Zuletzt aktualisiert am 29. Mai 2026
Wรคhrend unseres Aufenthalts am Kรถnigssee besuchten wir natรผrlich das Kehlsteinhaus und den Obersalzberg. Auf den Spuren von Adolf Hitler, Eva Braun und Co. tauchten wir in die bewegende Geschichte ein und erlebten zwei interessante, aber auch bedrรผckende Nachmittage.
Das Kehlsteinhaus
In 1834 m Hรถhe erhebt sich auf dem Kehlstein in Berchtesgaden das sogenannte โEagleโs Nestโ. Die US-amerikanische Armee gab dem Bau in der Nachkriegszeit diesen Namen, weil es hoch oben auf einer Bergspitze liegt, รผber allem thront und schon von Weitem zu sehen ist. Auรerdem verkรถrpert es wie kaum ein anderes Relikt aus der NS-Zeit den โschรถnen Schein des Dritten Reichsโ.

Das Kehlsteinhaus befindet sich in der Nรคhe des Obersalzbergs, auf dem Adolf Hitler einst auf seinem โBerghofโ wohnte. Die NSDAP schenkte es ihm 1938 nicht nur offiziell zu seinem 50. Geburtstag: Das in luftiger Hรถhe gelegene Haus wurde im Auftrag von Martin Bormann auch ausschlieรlich fรผr den Fรผhrer errichtet.
Das Projekt verschlang die unfassbare Summe von 30 Millionen Reichsmark, und weil der Bau so schnell wie mรถglich fertiggestellt werden sollte, waren mehrere Tausend Handlanger an den Arbeiten beteiligt. Obwohl die Arbeitsbedingungen am Berg extrem schwierig und der logistische Aufwand kaum zu bewรคltigen war, dauerte es keine zwei Jahre den Prunkbau zu errichten.
Zusรคtzlich sprengte man Teile des Berges, um eine geteerte Straรe zu bauen, auf der Hitler bequem vom Obersalzberg zum Kehlsteinhaus fahren konnte. Das gesamte Gebiet vom Berghof Obersalzberg bis hoch zum Kehlstein wurde damals fรผr die Bevรถlkerung gesperrt und zum โFรผhrersperrgebietโ ernannt.
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Mit dem Bus auf den Kehlstein
Heute befahren die Kehlsteinstraรe ausschlieรlich Busse, die Besucher vom Dokumentationszentrum Obersalzberg zum Kehlsteinhaus bringen. Alternativ kรถnnte man den Kehlstein ersteigen. Wir lรถsten jedoch am Obersalzberg eine Fahrkarte fรผr die Fahrt รผber die steile Gebirgsstraรe. Die Anfahrt war ein Erlebnis fรผr sich und bekam lรคngst nicht jedem Passagierโฆ
Die Besucherbusse halten auf einem Plateau unterhalb des Kehlsteinhauses. Schon von hier aus ist die Aussicht faszinierend. Bevor wir zum Kehlsteinhaus hinauf kรถnnen, mรผssen wir uns an einem kleinen Schalter verbindlich mit Uhrzeit fรผr die Rรผckfahrt anmelden. Die Busse sind nรคmlich derart stark frequentiert, dass anders keine Planung mรถglich ist.




Danach begeben wir uns von dem Plateau aus in einen extra fรผr Adolf Hitler in den Berg gebohrten Tunnel. Ganze 124 m ist er lang und fรผhrt zu einem weiteren vertikalen Schacht, in dem ein prunkvoller mit Messing verkleideter Aufzug verkehrt. Der Aufzug befรถrderte Hitler in nur wenigen Sekunden direkt in das Innere des Kehlsteinhauses. Wir steigen natรผrlich auch ein und entdecken, dass es sogar einen Wรคchter gibt, der den Lift und die Personen darin hรผtet. Fotos durften im Fahrstuhl selbst leider nicht geschossen werden.



Oben angekommen stellen wir fest, dass das Kehlsteinhaus von innen zum grรถรten Teil nicht besichtigt werden darf. Im unteren Bereich befindet sich lediglich eine kleine Ausstellung, die vom Bau des Eagleโs Nest und der Kehlsteinstraรe berichtet. Wir erfahren zum Beispiel, dass es im ganzen Haus keine Schlafrรคume gibt und auch nie vorgesehen war, dass dort genรคchtigt wird. Das Haus wurde als reprรคsentatives โTeehausโ gebaut, in das Hitler wichtige Besucher zu Besprechungen einlud.
Tatsรคchlich fรผhlte sich Adolf Hitler in seinem Teehaus mit den meterdicken Grundmauern aber vor Blitzeinschlรคgen und Fliegerangriffen nicht sicher, deshalb war er selbst nur wenige Male oben. Nebenbei soll ihm auch die Anfahrt zu zeitaufwendig gewesen sein. Aus diesem Grund nutzte das Gebรคude wohl รผberwiegend Eva Braun, die hรคufig mit Freunden oder Familie dort gastierte. รbrigens existiert โ wie zur Kriegszeit oft vermutet โ keine Bunkeranlage unter dem Kehlsteinhaus.




Heute befinden sich Kehlsteinhaus und Kehlsteinstraรe in den Hรคnden einer Stiftung. Die Ertrรคge kommen gemeinnรผtzigen Zwecken zugute. Den unteren Teil des Hauses ziert mittlerweile ein hรผbscher Berggasthof mit Terrasse. Bei gutem Wetter blickt man rundum bis zu 200 km in die Ferne. Der Kehlsteingipfel ist in nur wenigen Minuten รผber einen Verbindungsweg zu erreichen. Der Kehlstein ist รผbrigens ein Nebengipfel des โHohen Gรถllโ, der sich imposant direkt daneben erhebt. Auรerdem gibt es einen Kehlstein-Rundweg, den wir leider zeitlich nicht mehr angehen konnten.




Zurรผck zum Busbahnhof nehmen wir einen wunderschรถn angelegten Spazierweg, der uns in Serpentinen wieder auf das Plateau zurรผckfรผhrt.





In meinem nรคchsten Beitrag erzรคhle ich euch vom Dokumentationszentrum Obersalzberg, das wir natรผrlich auch besuchten.
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Wandermรถglichkeit zum Kehlstein:
รber den Obersalzberg auf die Roรfeldstraรe, dort ab Parkplatz Ofnerboden (auf ca. 1200 m bei der Enzianhรผtte), je nach Kondition ca. 2 Stunden bis zum Kehlsteinhaus.
Wandermรถglichkeiten ab Kehlstein:
Zum โHoher Gรถllโ ca. 3,5 Stunden ab Kehlsteinhaus
Infos
รffnungszeiten des Kehlsteinhauses: Von Mitte Mai bis Ende Oktober (je nach Schneelage)
Restaurant-Reservierung: 08652 2969
Web: https://www.kehlsteinhaus.de/
Busreservierung: 08652 2029
Busabfahrt: Salzbergstraรe 45 (am Dokumentationszentrum Obersalzberg)
Erste Bergfahrt: 08:30 Uhr, Letzte Bergfahrt: 16:00 Uhr
Letzte Talfahrt: 16:50 Uhr
Preise Busfahrt & Aufzug (Hin und zurรผck, Stand: Juli 2014)
Erwachsene: 16,10 โฌ
Kinder bis 14. J.: 9,30 โฌ
Fรผr Gruppen ab 20 Personen bietet der Reisedienst โEagleโs Nest Tourโ unterschiedliche historische Fรผhrungen an.
Weitere Touren im Berchtesgadener Land entdeckst du in meiner Kategorie Berchtesgadener Land.
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4 Comments
Christina
27. Februar 2015 at 21:13Wow hรถrt sich sehr spannend an! Danke fรผr die ausfรผhrliche Beschreibung. Schon allein das 360 Grad Panorama vom Kehlsteinhaus ist wahrscheinlich den Besuch wert. Ich werde mir deinen Eintrag gleich ausdrucken und in meine Berchtesgaden-Mappe legen. Wir verbringen diesen Sommer in Ramsau und das klingt nach einem perfekten Tagesausflug. Ich hab mir auch schon ein paar Tipps geholt zu Hotels in der Gegend. Mal sehen, ob ich ein schรถnes finde ๐
Thomas
30. Oktober 2015 at 17:21Interessanter Artikel und schรถne Fotos! Erinnert mich an meinen eigenen Besuch am Obersalzberg: https://www.breitengrad66.de/2014/10/10/im-und-auf-dem-obersalzberg/
Liebe Grรผรe
Thomas
mannisfotobude
26. Januar 2016 at 14:51Hallo
sehr schรถn ! da war ich schon 4 x auf dem Kehlsteinhaus
Viola Zweschke
4. November 2016 at 19:01Vielen Dank fรผr die tollen Bilder! Ich war schon รถfter in der Gegend vom Kรถnigssee und fand die Lage in Kombination mit der dรผsteren Geschichte schon immer faszinierend. Steht auf meiner Agenda.