Eine Reise durch die Kölner Stadtgeschichte: 171 km Kölnpfad

Kölnpfad: Bunte Regenschirme am Wanderweg

Anfang 2018 wurde ich auf die Wanderungen des „KÖLNPFAD Ultrawandern“ aufmerksam. Wie der Name bereits vermuten lässt, bietet die Organisation eigens veranstaltete Ultra-Wanderungen (sogar inkl. Training) auf dem KÖLNPFAD an. Mittlerweile steht das Ultra-Wandern für 2020 in den Startlöchen und die Umrundung Kölns ist jedes Jahr ein Highlight für mich.


Hier stelle ich den „KÖLNPFAD“ vor und teile alle Infos mit Dir, die ich während unserer Touren gesammelt habe. Du findest Beschreibungen der einzelnen Etappen, Tipps zur Planung und zur Anreise. Hinweise zum Parken, ÖPNV zwischen Start und Ziel, Einkehrmöglichkeiten und GPX-Tracks zum Download.

(Anm. d. Redaktion: Dieser Beitrag wird fortlaufend erweitert, so wie ich die Etappen abwandere. Und ja: Auch wenn ich den KÖLNPFAD mittlerweile mehrfach (fast) vollständig gegangen bin, fehlen mir immer noch zwei Etappen…)


Die Fakten zum KÖLNPFAD

Länge:171 km
Aufstieg:780 m
Abstieg:890 m
Etappen:11
Schwierigkeit:leicht
Start/Ziel:Köln-Rodenkirchen

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Von Rodenkirchen „Eimol öm Kölle röm“

Der KÖLNPFAD wurde schon im Sommer 2008 eröffnet und führt auf 171 km, aufgeteilt in 11 Etappen, um Köln. Das erste Teilstück startet in Rodenkirchen, wo auch der letzte Abschnitt endet. Die einzelnen Etappen sind zwischen 9 und 22 km lang. Alle Teilstrecken sind so angelegt, dass sich der Start und das Ende in der Nähe von öffentlichen Verkehrsmitteln befinden. So gibt es keine Probleme, hin und zurück bzw. wieder zum Auto zurück zu kommen.

Das Wegzeichen ist ein weißer Kreis auf schwarzem Hintergrund. Der Kölner Eifelverein markiert, kontrolliert und pflegt den KÖLNPFAD regelmäßig.

Wanderzeichen Kölnpfad
Wanderzeichen Kölnpfad

Mehr als Wandern: Ultrawandern

Zuerst dachte ich: 50 km oder gar 100 km an einem Stück wandern? Das ist doch bekloppt – das schaffe ich nie! Im Rahmen der Trainings galt es jeweils 25 km zu erwandern – das klang machbar. 😉 Doch nach dem ersten Training war ich echt fertig. Wir begingen mit knapp 30 km die Etappen 8 und 9. Undenkbar noch an DIESEM Tag, dass ich auch nur einen einzigen Kilometer mehr laufen sollte… Und dann kam alles anders:

So legte ich 2018 rund 120 km um Köln herum zurück (davon nur 5 km doppelt) und entwickelte eine ganz besondere Beziehung zu einem Wanderweg, der mir bis dato völlig unbekannt war. Im kommenden Jahr finden die Ultrawanderungen auf dem KÖLNPFAD natürlich wieder statt. Vielleicht wird es dann der 100er? Wer weiß! 🙂

Wandern auf dem Kölnpfad

KÖLNPFAD: Etappen

EtappeStart & ZielLängeAufstiegAbstieggewandert am
1Rodenkirchen – Klettenberg22 km90 m90 m30.6.2018
2Klettenberg – Bocklemünd18 km80 m80 m
3Bocklemünd – Worringen16 km40 m50 m
4Worringen – Merkenich11 km50 m60 mMärz 2019
5Merkenich – Mülheim13 km40 m40 m24.6.2018
6Mülheim – Schlebusch14 km80 m60 mJuni 2018
7Schlebusch – Thielenbruch12 km80 m70 mJuni 2018
8Thielenbruch – Bensberg18 km250 m140 mMai 2018
9Bensberg – Wahn18 km70 m170 mMai 2018
10Wahn- Zündorf20 km50 m40 m30.6.2018
11Zündorf – Rodenkirchen9 km60 m40 m30.6.2018

Sehenswürdigkeiten entlang des KÖLNPFAD

An kulturell interessanten Stellen weisen insgesamt 11 Tafeln auf Sehenswürdigkeiten hin. In den Wanderberichten zu den einzelnen Etappen gehe ich etwas genauer auf touristische bzw. geschichtliche Höhepunkte ein. Ein paar spannenden Punkte, die mir auf die eine oder andere Weise in Erinnerung blieben, möchte ich hier nennen:

  • Monte Troodelöh
  • die Ausläufer der Wahner Heide
  • Schloss Bensberg

Wanderberichte zu den Etappen des KÖLNPFAD

Hier stelle ich dir alle Etappen des KÖLNPFAD mit interaktiver Karte und GPS-Track zum Download vor.

(Weitere Etappen folgen!)

Ultrawandern auf dem Kölnpfad

Was macht den KÖLNPFAD so besonders?

Was den KÖLNPFAD von anderen Fernwanderwegen unterscheidet, ist die unerwartete Vielfalt der Landschaften direkt vor der Haustür einer Millionenstadt. Wer Köln kennt, denkt zunächst an den Dom, den Rhein und das Stadtleben – doch der KÖLNPFAD offenbart eine völlig andere Seite der Stadt. Auf seinen 171 Kilometern wechseln sich Rheinwiesen, Wälder, Felder, Moore, Parks und Industriekultur in einem bemerkenswerten Rhythmus ab. Kaum zu glauben, dass all das innerhalb der Stadtgrenzen Kölns liegt.

Der Weg ist rundum gut markiert: Das Wanderzeichen – ein weißer Kreis auf schwarzem Untergrund – taucht zuverlässig an Wegkreuzungen, Bäumen und Pfosten auf und sorgt dafür, dass man auch ohne Karte oder GPS-Gerät gut zurechtkommt. Dennoch empfehle ich, eine der kostenlosen GPX-Dateien herunterzuladen und auf dem Smartphone dabei zu haben. Besonders in den Übergangsbereichen zwischen Siedlungen und Naturgebieten kann die Markierung vereinzelt unauffällig sein.

Natur pur: Die schönsten Naturräume entlang des KÖLNPFAD

Der Norden Kölns überrascht mit der weit ausgedehnten Rheinlandschaft rund um Worringen. Das Naturschutzgebiet Worringer Bruch ist ein einzigartiges Feuchtgebiet mit alten Silberweiden, das an einen urzeitlichen Auwald erinnert und der breite Rhein bildet hier eine eindrucksvolle Kulisse. Die Etappen durch den Norden der Stadt – von Worringen über Merkenich bis nach Mülheim – führen an ausgedehnten Rheinwiesen entlang, die im Frühling leuchtend gelb von Rapsfeldern umrahmt werden. Im Frühsommer bevölkern Weißstörche und Graureiher die feuchten Wiesen, was den Wanderabschnitt zu einem kleinen Naturspektakel macht.

Im Osten Kölns wartet mit dem Königsforst eines der größten zusammenhängenden Waldgebiete der Region. Dieser gut 2.500 Hektar große Mischwald ist das grüne Herz des KÖLNPFAD und bietet schattige Wege auch bei sommerlicher Hitze. Wer im Königsforst wandert, taucht in eine überraschend ursprüngliche Natur ein: In den Wäldern leben Wildschweine, Rehe und zahlreiche Vogelarten. Im Königsforst liegt auch der Monte Troodelöh – mit 118 Metern Höhe der höchste natürliche Punkt Kölns. Auch wenn der Name augenzwinkernd auf die alpinen Viertausender anspielt, lohnt sich der Aufstieg: Von der Kuppe hat man einen unerwarteten Ausblick über das Bergische Land und an klaren Tagen sogar bis zum Kölner Dom.

Wer noch mehr von diesem Waldgebiet sehen möchte: Auch der Bergische Weg führt auf Etappe 7 durch den Königsforst – und sogar über den Monte Troodelöh.

Südöstlich schließen sich die Ausläufer der Wahner Heide an – ein ehemaliges Militärgelände, das heute als Naturschutzgebiet unter besonderem Schutz steht und zur Heimat seltener Tier- und Pflanzenarten geworden ist. Heidekraut, Wacholderbüsche und kleine Teiche prägen das Bild dieses abwechslungsreichen Landstrichs. Die Heide ist ein faszinierender Kontrast zum dichten Wald des Königsforstes und gehört zu den landschaftlichen Höhepunkten der gesamten Tour.

Geschichte und Kultur am Wegesrand

Der KÖLNPFAD ist nicht nur ein Naturerlebnis, sondern auch eine Reise durch Jahrhunderte Kölner Stadtgeschichte. Insgesamt 11 Informationstafeln entlang der Strecke weisen auf geschichtlich und kulturell bedeutsame Orte hin und geben spannende Einblicke in die Vergangenheit dieser alten Römerstadt und ihrer Umgebung. So passiert man auf Etappe 2 den Stuttgarter Platz in Bocklemünd und den weitläufigen Stammheimer Schlosspark, einen der schönsten Rheinparks Kölns, der auf die Geschichte eines kurfürstlichen Landschlösschens zurückblickt.

Ein absolutes Highlight ist Schloss Bensberg, das am Ende der achten Etappe thront. Das barocke Jagdschloss wurde im frühen 18. Jahrhundert für den Kurfürsten Johann Wilhelm von der Pfalz erbaut und gehört zu den bedeutendsten Barockbauten Nordrhein-Westfalens. Heute beherbergt das prächtige Gebäude ein Luxushotel, doch die imposante Außenfassade und die historische Atmosphäre des umgebenden Parks sind für jeden Wanderer frei zugänglich und absolut beeindruckend. Auch das benachbarte Neue Schloss Bensberg – heute ein Teil des Hotelkomplexes – ist sehenswert. Die Kombination aus natürlichem Auf- und Abstieg durch den Bergisch-Gladbacher Wald und dem kulturellen Highlight am Ziel macht Etappe 8 zu einer der beliebtesten des gesamten KÖLNPFAD.

Wer den Dünnwalder Wald auf Etappe 7 durchquert, stößt auf die historische Diepeschrather Mühle – eine der letzten erhalten gebliebenen Wassermühlen im Kölner Stadtgebiet, die eindrucksvoll von der vorindustriellen Wirtschaftsgeschichte der Region erzählt. Südlich der Stadt, auf den letzten Etappen, öffnet sich der Blick auf den Kalscheurer Weiher, ein beliebtes Naherholungsgebiet mit einem idyllischen See, der im Sommer zum Baden einlädt, und auf das Rheinufer nahe Zündorf, dessen mittelalterlicher Ortskern mit dem alten Zündorfer Wehrturm zu den charmantesten historischen Ecken Kölns gehört.

Praktische Tipps für die Planung

Die gute Anbindung aller Etappenstart- und -zielpunkte an das Kölner ÖPNV-Netz ist einer der größten Vorteile des KÖLNPFAD. Alle elf Etappenübergänge liegen in unmittelbarer Nähe von KVB-Haltestellen, S-Bahn- oder Regionalbahnhöfen, sodass man problemlos und ohne Auto anreisen kann. Das bedeutet: keine komplizierten Shuttlelogistik, kein Auto-Shuttle zwischen Start und Ziel – einfach einsteigen, losmarschieren und wieder nach Hause fahren. Das macht den KÖLNPFAD besonders familienfreundlich und auch für Tagesgäste aus der Region bestens geeignet.

Die Etappen sind für die meisten Wanderinnen und Wanderer gut in einem Tag zu bewältigen. Die kürzeste Etappe – Etappe 11 von Zündorf nach Rodenkirchen – misst nur 9 Kilometer und eignet sich ideal für einen gemütlichen Halbtagsausflug. Die längste Etappe ist die erste, mit 22 Kilometern von Rodenkirchen nach Klettenberg, die aber dank des flachen Terrains problemlos in einem Tag zu schaffen ist. Das Höhenprofil ist insgesamt sehr moderat: Auf den gesamten 171 Kilometern sind gerade einmal 780 Höhenmeter im Aufstieg zu bewältigen – das entspricht in etwa einem einzigen Bergaufstieg in den Mittelgebirgen. Damit eignet sich der KÖLNPFAD auch für Wandereinsteiger und Familien mit älteren Kindern bestens.

Wer den KÖLNPFAD nicht etappenweise, sondern am Stück bewältigen möchte, dem bieten die Ultrawanderungen des Vereins KÖLNPFAD Ultrawandern eine besondere Herausforderung. Dort stehen Distanzen von 50 bis 100 Kilometern auf dem Programm – natürlich in Begleitung und mit ausreichend Verpflegungspunkten. Diese Events haben in den vergangenen Jahren eine lebendige Community von Ausdauerwandernden rund um den KÖLNPFAD entstehen lassen und zeigen, dass der Weg nicht nur für gemächliche Spaziergängerinnen und Spaziergänger, sondern auch für ambitionierte Sportlerinnen und Sportler eine echte Herausforderung bieten kann.


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