo es um Vergebung geht. Besonders bei der schwierigeren Variante: sich selbst zu vergeben.


Selbstfürsorge

Für dich sorgen, bevor du leer bist. Nicht als Belohnung für erledigte Arbeit, sondern als Grundausstattung.

Das Wort ist inzwischen leicht ramponiert, weil es oft nach Schaumbad und Kerzen klingt. Gemeint ist etwas Unspektakuläreres: genug schlafen. Absagen, wenn nichts mehr geht. Essen, bevor du zitterst. Dir Dinge gönnen, die du dir nicht verdient hast.

Selbstfürsorge ist für mich das Gegenwort zu Aufopferung – und der praktische Teil von gesundem Egoismus. Der Unterschied ist die Reihenfolge: Aufopferung kommt zuerst allen anderen zugute und dir vielleicht später. Selbstfürsorge sorgt dafür, dass überhaupt noch jemand da ist, der geben kann.

Bei mir sieht sie oft aus wie ein freier Samstag, Wanderschuhe und niemand, der etwas von mir will. 🙂


Selbstsabotage

Wenn du dir selbst im Weg stehst – und es sogar merkst. Kurz vor dem Ziel doch alles hinschmeißen. Das Angebot nicht rausschicken. Sich krankärgern statt hinzugehen.

Von außen sieht das nach Unvernunft aus. Von innen ist es meistens Schutz: Was du nicht versuchst, kannst du nicht vergeigen. Siehe innerer Bodyguard.


Selbstvertrauen, Selbstbewusstsein und Selbstwert

Drei Wörter, die dauernd synonym benutzt werden. Sie meinen aber Verschiedenes, und die Unterscheidung lohnt sich.

Selbstvertrauen ist das Zutrauen in dein Können. Ich schaffe das. Es wächst durch Erfahrung – deshalb baut sich Selbstvertrauen beim Wandern so zuverlässig auf: Der Berg lügt nicht, entweder du bist oben oder nicht.

Selbstbewusstsein heißt wörtlich, sich seiner selbst bewusst zu sein. Zu wissen, wer du bist, was du kannst, was du nicht kannst, was du willst. Im Alltag wird das Wort meistens für „selbstsicher auftreten“ benutzt, was etwas anderes ist.

Selbstwert ist der Grundlegendste von den dreien: der Wert, den du dir selbst zusprichst – unabhängig von Leistung. Der ist nicht daran gebunden, ob du gerade etwas gut kannst.

Deshalb kann jemand beruflich brillant sein und trotzdem einen brüchigen Selbstwert haben. Das eine ersetzt das andere nicht.

Mehr dazu: Rabenacksteig: Höhenangst und Selbstvertrauen


Selbstwirksamkeit

Die Überzeugung, dass dein eigenes Handeln etwas bewirkt. Dass es einen Unterschied macht, ob du losgehst oder nicht.

Der Begriff stammt vom Psychologen Albert Bandura. Und er ist der Grund, warum ich Wandern und Coaching zusammendenke: Nichts baut dieses Gefühl so zuverlässig auf wie eine Strecke, von der du dachtest, du schaffst sie nicht – und dann stehst du oben.

Mehr dazu: Rabenacksteig: Höhenangst und Selbstvertrauen


Toxische Persönlichkeit

Ein Wort, das ich mit Vorsicht benutze – und zwar aus einem bestimmten Grund.

„Toxisch“ ist keine Diagnose. Es steht in keinem Diagnosehandbuch, es ist keine Persönlichkeitsstörung und es ist nichts, was man von außen bei jemandem feststellen kann. Es ist ein Alltagswort für ein Verhaltensmuster, das anderen dauerhaft schadet: kleinreden, Schuld umdrehen, Zuneigung an Bedingungen knüpfen, die eigene Version der Wirklichkeit durchsetzen.

Deshalb drehe ich die Frage lieber um. Statt „Ist er oder sie toxisch?“ frage ich: Wie geht es dir in dieser Beziehung? Auf diese Frage hast du eine Antwort. Auf die andere nicht, egal wie viele Videos du dazu schaust.

Woran du dich orientieren kannst, ist dein eigener Zustand: Wenn du dich in der Nähe eines Menschen systematisch kleiner, unsicherer und verwirrter fühlst als sonst. Wenn du anfängst, an deiner eigenen Wahrnehmung zu zweifeln. Wenn du dich vor Gesprächen innerlich wappnest. Vielleicht hast du sogar Angst, weil dein Partner manchmal übergriffig wird – in welcher Form auch immer.

Das reicht als Information. Du musst niemanden etikettieren, um zu merken, dass dir etwas nicht guttut.

Und wenn Angst dabei ist, ist die Frage nach dem richtigen Wort ohnehin nicht mehr die wichtigste. Dann geht es zuerst um deine Sicherheit. Das bundesweite Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“ ist rund um die Uhr, kostenfrei und anonym erreichbar unter 116 016, auch per Chat und Mail über hilfetelefon.de.


Trauma

Eine Erfahrung, die so überwältigend war, dass sie nicht normal verarbeitet werden konnte. Das Entscheidende ist nicht, wie schlimm ein Ereignis von außen aussieht, sondern ob dein System in dem Moment eine Chance hatte, damit umzugehen. Deshalb kann dasselbe Ereignis für einen Menschen ein Trauma sein und für einen anderen nicht.

Typisch ist, dass es nicht als normale Erinnerung abgelegt wird. Es hat kein sauberes „damals“. Es kann Jahrzehnte später durch einen Geruch, einen Tonfall oder eine Situation wieder da sein, als wäre es jetzt – siehe Trigger.

Und wo ich hier eine klare Grenze ziehe: Trauma ist kein Modewort für „das war unangenehm“. Nicht jede schwierige Kindheitserfahrung ist ein Trauma, und nicht jedes Trauma führt zu einer Traumafolgestörung. Die Diagnose stellt eine Ärztin oder Psychotherapeutin – ich nicht.

Wenn du vermutest, dass da etwas ist, das dich bis heute bestimmt: Das gehört in fachliche Begleitung, nicht in ein Coaching. Der Weg dahin führt über die Hausärztin oder den Terminservice der Kassenärztlichen Vereinigung (116117).


Trauma Bond

Die starke emotionale Bindung an einen Menschen, der einem gleichzeitig schadet. Im Deutschen auch traumatische Bindung.

Das Entscheidende daran ist der Wechsel: Es ist nicht durchgehend schlimm. Abwerten, aufwerten, abwerten, aufwerten – erst der Stich, dann die Wärme, dann wieder der Stich. Genau dieser Rhythmus bindet stärker, als durchgehende Zuwendung es je könnte. Man wartet auf die guten Momente, weil man weiß, dass sie kommen. Und hält dafür die schlechten aus. Und der Wunsch, dass endlich wieder alles gut ist, wird mit jedem Durchlauf größer.

Was danach übrig bleibt, ist meistens ein Gedankenkarussell: Du gehst wieder und wieder durch, was er gesagt und getan hat, und versuchst, es zu verstehen. Jeden Tag von vorn. Solange noch Wut, Groll, Enttäuschung oder Traurigkeit in dir sind, hört dein Kopf damit nicht auf – die Gefühle sind der Treibstoff für die Schleife.

Der Begriff wurde in den 1980er Jahren von den Psychologen Donald Dutton und Susan Painter beschrieben und später breiter bekannt.

Warum ich ihn hier aufführe: Weil so viele Frauen sich selbst dafür verurteilen, dass sie nicht einfach gehen – oder dass sie den Menschen immer noch vermissen, obwohl sie längst raus sind. „Warum bin ich so schwach?“ Bist du nicht. Eine traumatische Bindung ist keine Charakterfrage, sondern eine sehr wirksame psychologische Dynamik.

Und das ist der Punkt, an dem ich arbeite: Ein Trauma Bond lässt sich lösen. In meiner Arbeit ist der erste Schritt dahin Vergebung – nicht, weil der andere sie verdient hätte, sondern weil erst dann Ruhe einkehrt. Solange die Wut da ist, dreht sich das Karussell weiter. Ist sie aufgelöst, hört der Kopf auf, verstehen zu wollen. Darauf setzen die Trauma-Prozesse aus meiner Ausbildung auf, unter anderem die Clarifying Relationship. Ziel ist nicht, den anderen zu verstehen. Ziel ist, dass seine Anwesenheit in deinem Inneren aufhört – dass der Name auftauchen kann, ohne dass etwas in dir kippt.

Das ist Arbeit, kein Schalter – und es braucht seine Zeit. Aber es kann gelingen. Ich habe es bei mir erlebt und ich begleite Frauen dabei.

Eins vorweg, und zwar nur für den Fall, dass du gerade noch mittendrin steckst: Solange Gewalt, Bedrohung oder Angst im Raum sind, geht es zuerst um deine Sicherheit, nicht um Prozessarbeit. Dafür ist das bundesweite Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“ da – rund um die Uhr, kostenfrei und anonym unter 116 016 (oder 08000 116 016), auch per Chat und Mail über hilfetelefon.de. Wenn du sicher bist, reden wir über das, was geblieben ist.


Trauma-Prozess

Ein Trauma-Prozess ist ein Coaching-Prozess, der mit besonders alten emotionalen Ladungen arbeitet – und ausdrücklich keine Traumatherapie.

Der Name führt leicht in die Irre, deshalb sage ich es deutlich: Das ist keine Traumatherapie. Der Begriff beschreibt die Art der Prozesse – sie gehen tiefer als ein Gespräch über Ziele und Gewohnheiten –, nicht eine Behandlung von Traumafolgestörungen. Dafür bin ich nicht ausgebildet und nicht befugt.

Was ich damit mache: mit Menschen arbeiten, die stabil im Leben stehen und an einen Punkt kommen, an dem Nachdenken allein nicht mehr weiterhilft. Wo mehr im Raum steht, verweise ich weiter. Das ist keine Floskel, das ist die Bedingung, unter der ich überhaupt so arbeite.


Trigger

Ein Reiz, der eine alte, starke Reaktion auslöst. Ein Tonfall, ein Geruch, ein Satz – und plötzlich fühlst du dich wie sieben.

Der Begriff kommt ursprünglich aus der Traumapsychologie und wird umgangssprachlich inzwischen viel breiter benutzt, oft schon für „das nervt mich“. Ich versuche, ihn eng zu verwenden: Ein Trigger ist nicht Ärger, sondern eine Reaktion, die deutlich größer ist als der Anlass.


Unterbewusstsein (eigentlich: das Unbewusste)

Alles, was in dir mitläuft, ohne dass du es bewusst steuerst. Reaktionen, Vorlieben, Abwehr, Automatismen.

Kleine Begriffsklärung vorweg, weil ich hier selbst nicht ganz sauber bin: Fachlich korrekt heißt es das Unbewusste. „Unterbewusstsein“ ist Umgangssprache – der Begriff hat sich eingebürgert, weil er ein Bild mitliefert: unten, unter dem Bewusstsein, wie ein Keller. Das klingt eingängiger, als es ist. Ich benutze das Wort trotzdem, weil du danach suchst und weil es jeder versteht. Wenn du beides liest, ist dasselbe gemeint.

Meine Überzeugung ist, dass unser Innenleben zu einem großen Teil dort gespeichert ist – und dass genau deshalb reines Nachdenken so oft nichts ändert. Du kannst dir hundertmal vornehmen, gelassener zu reagieren, und reagierst beim hundertersten Mal wieder gleich. Weil die Entscheidung nicht im Kopf fällt.

Wichtig, weil das gern verwechselt wird: Das ist mein Arbeitsmodell aus Ausbildung und eigener Erfahrung, keine neurowissenschaftliche Beschreibung. Ich verkaufe dir hier keine Hirnforschung. 🙂


Urvertrauen

Das tiefe Grundgefühl, dass die Welt im Kern in Ordnung ist und man selbst darin sicher sein darf. Es entsteht sehr früh, in den ersten Lebensmonaten und -jahren, im Kontakt mit den Bezugspersonen.

Der Begriff geht auf den Entwicklungspsychologen Erik Erikson zurück und hat später in der Bindungsforschung Anschluss gefunden. Wo es fehlt, zeigt sich das oft nicht als Gedanke, sondern als Dauerspannung im Körper – als ein Grundton von „ich muss aufpassen“.

Und nein, das lässt sich nicht in einer Sitzung nachbauen. Aber es ist auch nicht in Beton gegossen.


Vergebung

Loslassen, was du gegen dich selbst oder einen anderen Menschen noch in dir trägst – damit du deinen inneren Frieden zurückbekommst. Nicht damit der andere seinen bekommt.

Was Vergebung nicht ist: gutheißen, was passiert ist. Vergessen. Sich wieder auf jemanden einlassen. Du kannst jemandem vergeben und ihn trotzdem nie wiedersehen wollen. Beides zusammen ist kein Widerspruch, sondern oft genau die Kombination, die funktioniert.

Der andere muss dafür nichts tun. Er muss nicht fragen, nicht einsichtig sein, nicht mal am Leben sein. Vergebung ist keine Geste ihm gegenüber, sondern eine Entlastung für dich.

Der Teil, der oft untergeht: sich selbst vergeben. Für Entscheidungen, die du heute anders treffen würdest. Für die Jahre, in denen du geblieben bist. Für das, was du damals nicht besser wusstest. Meiner Erfahrung nach ist das der schwerere von beiden Wegen.

Warum mir der Begriff so wichtig ist: Solange du Wut, Groll, Enttäuschung oder Traurigkeit zu einem Menschen oder einem Thema in dir trägst, ist der innere Frieden blockiert – und mit ihm die Fähigkeit, neue Erfahrungen zu machen. Der Kopf ist noch beschäftigt. In meiner Arbeit ist Vergebung deshalb die Grundlage für alles Weitere, unter anderem für das Auflösen eines Trauma Bonds.

Und: Vergebung auf Kommando gibt es nicht. „Du musst jetzt mal vergeben“ hat noch nie irgendwem geholfen. Sie ist ein Prozess, kein Vorsatz – siehe Clarifying Relationship.


Wachstumsgeschenke

Die gute Seite, die in jeder schwierigen Situation steckt. In meiner Erfahrung gibt es sie immer – nur springt sie einen nicht an. Sie zu sehen, ist etwas, das man lernen kann.

Der Zugang dazu ist eine einzige Frage: Was ist jetzt möglich, was vorher nicht ging?

Damit meine ich keine kleinen Freiheiten, sondern die großen Sachen. Die Ausbildung, die du machen wolltest. Die Selbstständigkeit, die du dir vorgenommen hattest. Die gemeinsame Wohnung, das gemeinsame Leben.

Vielleicht ging das mit deinem bisherigen Partner nicht. Weil das Geld nicht reichte. Weil die Lebensstile einfach nicht zusammenpassten. Weil er sich schlicht nicht weiterentwickeln wollte. Du wolltest dein Leben teilen – nur ging es mit ihm nicht.

Die Trennung tut weh, das bleibt so. Und trotzdem ist ab jetzt möglich, was vorher blockiert war: Du kannst noch mal von vorne anfangen. Mit jemandem, bei dem diese Dinge passen. Das sind Wachstumsgeschenke.


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FAQ zum Coaching-Glossar

Was ist der Unterschied zwischen Coaching und Therapie?

Coaching arbeitet mit Menschen, die im Alltag zurechtkommen und an einem konkreten Punkt weiterwollen. Psychotherapie behandelt Erkrankungen. Als Coach stelle ich keine Diagnosen und behandle nichts. Sobald Psychopharmaka im Spiel sind, darf ich nicht mit jemandem arbeiten.

Was ist ein Glaubenssatz?

Ein Satz über dich selbst, den du für die Wahrheit hältst – zum Beispiel „Ich bin nicht gut genug“. Das Tückische daran: Er fühlt sich nicht wie eine Meinung an, sondern wie eine Tatsache. Deshalb wird er nie überprüft. Die meisten dieser Sätze sind uralt und stammen nicht mal von einem selbst.

Kann man einen Trauma Bond lösen?

Ja. Der erste Schritt ist Vergebung – nicht, weil der andere sie verdient hätte, sondern weil erst dann Ruhe einkehrt. Solange Wut, Groll oder Enttäuschung da sind, dreht sich das Gedankenkarussell weiter. Das ist Arbeit und braucht Zeit, aber es geht.

Ist „toxisch“ eine Diagnose?

Nein. „Toxisch“ steht in keinem Diagnosehandbuch und lässt sich von außen bei niemandem feststellen. Es ist ein Alltagswort für Verhalten, das anderen dauerhaft schadet. Hilfreicher als „Ist er toxisch?“ ist die Frage: Wie geht es mir in dieser Beziehung?

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