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Toxische Beziehung – was ist das? Woran ich sie erkenne und was der erste Schritt heraus ist

Zuletzt aktualisiert am 20. September 2026
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Frau geht allein durch einen lichtdurchfluteten Wald - Symbolbild für den Weg aus einer toxischen Beziehung

Toxische Beziehung – was ist das eigentlich genau? Gemeint ist eine ungesunde Beziehung, in der sich Zuneigung und Abwertung immer wieder abwechseln – ein Muster, das dich Schritt für Schritt emotional abhängig macht. Hier erfährst du, woran du eine toxische Beziehung erkennst, warum sie so schwer loszulassen ist – und welchen Weg es von hier aus gibt.


Das Wichtigste in Kürze:

Eine toxische Beziehung ist eine Beziehung, in der sich Zuwendung und Abwertung ständig abwechseln – bis emotionale Abhängigkeit daraus entsteht und du dich selbst immer mehr verlierst.

Nicht jeder Mensch, der sich toxisch verhält, ist automatisch ein „Narzisst“: Jeder von uns trägt toxische Anteile in sich, es kommt auf die Ausprägung an.

Typische Anzeichen: notorisch-berechnendes Lügen; Unfähigkeit, Fehler zuzugeben und Schuldumkehr (du oder alle anderen sind schuld) – oft schon beim Kennenlernen erkennbar.

Betroffene erleben ein ständiges Wechselbad der Gefühle: Heiß. Kalt. Genau dieser Wechsel aus Nähe und Schmerz ist der Suchtmechanismus dahinter – je öfter er sich wiederholt, desto stärker wird die Bindung.

Wer die Anzeichen früh erkennt, kann im besten Fall verhindern, überhaupt erst richtig hineinzugeraten – und wer schon mittendrin steckt, findet mit der richtigen Unterstützung trotzdem einen Weg heraus.

„Ich dachte, es ändert sich schon noch zum Guten – wir werden doch noch ein gutes Team.“ Das hat jemand bei meiner anonymen Umfrage geschrieben. Der Satz ist bei mir hängengeblieben – vielleicht, weil ich ihn so gut kenne. Gerade sammle ich Erfahrungen von Menschen, die eine ungesunde Beziehung hinter sich haben oder noch mittendrin stecken. Wenn du magst, ist deine Geschichte anonym dabei – in ein paar Minuten erzählt.

Aber der Reihe nach.

Heute plaudere ich mal aus dem Nähkästchen: 2018 fing ich an, mich mit Coaching zu beschäftigen. Zu Beginn und in den ersten Jahren ausschließlich mit Beziehungscoaching. Ich hab viel gelernt, und irgendwann kam der Punkt, da ging es um toxische Beziehungen. Narzissten. Und ich dachte mir damals so: „Ja, habe ich schon mal gehört. Ist irgendwas Komisches – aber das betrifft mich ja nicht.“

Und dann habe ich diese Seiten überblättert und an einer anderen Stelle weitergemacht. Ich habe mir das nicht einmal angeschaut!

Erst viel später gab es auf einmal einen Punkt, an dem ich dachte: Was war das eigentlich noch mal, womit ich mich nicht beschäftigt habe? Ich habe mir die Unterlagen wieder vorgenommen und es war eine Offenbarung, denn: Ich hatte mich ja nicht grundlos mit Beziehungen beschäftigt.

Auf einmal gab es eine Erklärung und einen Namen für das, was ich in der Vergangenheit in Beziehungen erlebt hatte. Und genau daran war ich beim ersten Durcharbeiten achtlos vorbeigegangen.

Vielleicht geht es dir gerade wie mir damals: Du spürst, dass etwas nicht stimmt – oder nicht gestimmt hat. Vielleicht traust du dich nur noch nicht, es beim Namen zu nennen. Oder dir fehlt, so wie mir damals, überhaupt noch das Wort dafür – dass „toxisch“ genau das sein könnte, was deine Erlebnisse erklärt.

Ein paar Dinge vorweg

Ich bin Bina, zertifizierte VAK- und Impuls-Coach nach Damian Richter, und begleite Frauen dabei, emotionale Blockaden und alte Muster zu lösen – aus eigener Erfahrung, nicht nur angelesen. Ohne Heilsversprechen: Veränderung braucht Zeit, kein „eine Nacht und alles ist gut“. Coaching ersetzt keine Therapie – bei akuter Krise wende dich an therapeutische oder ärztliche Hilfe, bei akuter Not an die Telefonseelsorge: 0800 111 0 111 (kostenlos, rund um die Uhr).

Noch ein Hinweis: Toxisches Verhalten gibt es genauso bei Frauen. Wenn ich hier durchgängig von „er“ spreche, hat das einen ganz praktischen Grund – ich coache Frauen, und bei ihnen geht es meistens um einen toxischen Mann. Hast du selbst mit einer toxischen Frau zu tun (gehabt), gilt hier alles genauso für dich – denk dir einfach „sie“ statt „er“.

Und noch etwas: Toxische Muster beschränken sich nicht auf Liebesbeziehungen. Du kannst einem toxischen Chef genauso begegnen wie einer toxischen Freundin oder einem Arbeitskollegen. Ich konzentriere mich hier auf Partnerschaften, weil das mein Coaching-Schwerpunkt ist – vieles von dem, was du hier liest, lässt sich aber genauso auf andere Beziehungen übertragen. 

Aber fangen wir vorne an: Was ist eine toxische Beziehung überhaupt?

Was ist eine toxische Beziehung?

Eine toxische Beziehung folgt einem wiederkehrenden Muster aus Zuneigung und Abwertung – und durchläuft dabei mehrere Phasen. Am Anfang steht fast immer das Love Bombing. Sobald der toxische Partner sich deiner und der Beziehung sicher ist, kippt die Stimmung. Es folgt das sogenannte Abwerten, das sich mit einer anschließenden Aufwertung abwechselt.

Love Bombing

Am Anfang ist alles perfekt. Du wirst mit Liebe, Aufmerksamkeit, Komplimenten und Geschenken überschüttet. Vielleicht denkst du sogar, du hast deinen Seelenverwandten gefunden. Es wird extrem schnell eine tiefe emotionale Abhängigkeit und Bindung aufgebaut. Die Beziehung ist viel zu schnell „fix“ – manchmal innerhalb von Tagen oder weniger Wochen.

Diese Phase dient als Fundament, damit du später trotz schlechter Behandlung bleibst – weil du dich immer wieder an diesen perfekten Anfang erinnerst und zu ihm zurückkehren willst.

Abwerten

Es fängt mit ganz kleinen, subtilen Abwertungen an – der toxische Partner testet, wie weit er gehen kann. Vielleicht macht er einen vorgeblich scherzhaften Kommentar über dein Aussehen, setzt einen kleinen Hieb beim Wandern („Kannst du nicht schneller laufen?“) oder wertet er zum Beispiel deinen Job ab („Was du da machst, könnte ich ja wohl ohne Einarbeitung machen“)

Und so geht es jedes Mal ein Stück weiter und deine Grenzen werden nach und nach aufgeweicht. Setzt du eine Grenze oder wehrst dich, folgen emotionale Erpressung und Bestrafung, Schuldumkehr, Gaslighting und so weiter. Du fühlst dich ständig verunsichert, läufst wie auf Eierschalen, weil du nie weißt, welche Version deines Partners du heute bekommst.

Aufwerten

Wenn du abgewertet wurdest, folgt ein kurzes erneutes Love Bombing bzw. eine erneute Aufwertung. Der toxische Partner hat nämlich Angst, dass du dich jetzt trennen könntest. So erlebst du noch einmal das tolle Gefühl aus der Anfangszeit, womit er sicherstellt, dass du bleibst. Nach kurzer Zeit hört es auf und es geht weiter mit der Abwertung. Immer im Wechsel, solange du das mitmachst.

Trennungs- oder Verwerfungsphase

Kommt es aber dazu, dass du nicht mehr so „funktionierst“, wie der toxische Partner es will, kommt es zum Bruch. Du wirst eiskalt abserviert, ignoriert oder der Partner droht massiv mit Trennung. Oft wird dir die alleinige Schuld am Scheitern der Beziehung gegeben. Durch den vorherigen Kreislauf von Aufwertung und Abwertung spürst du einen extremen Schmerz, vielleicht Verlustangst und das Gefühl, wertlos zu sein.

Das ist der sogenannte Trauma Bond, der Suchtkreislauf, der bei einer toxischen Beziehung entsteht.

Rückholphase

Der Kreislauf endet selten mit der Trennung. Sobald der toxische Partner merkt, dass er die Kontrolle verliert oder du dich distanzierst, versucht er, dich wie ein Staubsauger wieder einzusaugen. Plötzlich meldet er sich bei dir und tut so, als sei nie etwas gewesen. Er zeigt wieder das Verhalten aus der Love-Bombing-Phase: Er entschuldigt sich (oft nur scheinbar), weint, verspricht Besserung.

On-Off-Beziehung: das typische Ergebnis einer toxischen Beziehung

Sobald du wieder emotional investiert bist und verzeihst, schließt sich der Kreis – und das Ganze beginnt von vorn, wobei die Abwertungsphasen meistens nach jeder Trennung heftiger werden.

Warum das so ist? Dahinter steckt der Suchtkreislauf, der Trauma Bond, über den wir eben gesprochen haben – und er wirkt auf verschiedene Arten.

Zum einen durch die Versöhnung selbst: Jede Versöhnung bringt für einen Moment das Gefühl der ersten Zeit zurück, und daraus entsteht die Hoffnung, dass er sich wirklich ändert und alles noch mal gut wird.

Aber die ehrliche Wahrheit ist: Du kannst einen anderen Menschen nicht ändern! Verändern kann sich nur, wer es selbst wirklich will und bereit ist, an sich zu arbeiten – und genau das tun toxische Menschen so gut wie nie.

Zum anderen wirkt der Trauma Bond durch den fehlenden Schlusspunkt: Statt einer klaren Trennung zieht sich der toxische Partner oft einfach zurück und hinterlässt Rätsel, die nie aufgelöst werden: Hat er wirklich dies und das getan? Hing dieses schon mit jenem zusammen? Dein Verstand will das unbedingt klären – kann es aber nicht, weil dir die Antworten fehlen. Das zermürbt dich schon während der Beziehung, weil so vieles nicht zusammenpasst.

Und genau dieses (manipulative) Schweigen selbst ist eine massive Abwertung, keine neutrale Pause. Du wartest förmlich auf die Wiederaufwertung, die sonst immer kam – denn genau dieses Muster hat er dir über die ganze Beziehung hinweg antrainiert: der ewige Wechsel aus Ab- und Aufwerten.

Die Illusion des perfekten Anfangs

Beides hält dich fest: das Grübeln über die offenen Fragen und das Warten auf das gute Gefühl des Anfangs, das vielleicht noch mal zurückkommt. Und noch mehr: Mal bist du wütend, wegen der ganzen Dinge, die er dir angetan hat. Mal bist du traurig und vermisst ihn, weil du an die schönen Zeiten denkst. Mal bist du sauer auf dich selbst, weil du das mit dir hast machen lassen.

Du denkst ständig an ihn, auch wenn er nicht da ist. Genau das will er – und genau das ist die Tür, durch die alles später wieder von vorn beginnen kann.

Und das Tückische: Mit jeder Trennung wird die Abwertung härter – trotzdem fällt der Absprung nicht leichter, sondern schwerer, weil du dich jedes Mal ein Stück fester an das klammerst, was am Anfang mal war und längst nicht mehr existiert.

Dabei hat es das in Wahrheit nie gegeben: Er hat dir dieses perfekte Bild nur vorgespielt – eine Illusion, an die du dich klammerst, keine Realität, die zurückkommen könnte.

Was ist die dunkle Triade?

In der Psychologie spricht man von der dunklen Triade: Narzissmus, Machiavellismus und Psychopathie – denn nicht jeder toxische Mensch passt in das Bild vom „typischen Narzissten. Das sind keine Diagnosen, sondern Persönlichkeitszüge, die in abgeschwächter Form auch bei jedem ganz normalen Menschen vorkommen. Fachleute nennen das „subklinisch“ – also unterhalb der Schwelle, ab der von einer behandlungsbedürftigen Störung gesprochen wird.

Für zwei davon, Narzissmus und Psychopathie, gibt es auch eine „klinische“ Form – also eine anerkannte psychische Störung, die eine Fachperson feststellen kann (die narzisstische bzw. die antisoziale Persönlichkeitsstörung). Machiavellismus dagegen ist gar keine Diagnose, sondern nur eine Beschreibung dafür, wie jemand tickt. Und genau deshalb geht es hier nicht darum, jemandem eine Störung zu unterstellen, sondern darum, Muster zu erkennen.

Nebenbei: Auch „toxische Beziehung“ ist streng genommen kein anerkannter Fachbegriff – Psycholog:innen sprechen eher von dysfunktionalen Beziehungen. Ich benutze das Wort trotzdem, weil es greifbar ist.

Dennoch gibt es Persönlichkeitszüge, die sich den Merkmalen dieser drei Typen zuordnen lassen und – wenn sie gehäuft auftreten – vermuten lassen, dass du es mit einer toxischen Beziehung oder z. B. einer Person mit narzisstischen Zügen zu tun hast.

Wie erkenne ich eine toxische Persönlichkeit? Zeichen einer toxischen Beziehung.

Beim Kennenlernen

Es ist nicht einfach, eine toxische Persönlichkeit zu erkennen. Trotzdem gibt es ein paar Punkte, die sich in vielen Fällen wiederholen:

(Wichtig: Ein einzelner Punkt allein muss nichts bedeuten – schau dir das Gesamtbild an!) 

  • Gibt er vor, genau die gleichen Hobbys, Interessen und Zukunftspläne zu haben wie du? Hinterfrage es. Sei neugierig: Was genau macht er, wann, wie, wo? Fachsimple mit ihm, dann merkst du schnell, ob er diese Hobbys wirklich betreibt oder ob er nur vorgibt, das zu tun.
  • Interessiert er sich aufrichtig für dich? Stellt er Fragen? Oder erzählt er ausschließlich von sich?
  • Wie redet er über andere Menschen? Wertschätzend? Oder wertet er sie ab und macht sich über sie lustig? Sind bei ihm immer die anderen schuld – niemals er selbst?
  • Wie redet er über vergangene Beziehungen? Wertschätzend oder abwertend? (Höre hin – genau so wird er später bei anderen über dich sprechen!)
  • Spricht er von der „total verrückten Ex“, die vielleicht auch Stalkerin, Narzisstin, Messi oder Ähnliches gewesen sein soll?
  • Und wenn solche Begriffe fallen: Zückt er vielleicht sogar sein Handy und googelt, was eine Narzisstin oder Gaslighting ist und sagt dann so etwas wie: „Hier, guck dir das an, das hat die mit mir gemacht!“?

Wenn diese Punkte auftauchen

Wenn schon in dieser frühen Phase die „verrückte Ex“ zur Sprache kommt und/oder Begriffe wie Narzisstin, Gaslighting oder Ähnliches fallen, ist das für mich ein klares Signal: Hier würde ich einen Haken dranmachen und weiterziehen – sei es dir selbst wert! Möchtest du dich wirklich auf jemanden einlassen, der seine Beziehungen und seine Vergangenheit nicht geklärt hat?

Nebenbei zeigt sich hier oft schon dasselbe Muster, das später in der Beziehung wiederkommt – toxische Menschen weisen gerne komplett von sich, was sie selbst tun, und behaupten sogar das komplette Gegenteil. In diesem Fall: dass jemand das mit ihnen gemacht hat. Wir sind wieder bei der Schuldumkehr. 

Im Kern zeigen dir all diese Punkte dasselbe: ob jemand Verantwortung für sein eigenes Leben übernimmt oder nicht. Und genau das ist die Voraussetzung dafür, auch in einer Beziehung Verantwortung zu übernehmen. Fehlt das eine, fehlt in der Regel auch das andere – und am Ende bist du die Person, die sich aufopfert, während die andere Person nichts tut – außer dir deine Zeit und deine Energie zu rauben.

In der Beziehung

Und wenn du bereits mit jemandem in einer Beziehung bist und dir irgendetwas komisch vorkommt – an diesen Anzeichen kannst du eine toxische Beziehung erkennen:

Lügen, Schuld und Kontrolle

  • Er ist niemals schuld: Die anderen machen immer Fehler und er ist das arme Opfer.
  • Notorisch-berechnendes Lügen und für alles gibt es eine Ausrede. Das erkennst du oft daran, dass sich die Ausreden wiederholen, denn – meiner Erfahrung nach – sind toxische Menschen oft ziemlich faul und solange sie glauben, dass du die Ausrede (noch einmal) schluckst, denken sie sich auch nichts Neues aus. Es hat ja schließlich schon einmal funktioniert.
  • Er ist komplett unfähig, Fehler zuzugeben. Er verdreht einfach alles – Hauptsache, er hat Recht und ist unschuldig.
  • Er ist überheblich. Er macht alles besser als andere (das will er zumindest glauben machen), und die anderen machen alles falsch.
  • Die Dinge, die er sagt, stimmen nicht mit dem überein, was er tut. Er ist ein absoluter Schnacker: Er erzählt dir von Plänen und Vorhaben und was er alles machen wird – und nichts davon geschieht jemals. Er kündigt immer wieder große Veränderungen an – dass er endlich seine Finanzen in Ordnung bringt, seine Verhältnisse klärt, etwas Grundlegendes ändert – aber es bleibt jedes Mal bei der Ankündigung. Das Gleiche gilt für gemeinsame Pläne: Er verspricht Urlaube oder Unternehmungen – aber es bleibt beim Versprechen, nichts davon wird umgesetzt.
  • Manchmal ist das Toxische gar nicht laut und offensichtlich, sondern leise und berechnend. Dann kommt die Manipulation als Fürsorge daher: ein hilfsbereites, liebevoll klingendes Angebot, hinter dem in Wahrheit ein kühl geplanter eigener Vorteil steckt. Zum Beispiel, um an eine Information zu kommen oder etwas hinter deinem Rücken zu planen. Das Perfide daran: Im Moment fühlt es sich gut an und du durchschaust erst später, worum es wirklich ging.

Wie er dich isoliert und täuscht

  • Er manipuliert dich, indem er dir die Aufmerksamkeit entzieht und dich ignoriert.
  • Er liebt es, Konkurrenz zu erschaffen und andere gegeneinander auszuspielen. Beispiel: Er deutet eine Vergangenheit mit einer dir wichtigen Person an (die es so nie gegeben hat) – und plötzlich gibt es Ärger zwischen dir und dieser Person. Was er bewusst inszeniert, um sich in der Aufmerksamkeit danach zu suhlen, wird für die andere Frau zu echtem Leid. Sie stellt die vermeintliche Rivalin zur Rede, befragt gemeinsame Bekannte, versucht krampfhaft herauszufinden, welche Version der Geschichte stimmt – und zweifelt dabei an ihm, an sich selbst und an der Beziehung. Er selbst bleibt außen vor, „vollkommen unschuldig“ und als “Opfer ihrer Eifersucht”.
  • Hinter dem Rücken (auch hinter deinem) redet er schlecht über andere Menschen – oder über dich.
  • Er kennt deine Freunde und deine Familie und du kennst von seiner Seite… niemanden! Diese Einseitigkeit ist kein Zufall: Er hat vollen Einblick in dein Umfeld, während seins für dich verschlossen bleibt.  
  • Wie begann diese Beziehung? Ging alles sehr schnell (wenige Tage bis Wochen), und er hat dir vielleicht sogar verkündet, dass du jetzt seine Freundin bist? Hat er sich vielleicht von einer Dating-Plattform abgemeldet (falls ihr euch so kennengelernt habt) – aber es gab gar kein Gespräch darüber?
  • Kommen am laufenden Band (viel zu oft) die immer gleichen Komplimente und/oder Liebesschwüre? Du merkst, dass es einfach nur immer wieder gesagt, aber nicht ernst oder aufrichtig gemeint ist?
  • Toxische Menschen haben die Angewohnheit, dir alles zu erzählen, von dem sie glauben, dass du es hören willst. Wenn dir z. B. wichtig ist, dass ihr euch in der Beziehung weiterentwickelt, dann wird er dir ständig versichern, dass genau das passiert. Und dabei verändert er gar nichts. Die Einzige, die sich verändert, bist du.
  • Dinge, von denen er selbst weiß, dass sie nicht in Ordnung sind, streitet er nicht nur ab – er behauptet sogar das Gegenteil. Ich habe sowas sogar schon in Dating-Profilen gelesen, etwa „Ich lüge nie“, „Ich bin noch nie fremdgegangen“ oder Ähnliches. Was glaubst du, was jemand tut, der so etwas in ein Dating-Profil schreibt? 

Gaslighting

Bei den meisten Dingen, die ich hier genannt habe, handelt es sich um eine psychologische Manipulation, bei der jemand die Realität so verdreht, dass das Opfer an der eigenen Wahrnehmung, den eigenen Erinnerungen oder dem eigenen Verstand zweifelt.

Es gibt aber auch Situationen, in denen mehrere dieser Mechanismen ineinandergreifen und du plötzlich schuld bist, obwohl du einfach nur dein Leben gelebt hast.

Ein Beispiel aus dem Alltag

Du hast abends etwas ohne ihn vor und ihm passt das nicht. Vorher ist er deshalb abweisend – du hättest ja jetzt sowieso keine Zeit für ihn, müsstest dich vorbereiten und so weiter. Er vermiest dir so richtig die Laune. Am gleichen Abend oder am nächsten Tag macht er vielleicht sogar ein Drama: Denn du bist die Böse, die keine Zeit für ihn hat. Er muss jetzt erst einmal wieder Vertrauen zu dir fassen, denn du hast dieses Vertrauen zerstört.

Er dreht die Schuld um: Er ist das Opfer deiner Rücksichtslosigkeit. Gleichzeitig verdreht er die Realität und macht ein schweres Beziehungsdelikt daraus, dass du allein etwas unternimmst. Du sollst ihm jetzt Aufmerksamkeit schenken und dafür sorgen, dass er wieder Vertrauen zu dir fasst. Nicht zuletzt bist du auch noch für sein abweisendes Verhalten verantwortlich – denn du gehst einfach allein weg, und so bestraft er dich schon im Voraus, indem er sich abweisend verhält.

Ziel einer solchen Aktion ist, Kontrolle über dich auszuüben und dich von anderen zu isolieren. Du sollst dich daran erinnern, was für ein Drama es war, als du das letzte Mal allein weggegangen bist – und dir gut überlegen, ob du überhaupt noch ohne ihn weggehst.

Umfrage

Hast du dich in einigen dieser Punkte wiedererkannt? Dann geht es dir wie vielen. Ich sammle gerade anonym Erfahrungen für einen Folgeartikel – wenn du magst, ist deine Erfahrung dabei. Ein paar Minuten, komplett anonym. → zur Umfrage

Wie fühlt sich eine toxische Beziehung an?

Von innen fühlt sich eine toxische Beziehung ganz anders an, als sie von außen aussieht. Von außen (für andere) wirkt oft alles ganz normal. Vielleicht sogar richtig gut – ein Paar, das zusammen lacht, Fotos, Pläne. Hinter verschlossenen Türen sieht es ganz anders aus.

Du bist ständig angespannt. Du läufst wie auf Eierschalen, weil du nie genau weißt, welche Version deines Partners heute nach Hause kommt. Du überlegst dir dreimal, was du sagst, wie du es sagst und wann – nur um bloß kein Drama auszulösen.

Und du erklärst dich. Ständig. Warum du dich mit einer Freundin triffst, warum du müde bist, warum du etwas anders gemeint hast, als er es (angeblich) verstanden hat. Irgendwann rechtfertigst du dich für Dinge, für die sich kein Mensch rechtfertigen müsste.

Was in dir passiert

Am schwersten wiegt vielleicht der Zweifel an dir selbst. Du fängst an zu glauben, dass wirklich mit dir etwas nicht stimmt – dass du zu empfindlich bist, zu anstrengend, zu viel. Denn genau das hörst du ja immer wieder. Das ständige Verdrehen der Realität lässt sich vielleicht sogar an deinem Verstand zweifeln. Und irgendwann traust du deinem eigenen Bauchgefühl nicht mehr.

Du funktionierst. Du hältst die Fassade aufrecht. Und gleichzeitig wirst du immer kleiner – Stück für Stück gibst du auf, was dich ausmacht: deine Hobbys, deine Freunde, deine Meinung, deine Leichtigkeit. Am Ende erkennst du dich selbst kaum wieder.

Und über allem liegt dieses ständige Grübeln, das du schon kennst: der Kopf, der nicht aufhört, nach einer Erklärung zu suchen.

Das bleibt nicht nur im Kopf – der Körper macht das mit. Viele reagieren mit körperlichen Schmerzen oder Schlafstörungen, ohne dass es dafür eine andere Erklärung gibt. Andere verfallen ins Frustessen oder in stundenlanges Fernsehen – Hauptsache, sie müssen nicht spüren, was gerade wirklich los ist. Der Körper spiegelt oft viel schneller wider, was der Kopf noch nicht wahrhaben will.

Und es gibt noch eine andere Seite: Irgendwann erkennst du das Muster und steigst bewusst nicht mehr ein. Nur bringt das allein nicht viel – er verhält sich trotzdem weiter toxisch und bestraft dich dafür, dass du nicht mehr mitspielst. Das liegt daran, dass Erkennen allein noch keine Veränderung ist.

Ich arbeite mit fünf Schritten der Veränderung: Bewusstsein, Verständnis, Loslassen, Neuausrichtung, Tun. An diesem Punkt hast du vermutlich schon Bewusstsein und vielleicht sogar Verständnis – aber Loslassen, Neuausrichtung und Tun fehlen noch. Mehr zu den fünf Schritten liest du hier.

Wenn du dich hier wiederfindest, ist das kein Zeichen, dass du „verrückt“ bist. Es ist ein Zeichen, dass dein Gefühl die ganze Zeit recht hatte.

Was kannst du tun, wenn du dich wiedererkennst?

Wenn du dich in den letzten Abschnitten wiedergefunden hast: Nimm dir kurz einen Moment. Was du gerade fühlst, ist keine Überreaktion und kein „sich anstellen“.

Und jetzt kommt der Teil, den ich dir nicht ersparen kann: Erkennen ist der erste Schritt – aber nicht der letzte. Bei mir war das genauso. Ich hab das Muster gesehen und dachte, ab jetzt ist alles anders. War es nicht. 🙂 Wissen allein macht dich noch nicht frei davon – das hab ich am eigenen Leib gemerkt.

Als Coach weiß ich, was tatsächlich hilft: konkrete Prozesse, mit denen du dich wirklich davon lösen kannst.

Genau die zeige ich dir in einem kleinen Kurs, den ich gerade baue – damit du diese Techniken auch ohne eigene Coaching-Ausbildung an die Hand bekommst.

Er tut mir nicht gut – und ich vermisse ihn trotzdem

Der Kurs trägt den Titel „Er tut mir nicht gut – und ich vermisse ihn trotzdem“ und richtet sich an Frauen, die sich bereits getrennt haben und den Trauma Bond jetzt durchbrechen wollen. Er ist noch nicht fertig, aber ich kann dir schon mal sagen, worum es geht: um die konkreten Prozesse, mit denen du dich Schritt für Schritt vom Trauma Bond lösen kannst – zum Selbst-Anwenden, ohne dass du dafür Coach werden musst. Wenn du nicht verpassen willst, sobald er online geht: Trag dich in meinen Newsletter ein, dann bist du unter den Ersten, die Bescheid bekommen. → zum Newsletter

Und falls du merkst, dass sich dieses Muster nicht zum ersten Mal in deinem Leben zeigt – vielleicht mit anderen Menschen, in anderen Rollen: Mein kostenloses Freebie hilft dir, genau dieser Frage nachzugehen.

Wandere achtsam – auf dem Weg und auf deiner inneren Reise.
Bis zur nächsten Tour, deine Bina ❤️

FAQ Toxische Beziehung – was ist das?

Was ist eine toxische Beziehung?

Eine toxische Beziehung ist eine Beziehung, die in einem sich wiederholenden Wechsel aus überschwänglicher Zuwendung (Love Bombing) und Abwertung verläuft. Typisch sind Muster wie Schuldumkehr, Gaslighting und ein ständiges Wechselbad der Gefühle, das dich emotional abhängig macht.

Ist mein Partner ein Narzisst, wenn er toxisch ist?

Nicht unbedingt. „Narzisst“ ist ein Modewort geworden, das oft zu schnell benutzt wird. Fachleute sprechen stattdessen von der dunklen Triade aus Narzissmus, Machiavellismus und Psychopathie – Persönlichkeitszüge, die meist in abgeschwächter, nicht diagnosewürdiger Form auftreten, nicht immer eine echte Störung.

Woran erkenne ich eine toxische Beziehung?

Typische Anzeichen sind notorisch-berechnendes Lügen mit immer wiederkehrenden Ausreden, die Unfähigkeit, Fehler zuzugeben, ständige Schuldumkehr und das gezielte Ausspielen von Menschen gegeneinander. Von innen fühlt sich das oft wie ständiges Auf-Eierschalen-Laufen und Sich-selbst-Rechtfertigen an

Warum komme ich aus einer toxischen Beziehung nicht los?

Der Grund ist meist der sogenannte Trauma Bond: ein Suchtkreislauf aus Nähe und Schmerz, der durch den ständigen Wechsel zwischen Abwertung und kurzem erneutem Love Bombing entsteht. Je öfter dieser Wechsel passiert, desto stärker wird die Bindung – unabhängig davon, wie sehr du weißt, dass dir die Beziehung schadet

Was kann ich tun, wenn ich mich in einer toxischen Beziehung wiedererkenne?

Erkennen ist der erste Schritt, aber nicht der letzte – Wissen allein macht noch nicht frei vom Muster. Mir persönlich hat es geholfen, mein eigenes Coaching-Handwerkszeug darauf anzuwenden; falls dir das fehlt, kannst du dir das zum Beispiel in einem Coaching aneignen. Falls (körperliche oder sexualisierte) Gewalt im Spiel ist, wende dich an das Hilfetelefon Gewalt gegen Frauen (116 016) oder das Hilfetelefon Gewalt an Männern (0800 123 99 00).

Kann sich ein Narzisst ändern?

Nur in seltenen Fällen – und nur, wenn er es selbst wirklich will und ehrlich an sich arbeitet. Genau daran hapert es aber meist: Wer ausgeprägt narzisstische Züge hat, sieht den eigenen Anteil kaum und hält sich selten für das Problem. Deshalb bleibt echte Veränderung die Ausnahme. Ändern kannst du am Ende nur dich selbst – und auf seine Veränderung zu warten, hält dich vor allem fest.

Was ist der Unterschied zwischen toxisch und narzisstisch?

„Toxisch“ beschreibt ein Verhalten in einer Beziehung – ein Muster aus Zuwendung und Abwertung, das dir schadet. „Narzisstisch“ meint dagegen bestimmte Persönlichkeitszüge (Teil der sogenannten dunklen Triade). Der Unterschied: Nicht jeder Mensch, der sich toxisch verhält, hat narzisstische Züge. Deshalb geht es mir nicht darum, jemandem etwas zu unterstellen, sondern darum, Muster zu erkennen.

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