Zuletzt aktualisiert am 7. Mai 2026
Der Bergische Weg (Etappe 6) lenkte รผber Altenberg nach Bergisch Gladbach. Diesmal hatten wir uns viel vorgenommen: 35 km inklusive der Zuwege. Und ich war froh, dass es verhรคltnismรครig kรผhl war โ nicht 35 Grad und mehr, wie wir es aus den vergangenen Wochen gewohnt waren. So wanderten wir bei Traumwetter von der Diepentalsperre รผber Altenberg nach Bergisch Gladbach.
Die Fakten
| Lรคnge: | 35 km (inkl. Zuwege) |
| Aufstieg: | 790 m |
| Abstieg: | 780 m |
| Route: | Leichlingen โ Bergisch Gladbach |
| Schwierigkeit: | mittel |
| Reine Gehzeit: | 7 Stunden |
| Start: | Bahnhof Leichlingen (Parken: P+R am Bahnhof, Bahnhofstraรe) |
| Ziel: | Bergisch Gladbach Bahnhof (Parken: P+R am Bahnhof, Jakobstraรe, 51465 Bergisch Gladbach) |
| Zurรผck zum Start: | Von Bergisch Gladbach Bf mit der S 11 bis Kรถln Hbf. Mit der RB 48 bis Leichlingen. |
| Offizielle Webseite | Der Bergische Weg |
Lies auch hier: Bergischer Weg: Wandern auf den Spuren der Grafen von Berg (Gesamtรผbersicht)
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Der Bergische Weg, Etappe 6: Von Leichlingen nach Bergisch Gladbach
Am 3. August 2019 wagten wir uns an die sechste Etappe des Bergischen Wegs. Wir trafen uns am Bahnhof in Leichlingen. Einen Teil meiner Wandergruppe brachte ich schon mit, von Mรผlheim aus fand sich nรคmlich รผber die einzelnen Etappen hinweg eine Fahrgemeinschaft zusammen. Am Bahnhof erwarteten uns schon Christian, der zum Kulturbeauftragten umgeschulte Navigator, und Herr Mรผller. ๐ Zu fรผnft machten wir uns auf den Weg.
Quer durch die Blรผtenstadt Leichlingen
Den Zuweg wรคhlte ich diesmal durch den Ortskern von Leichlingen, den wir direkt รผber den Marktplatz querten. Ein paar Marktstรคnde waren bereits aufgebaut, sonst war noch nicht viel los. Hinter dem Marktplatz wanderten wir รผber die Wupperbrรผcke und gingen dahinter ein paar Hundert Meter entlang der Hauptstraรe, die wir schlieรlich bei Balken nach links verlieรen. Wir bestaunten den โSinneswald Sculpture Parkโ. Hier hielt ich mich schon oft und gerne auf, als ich noch in Leichlingen wohnte. ๐
Wir wanderten weiter durch den Ortsteil Wietsche โ wo scheinbar die Zeit stehen geblieben war, und gelangten schlieรlich in den Wald. Leichlingen liegt im Rheinisch-Bergischen-Kreis und beherbergt etwa 28.000 Einwohner. Die Stadt ist seit fast 100 Jahren fรผr den Obstanbau bekannt und trรคgt daher seit den 1920iger Jahren den Namenszusatz โBlรผtenstadtโ. Zur Blรผtezeit erstrahlt der gesamte Landstrich in krรคftigem Rosa.
Bei genรผgend Zeit lohnt sich ein Ausflug in den alten Ortskern, um hรผbsche alte Fachwerkhรคuser, Kirchen und historische Gebรคude wie die Villa Weyermann oder das Schloss Eicherhof zu besichtigen. Natรผrlich existieren hier auch zahlreiche Wanderwege, unter anderem der Bergische Streifzug Nr. 4 โObstwegโ.
Durch das Murbachtal zur Diepentalsperre
Nachdem wir den Wald erreicht hatten, begleitete uns der stille Murbach, durch dessen ruhiges Bachtal wir Richtung Diepental wanderten. Das Stรผck durch Leichlingen bis zur Diepentalsperre, beliebig oft drumherum und wieder zurรผck, war meine โgroรe Hausrundeโ. Hier habe ich damals fรผr meinen ersten (und einzigen ๐ ) Halbmarathon im Walken oft trainiert. An der Talsperre trafen wir wieder auf den Bergischen Weg, welchem wir nach rechts folgten.
Hinter der Talsperre erwarteten uns die ersten โ im Gegensatz zu spรคter: seichten โ Anstiege. Der zum Kulturbeauftragten umgeschulte Navigator war bestens vorbereitet und so erfuhren wir alles, was er schneller von den Schildern ablesen konnte als ich. ๐ Auรerdem schoss er mir unterwegs wirklich heldenhaft ein Souvenir vom Bergischen Weg und das kam so:
Sagenhaftes Eifgenbachtal. Oder: Wanderergarn auf dem Bergischen Weg!
Bei der vorherigen Etappe konnte ich am Rรผdenstein die โGeschichte von dem Kรถterโ nicht erzรคhlen. Das lag daran, dass der Herr gestrippt hatte โ woraufhin mir die Story zum Rรผdenstein einfach nicht mehr einfallen wollteโฆ Den Kรถter, der dies natรผrlich mitbekam, รคrgerte das sehr. Und so erschien er plรถtzlich wutschnaubend im Wald und hatte es auf den Kulturbeauftragten abgesehen.
Er jagte ihn durch den Forst. In seiner Not kletterte er einen Baum hinauf und riss dabei eine Markierung des Bergischen Weges ab. Der Kรถter wollte ihm folgen, stรผrzte aber bei dem Versuch, den Baum hinauf zu kommen in einen Abgrund. Um den Kรถter war es damit geschehen. Das Wegschild aber sammelte der Kulturbeauftragte auf und รผberreichte es mir anschlieรend feierlich. ๐


Die โWiege des Bergischen Landesโ
Nach dieser aufregenden Geschichte ๐ wanderten wir weiter in das Tal der Dhรผn hinein und erreichten schlieรlich Altenberg mit dem Dom. Unterwegs entdeckten wir ein Reh, das รผberhaupt keine Angst vor uns hatte, neugierig schaute und sich einfach ablichten lieร. Kurz vor Altenberg gelangten wir an den Mรคrchenwald Altenberg โ in dem ich selbst รผbrigens noch nie gewesen bin. Glaube ich. Vielleicht waren meine Eltern ja schon einmal mit mir dortโฆ ๐
Das Gebiet um den Altenberger Dom herum wird als die โWiege des Bergischen Landesโ bezeichnet, weil hier einst die erste Burg der Grafen von Berg, die Burg Berge, stand. Heute ist sie noch als sogenannte Erdenburg vorhanden. Das bedeutet, es existieren nur der Hรผgel, auf dem die Burg stand, und spรคrliche Mauerreste. Um die Erdenburg zu erreichen, mรผsste man den Bergischen Weg bei Altenberg kurzzeitig verlassen.
Herr Mรผller und ich hatten an diesem Tag nicht nur viel zu erzรคhlen und zu besprechen, wir liefen auch das erste Mal mit der Ausrรผstung, die wir uns fรผr unsere spontan gebuchte Alpenรผberquerung zugelegt hatten. Im Altenberger Dom weihte โdie heilige Christineโ dann spontan meine und dem Herrn Mรผller seine Alpen-Galoschen mit etwas Weihwasser. Damit wir heile von der Alpenรผberquerung zurรผckkommen โ so eine schรถne Geste! โค๏ธ. (Spoiler: Es hat geholfen!)
Der Bergische Weg: Im Tal der Dhรผnn
Nachdem wir den Dom ausgiebig von innen betrachtet hatten, verlieรen wir den Bergischen Weg kurzzeitig โ allerdings nicht, um die Erdenburg zu betrachten, sondern um gegenรผber am Wandererparkplatz in ein Cafรฉ einzukehren. ๐ Zurรผck auf dem Fernwanderweg ging es schlieรlich in einem stetigen Auf und Ab weiter. Wir liefen durch saftige Maisfelder, in schattige Wรคlder, vorbei an lang gezogenen Weiden und genossen weite Ausblicke in das Bergische Land. Es war so schรถn! ๐
Es gab eigentlich nur den Bergischen Weg und uns. ๐ Einkehrmรถglichkeiten gibt es auf den letzten 15 km รผbrigens nicht mehr. Schlieรlich erreichten wir Herrenstrunden bzw. etwas dahinter die kleine Ortschaft โSchiffโ, wo wir den Fernwanderweg verlieรen und auf den Zuweg in Richtung Bergisch Gladbach gingen.



Tipp:
Fahrt ab โSchiffโ mit dem Bus zum Bahnhof in Bergisch Gladbach runter. Der Zuweg ist etwas รผber 5 km lang, nicht wirklich schรถn und verlรคuft zu groรen Teilen entlang der Bundesstraรe.
Nach gut 30 km waren wir echt etwas geschlaucht und hรคtten uns den Zuweg und die zusรคtzliche Gehstunde gespart, wenn uns klar gewesen wรคreโฆ Am Bahnhof angekommen konnten wir zum Glรผck direkt in die Bahn springen und nach Leichlingen zurรผckfahren. Das traditionelle Bier tranken wir ja bereits in Altenbergโฆ Obgleich ich durchaus noch eins getrunken hรคtte, wenn sich die Gelegenheit ergeben hรคtte. ๐
Der Bergische Weg, Etappe 6: Hรถhenprofil und GPS
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