Ich habe ein Jahr lang zwei Webseiten betrieben, weil ich felsenfest überzeugt war, dass Wandern und Coaching getrennt laufen müssen. Sie müssen nicht. Und genau in dieser Zeit ist mir aufgefallen, dass mein eigener Blogname seit zwölf Jahren etwas sagt, das ich nie bemerkt hatte. Hier kommt die Geschichte zu meinem neuen Claim – und die Erklärung, warum hier in den letzten Wochen dreimal ein anderer Satz stand. 🙂
Zwölf Jahre lang stand hier ein Zusatz hinter meinem Blognamen: Ausgelatschte Schuhe. Das Wanderblog.
Der ist jetzt weg, ersatzlos. Der Name steht allein. Das hat einen Grund, und der hat mich ein ganzes Jahr gekostet.
Ausgetauscht habe ich etwas anderes: den Satz, der über allem steht. Der neue versteht sich für jede Wanderin von selbst – und handelt trotzdem nicht nur vom Wandern:
Ein Schritt reicht. Dann der nächste.
Draußen auf dem Weg ist das eine Selbstverständlichkeit. Auf dem inneren Weg ist es genau derselbe Satz. Das ist der ganze Trick daran. 🙂
Jahrelang stand über allem, was ich gemacht habe: „Geboren, um zu wandern.“ Als das Coaching dazukam, habe ich ihn erweitert zu „Geboren, um zu wandern und zu wachsen.“ Und war damit nie so richtig glücklich.
Und dann hatte ich in wenigen Wochen gleich drei Stück. Erst „Der schönste Weg führt zu dir selbst.“, danach „Geh los. Der Weg zeigt sich unterwegs.“, und jetzt diesen hier. Wenn du dich also gefragt hast, was hier eigentlich los ist: Du hast richtig gesehen. 🙂
Der Unterschied ist: Die anderen waren nicht falsch, sie waren nur nicht meine. Dieser hier bleibt.
In diesem Artikel erzähle ich dir, was mein neuer Claim bedeutet – und zwar auf zwei Ebenen, von denen mir die zweite erst letztes Jahr selbst aufgegangen ist. Ich erzähle dir außerdem, warum ich ein ganzes Jahr lang zwei Webseiten betrieben habe, bevor ich gemerkt habe, dass das Unsinn ist. Und was ich mit diesem Satz eigentlich vorhabe.
Fangen wir vorne an.
Was bedeutet „Ein Schritt reicht. Dann der nächste.“?
Kurz gesagt: „Ein Schritt reicht. Dann der nächste.“ heißt, dass Veränderung Schritt für Schritt passiert – beim Wandern genauso wie im Coaching.
Die erste Ebene: Die fünf Schritte der Veränderung – und warum du keinen überspringen kannst
Beim Wandern ist das so selbstverständlich, dass niemand darüber nachdenkt. Du stehst in Oberstdorf, willst nach Meran, und zwischen dir und Meran liegen die Alpen. Niemand kommt auf die Idee, das in einem Rutsch zu erledigen. Du gehst einen Schritt. Dann den nächsten. Sechs Tage später bist du da.
Im Leben machen wir das komischerweise anders. Da soll die Veränderung bitte am Stück kommen. Eine Session, ein Wochenende, ein Kurs, und danach ist alles anders.
So funktioniert das nicht. Und ich sage das nicht als Spielverderberin, sondern weil ich es selbst durchlaufen habe.
In meiner Coaching-Ausbildung habe ich die fünf Schritte der Veränderung gelernt (die sind nicht auf meinem Mist gewachsen, die stammen von Damian Richter):
- Bewusstsein – dir fällt überhaupt erst auf, dass da etwas nicht passt.
- Verständnis – du verstehst, warum es so ist, wie es ist.
- Loslassen – das Alte darf gehen.
- Neuausrichtung – du entscheidest, wie es stattdessen sein soll.
- Tun – du machst es tatsächlich anders.
Und jetzt kommt der Teil, den niemand gerne hört: Du kannst keinen davon überspringen. Wer bei Schritt 1 anfängt und direkt zu Schritt 5 springt, bekommt maximal eine oberflächliche Veränderung. Die hält eine Weile, und dann ist alles wieder wie vorher, weil das Fundament fehlt.
Das klingt erst mal nach viel. Ist es aber nicht. Der Satz heißt nämlich auch: Du musst nicht dein ganzes Leben auf einmal umkrempeln. Ein Schritt reicht. Wirklich.
Und dieser erste Schritt ist fast nie eine große Tat. Er ist eine Entscheidung. Der Moment, in dem du dich hinsetzt und sagst: So, jetzt nicht mehr. Alles andere kommt danach. Aber ohne diese eine Entscheidung passiert gar nichts, egal wie viel du liest, planst oder darüber nachdenkst.
Es muss also nur der nächste Schritt sein, und nicht der übernächste.
Beziehungen, Freundschaften, Job – manchmal fühlt es sich an, als würde immer derselbe Film laufen, nur mit anderen Figuren. Was das mit deiner Kindheit zu tun hat und wie du anfängst, es zu sehen und aufzulösen:
Mein kostenloses Freebie zeigt es dir!
Die zweite Ebene: Woher kommt der Name Ausgelatschte Schuhe?
2014 saß ich da und überlegte, wie ich mein Blog nennen soll. Ich kam ziemlich schnell auf die Idee: Wer viel wandert, hat irgendwann ausgelatschte Schuhe. Fertig, Name gefunden. Damit es auch wirklich jeder versteht (und die Suchmaschinen sowieso), habe ich „Das Wanderblog“ hinten drangehängt.
Das war’s. Kein Konzept, keine Markenstrategie, keine tiefere Bedeutung. Ein Wortspiel über kaputte Schuhe. 🙂
Was ich damals nicht wusste: Ich hatte mir aus Versehen einen Namen gegeben, der noch etwas ganz anderes kann.
Ausgelatschte Schuhe sind nämlich nicht kaputt. Sie sind eingelaufen. Sie haben etwas hinter sich. Und genau das ist der Punkt, der mir erst viel später aufgefallen ist: Die Wege, über die ich hier schreibe, bin ich vorher selbst gelaufen. Die Alpenüberquerung, die 196 Kilometer auf dem RheinBurgenWeg ganz allein, die 259 Kilometer auf dem Bergischen Weg mit rund 200 Leuten im Schlepptau.
Ich schreibe über keinen Weg, den ich nicht selbst gegangen bin. Und ich meine damit nicht nur die mit Wegzeichen.
Genau so ist es mit den inneren Wegen. Ich gebe im Coaching nichts weiter, was ich nicht selbst durchlaufen habe. Meine Ausbildung war explizit darauf ausgelegt, erst mal die eigenen Themen zu klären. Erst gehen. Dann begleiten.
Ausgelatscht heißt nicht fertig. Persönlichkeitsentwicklung ist ein Prozess, den du Schritt für Schritt weitergehst, weil er niemals endet – und genau davon werden die Schuhe ausgelatscht. Nicht vom Kaputtgehen, sondern von den vielen Kilometern, die schon drin sind.
Ich stelle mir das immer wie eine Eistüte vor: Ist ein Problem gelöst, taucht darunter das nächste auf. Das klingt anstrengend, ist es manchmal auch, aber es heißt eben auch: Du bist nie zu spät dran und nie fertig. Du bist unterwegs.
Ich bin es übrigens auch. Immer noch.
Warum ich genau jetzt mit „Ein Schritt reicht. Dann der nächste.“ einen neuen Claim entwickelt habe!
Warum ich ein Jahr lang zwei Webseiten hatte
Als ich 2024 mit der Coaching-Ausbildung anfing, war für mich sonnenklar: Das muss getrennt laufen.
Hier das Wanderblog, da das Coaching. Zwei Welten, zwei Zielgruppen, zwei Auftritte. Also habe ich mir eine neue Domain geholt, eine neue Webseite gebaut, einen neuen Blog aufgesetzt. Komplett. Alles doppelt.
Ein Jahr lang bin ich diesem Mindfuck gefolgt. Und dann habe ich zwei Dinge gemerkt.
Erstens: Zwei Webseiten zu betreuen ist der helle Wahnsinn. Das war mir schlicht zu viel.
Zweitens – und das war das eigentlich Wichtige: Wandern und Coaching lassen sich hervorragend miteinander verbinden, und die Natur ist genau der Ort dafür. Draußen komme ich ins Spüren. Das Draußen und das Drinnen gehören bei mir zusammen, und zwar schon immer. Ich hatte es nur ein Jahr lang künstlich auseinandergehalten.
Die zweite Webseite gibt es nicht mehr, die habe ich gelöscht. Die Domain habe ich behalten, man weiß ja nie. 🙂
Und witzigerweise ist mir genau in dieser Zeit aufgefallen, was mein eigener Blogname eigentlich alles hergibt. Ich hatte ihn elf Jahre lang benutzt, ohne die zweite Bedeutung zu sehen. Manchmal steht die Antwort schon die ganze Zeit über dem Türrahmen.
Zwölf Jahre Wanderblog, ein Jahr mit zwei parallelen Webseiten, drei verworfene Claims in wenigen Wochen – und am Ende ein Satz, der bleibt.
Und dann passte der Rest nicht mehr
Nachdem ich zusammengelegt hatte, fing es an zu bröckeln. Erst der Claim: Ich hatte ihn zwar schon mal angepasst, aber er gefiel mir trotzdem nicht mehr. Dann der Zusatz „Das Wanderblog“, der einfach nicht mehr beschrieb, was ich hier tue.
Irgendwann war der Gedanke da: Ich bin da herausgewachsen.
Erarbeitet habe ich den neuen Claim dann im Rahmen von Judiths Jahrescoaching (und mit ordentlich Unterstützung von der KI, das gehört zur Ehrlichkeit dazu).
Was alles im Papierkorb gelandet ist
Weil ich es ehrlicher finde, wenn man den Prozess sieht und nicht nur das Ergebnis – hier die Kandidaten, die es nicht geworden sind:
- „Geh los. Der Weg zeigt sich unterwegs.“ Mein bisheriger Claim. Handwerklich völlig in Ordnung. Das Problem: Im Wandercoaching-Feld ist das Wort „Weg“ komplett verbrannt. Es gibt einen Anbieter mit dem Claim „finde und gehe deinen Weg“ – da war ich zu nah dran.
- „Draußen gehen, innen ankommen.“ Klang gut, war aber praktisch die Standardformel des ganzen Naturcoachings. Austauschbar.
- „Werde die Frau, die losgeht.“ Den mag ich sehr. Er ist nur nicht als Claim geeignet, weil das Wort „Frauen“ schon in meiner Keyword-Zeile steht. Doppelt gemoppelt. Er hat trotzdem ein Zuhause gefunden: Er steht jetzt auf meiner Freebie-Seite.
- „Ich war schon da. Komm mit.“ Auch schön. Aber er dreht sich um mich, nicht um dich. Als Claim war er deshalb raus, auf meiner Über-mich-Seite passt er dagegen perfekt.
Übrig blieb der Satz, der genau das sagt, woran ich glaube. Draußen wie drinnen.
Was ich mit „Ein Schritt reicht. Dann der nächste.“ bewirken werde!
Wenn du meinen Claim liest, sollst du eine Sache mitnehmen: Ob sich in deinem Leben etwas ändert, ist immer nur eine Entscheidung entfernt. Ein Schritt.
Die meisten von uns machen nämlich jeden Tag dieselben Schritte und treffen jeden Tag dieselben Entscheidungen. Und wundern sich dann, dass das Leben aussieht wie letztes Jahr. Es gibt diesen Satz, der immer wieder Einstein zugeschrieben wird (nachweislich zu Unrecht, aber egal): Immer wieder dasselbe zu tun und ein anderes Ergebnis zu erwarten, ist die Definition von Wahnsinn.
Genau da setze ich an. Nicht mit „du musst nur positiv denken“. Nicht mit „eine Session und alles ist gut“. Sondern mit dem nächsten Schritt. Dem einen, der gerade dran ist.
Wie ich meinen Claim selbst lebe
Ich muss dafür gar nicht weit ausholen, ich stecke nämlich mittendrin.
Erinnerst du dich an die Coaching-Ausbildung? Ich habe zwei davon bei Damian gemacht: erst die kleine, die VAK-Coach-Ausbildung, dann die große obendrauf, die Impuls-Coach-Ausbildung. An dem Tag, an dem ich die erste gebucht habe, war ich super aufgeregt. Ich hatte mit dem Team einen Termin ausgemacht, um alles zu besprechen, und musste bis dahin anderthalb Stunden warten.
Anderthalb Stunden. Ich hätte in der Zeit eine schöne Runde gehen können. Stattdessen bin ich die ganze Zeit in der Wohnung auf und ab getigert.
Warum? Weil die Ausbildung Geld gekostet hat. Nicht wenig. Und weil ich bis dahin so gut wie nie Geld in mich selbst investiert hatte.
Das war ein Schritt. Der erste von vielen. Danach kam der nächste: die große Ausbildung. Dann der nächste: Judiths Jahrescoaching. Und so geht es weiter, bis heute.
Von vielem, was ich dort lerne, hatte ich vorher keine Ahnung. Ich habe mein Freebie erarbeitet und technisch aufgesetzt – jetzt weiß ich, wie das geht, und kann weitere bauen. Dann war die Webseite dran, der Claim, die ganze Markenfindung. Hatte ich auch noch nie gemacht. Als Nächstes steht unter anderem ein digitaler Adventskalender an.
Ich gehe da Schritt für Schritt durch. Ein Schritt reicht, dann der nächste.
Und genau das wünsche ich dir auch. Du musst nicht wissen, wie der ganze Weg aussieht. Du musst nur wissen, was der nächste Schritt ist.
Und wenn du das Gefühl hast, dass sich bei dir immer dasselbe wiederholt?
Dann fang genau da an. Kein Kurs, kein Wochenende, keine Lebensumkrempelung – nur ein Blick auf das Muster, das bei dir läuft. Ein Schritt. Der erste. 👇
Werde die Frau, die losgeht.
Ein Schritt reicht. Dann der nächste.
Liebe Grüße
Bina ❤️

Warum passiert mir immer dasselbe?
Wenn du das Gefühl kennst, dass sich eine Geschichte in deinem Leben einfach wiederholt – egal wie viel du an dir arbeitest – dann ist dieses PDF für dich. Fünf Fragen, die zeigen, was wirklich dahintersteckt.
FAQ zu „Ein Schritt reicht. Dann der nächste.“
Er bedeutet, dass Veränderung Schritt für Schritt passiert und sich kein Schritt überspringen lässt – beim Wandern genauso wie im Coaching. Gleichzeitig nimmt er den Druck: Du musst nicht dein ganzes Leben auf einmal umkrempeln. Ein Schritt reicht, er muss nur der nächste sein.
Ich habe mir den Namen 2014 für mein Wanderblog ausgedacht, nach dem simplen Gedanken: Wer viel wandert, hat irgendwann ausgelatschte Schuhe. Dass der Name noch eine zweite Bedeutung hat – ausgelatscht heißt eingelaufen, nicht kaputt – ist mir erst elf Jahre später aufgefallen.
Bewusstsein, Verständnis, Loslassen, Neuausrichtung, Tun. Ich habe sie 2024 in meiner Coaching-Ausbildung bei Damian Richter gelernt, es ist keine Methode von mir. Wichtig ist die Reihenfolge: Wer Schritte überspringt, bekommt maximal eine oberflächliche Veränderung.
Nein. Mein Coaching läuft online über Zoom. Wandern und Coaching stehen bei mir nebeneinander und durchdringen sich, aber ich bin keine Wandercoachin – ich war elf Jahre Wanderbloggerin, bevor ich Coach wurde.
Weil ich herausgewachsen bin. Jahrelang stand über allem „Geboren, um zu wandern.“ – ein Satz über mich, der mit Coaching nichts zu tun hatte. Als ich Wandern und Coaching auf einer Webseite zusammengelegt habe, passte er nicht mehr, und ich habe in wenigen Wochen drei neue ausprobiert, bis einer saß. „Ein Schritt reicht. Dann der nächste.“ funktioniert draußen wie drinnen, ohne Erklärung.




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