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Zecken beim Wandern: So schützt du dich – Checkliste, Zeckencheck & Warnzeichen

Zecken beim Wandern: schmaler Wanderweg im Waldrand mit Wiesenrand im Frühling

Zuletzt aktualisiert am 15. Februar 2026

Zecken gehören zum Wandern leider dazu. Doch was ist wirklich gefährlich – Borreliose oder FSME? Wo sind Risikogebiete, wie schützt du dich sinnvoll und was solltest du nach einem Stich beachten? Hier findest du die wichtigsten Infos kompakt und verständlich erklärt.


Zecken-Quickcheck fürs Wandern (1 Minute)

Vor der Tour
– Lange Socke oder engere Abschlüsse (bei viel Gras: Socken über die Hose)
– Ggf. Repellent (Zeckenspray) auf Beine, Knöchel, Socken, Hosenbeine
– Zeckenkarte oder Pinzette ins Mini-Erste-Hilfe-Set

Unterwegs
– Möglichst mittig auf dem Weg gehen, Unterholz meiden
– Pause lieber auf Bank, Stein, Holzsteg statt im hohen Gras

Nach der Tour
– Kleidung wechseln und nicht im Wohnraum verteilen
– Zecken-Check: Kniekehlen, Leiste, Achseln, unter der Brust, Bauch, Nacken, Haaransatz, hinter den Ohren, Rücken

Wenn eine Zecke da ist
– Hautnah greifen (am Kopf oder Mundwerkzeug), nicht quetschen
– Langsam gerade herausziehen
– Stichstelle desinfizieren, Datum notieren und Stelle beobachten

Arzt bei
– Wanderröte (größer werdende ringförmige Rötung)
– Fieber, starke Müdigkeit, Gliederschmerzen ohne klare Ursache
– Kopf- oder Nackenbeschwerden oder neurologische Auffälligkeiten

Merksatz: Barriere + Routine = entspannt wandern.

Es gibt diese Tage, an denen die Natur sofort alles zurechtrückt: klare Luft, feuchte Erde, die nach Frühling riecht, und dieses erste frische Grün, das dich jedes Jahr wieder staunen lässt. Genau dann zieht es uns raus – auf schmale Pfade, über Wiesenwege, durch Waldstücke, wo es nach Moos und Laub duftet.

Und genau dann begegnet einem auch ein Thema, das niemand so richtig „romantisch“ findet: Zecken.

Zecken sind für mich kein Grund, drinnen zu bleiben. Ein kurzer Check nach der Wanderung gehört einfach dazu – genau wie Wasser nachfüllen.

In diesem Artikel bekommst du alles, was du brauchst: Zeckenschutz unterwegs, Zecken-Check danach, Zecke entfernen Schritt für Schritt, Warnzeichen und die große Frage: FSME-Impfung – sinnvoll oder nicht?

Hinweis:

Dieser Artikel ersetzt keine ärztliche Beratung. Wenn du nach einem Zeckenstich unsicher bist oder Symptome auftreten, lass es bitte medizinisch abklären.

Warum Zecken beim Wandern gerade jetzt wieder Thema werden

Zecken sind nicht nur „Sommer“. Sie werden aktiv, sobald es milder wird – oft früher, als viele denken. Und nein: Zecken fallen nicht von Bäumen. Sie sitzen meist bodennah in Gras, Gebüsch und am Wegesrand. Genau dort, wo wir beim Wandern am liebsten entlangstreifen, Fotos machen, kurz vom Weg abgehen oder uns für die Pause ins Gras setzen.

Kurz gesagt: Je schöner der Weg (wild, schmal, naturbelassen), desto eher lohnt sich ein guter Plan.

Zecken beim Wandern: hoher Grasrand am Wegesrand eines schmalen Wanderwegs
Zecken sitzen meist bodennah im Gras/Farn und am Wegesrand – nicht auf Bäumen.

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Zeckenschutz beim Wandern: 7 Dinge, die wirklich funktionieren (ohne Spaßbremse)

1) Bleib auf dem Weg – besonders am Rand

Auf schmalen Pfaden lieber mittig gehen, wenn links und rechts hohes Gras steht. Das reduziert Kontaktflächen.

2) Kleidung als Barriere nutzen (nicht als Panzer)

  • lange Socken (bei viel Gras ruhig über die Hose)
  • lange Hose oder engere Abschlüsse an Knöcheln, Ärmeln
  • helle Kleidung: Zecken siehst du schneller

3) Repellents (Zeckensprays) richtig einsetzen

Zeckensprays können helfen – aber nicht zaubern. Wenn du sie nutzt:

  • Beine, Knöchel, Socken, Hosenbeine behandeln (nicht nur Schuhe)
  • bei langen Touren nach Herstellerangaben erneuern

4) Pausenplatz bewusst wählen

Picknick im hohen Gras ist zeckenfreundlich. Besser: Bank, Stein, Holzsteg – oder Jacke bzw. Sitzkissen als Barriere.

Zeckenschutz beim Wandern: Rastplatz mit Bank am Weg statt Pause im hohen Gras
Für die Pause lieber Bank, Stein oder Holzsteg – statt mitten im hohen Gras.

5) Nach der Tour: Kleidung nicht aufs Sofa werfen

Kleidung gesammelt ausziehen und wegräumen. Das reduziert „Mitreisende“ in der Wohnung deutlich.

6) Wenn Hund dabei ist: Hund-Check einplanen

Haustiere können Zecken mitbringen. Kurz checken (Kopf, Hals, Brust besonders).

7) Der wichtigste Punkt: Zecken-Check als Ritual

Nicht „wenn ich dran denke“, sondern jedes Mal. Wie Zähneputzen.

Bodennahes Grün im Wald mit Moos und Laub, hier halten die Blutsauger sich gerne auf.
Zecken lieben bodennahe Bereiche – deshalb gehört der kurze Check nach der Tour für mich einfach dazu.

Zecken-Check nach dem Wandern: Diese Stellen sind entscheidend

Zecken wandern oft erst eine Weile, bevor sie zustechen. Das ist deine Chance.

Checke nach jeder Tour besonders:

  • Kniekehlen, Unterschenkel, Knöchel
  • Leiste, Hüftbereich, Hosenbund
  • Achseln, unter der Brust, Bauch
  • Nacken, Haaransatz, hinter den Ohren
  • Rücken (Spiegel oder Partner)

Tipp: Ein Check beim Duschen hilft – ersetzt aber nicht das gründliche Absuchen.

Meine Zecken-Erfahrung (und warum ich damit komplett entspannt bin)

Ich hatte schon ganz oft Zecken. Und meistens ist es genauso, wie man es sich wünscht: Ich finde sie früh, bevor sie sich vollsaugen. Dann nehme ich einfach die Pinzette, ziehe die Zecke raus – und gut ist.

Einmal war es anders. Das war in Bayern, auf einer Bergtour. Ich hatte mich vorher gegen FSME impfen lassen (für mich ein gutes Gefühl, weil ich dort viel draußen unterwegs war). Trotzdem: Eine Zecke hatte sich auf meinem Rücken festgebissen und war schon dick vollgezogen. Ich habe sie eines Morgens beim Duschen bemerkt.

Zeckenstich beim Wandern: Zecke erst später bemerkt – Zecken-Check nach der Tour ist wichtig
Manche Zecken bemerkt man erst später – umso wichtiger: nach der Tour checken (spätestens beim Duschen)

Und weil ich alleine unterwegs war und da selbst nicht gut dran kam, bin ich ins nächste Dorf zum Hausarzt gegangen. Der hat die Zecke entfernt – fertig. Es kam auch nichts nach. 🙂

Warum ich dir das erzähle? Weil es genau zeigt, worum es geht: Zecken sind unangenehm, aber sie sind kein Weltuntergang. Mit Routine, einem Tool im Rucksack und dem Wissen, wann man sich Hilfe holt, bleibt das Thema klein. Und die Wanderung groß.

Was bei mir zusätzlich immer in den Rucksack kommt, findest du in meiner Wander-Packliste für Tagestouren.

Zecke entfernen: Schritt für Schritt (ohne Mythen)

Wenn du eine Zecke findest: ruhig bleiben – und sauber entfernen.

  1. Hilfsmittel holen: feine Pinzette, Zeckenkarte oder Zeckenzange
  2. Hautnah greifen: so dicht wie möglich an der Haut (am Kopf bzw. Mundwerkzeug), ohne den Körper zu quetschen
  3. Langsam gerade herausziehen: gleichmäßiger Zug, nicht ruckartig
  4. Kein Öl, Kleber, Hitze: das kann das Risiko erhöhen, dass die Zecke Erreger abgibt
  5. Stichstelle desinfizieren (wenn du etwas da hast)
  6. Datum notieren + Stelle fotografieren (hilft, wenn sich später etwas verändert)

Wenn ein kleiner Rest in der Haut bleibt: bitte nicht wild herumstochern. Beobachten – bei Unsicherheit medizinisch abklären.

FSME oder Borreliose? Kurz erklärt, ohne Fachchinesisch

Merke dir einfach: Eine Zecke kann zwei verschiedene Baustellen mitbringen – FSME (Virus) und Borreliose (Bakterien). FSME kannst du impfen – Borreliose nicht, deshalb bleibt Zeckenschutz immer wichtig.

Borreliose (Bakterien)

  • keine Impfung verfügbar
  • häufiges Warnzeichen: Wanderröte (ringförmig, größer werdend – oft erst Tage oder Wochen später)
  • früh erkannt: meist gut behandelbar (ärztlich abklären)

Hier findest du die wichtigsten Infos zur Borreliose (inkl. typischer Zeitfenster für Wanderröte) gut zusammengefasst.

FSME (Virus)

  • kann das Nervensystem betreffen (Hirnhaut-/Gehirnentzündung möglich)
  • gegen FSME gibt es eine Schutzimpfung
  • wichtig: Impfung schützt nicht „gegen Zecken“, sondern gegen FSME

Wenn du FSME einmal kompakt nachlesen willst (Symptome, Verlauf, was nach einem Stich wichtig ist): Hier ist der Steckbrief.

FSME-Impfung sinnvoll: Bergwanderung in Bayern als Beispiel für FSME-Risikogebiete.
Je nachdem, wo du wanderst, kann die FSME-Impfung sinnvoll sein – vor allem, wenn du häufig in Risikogebieten unterwegs bist.

FSME-Impfung: Ist sie sinnvoll?

Die Antwort ist: Kommt drauf an – aber man kann sie gut entscheiden. Sinnvoll ist die FSME-Impfung vor allem, wenn du:

  • häufig in FSME-Risikogebieten unterwegs bist oder dort wohnst und
  • dort regelmäßig draußen bist (Wandern, Joggen, Garten, Outdoor-Job).

Wichtig zu wissen: Auch wenn du „nur“ wanderst, zählt das als potenzieller Zeckenkontakt, weil du eben durch Gras und Sträucher läufst oder Pausen machst.

Wenn du checken willst, ob deine Region dazugehört: In der FSME-Risikogebiete-Karte des RKI findest du die aktuellen Gebiete nach Landkreisen. Und falls du dich fragst, welcher Mini-Fleck da in Nordrhein-Westfalen als FSME-Gebiet gilt: Es ist der Stadtkreis Solingen, wo unter anderem Teile des Bergischen Weg verlaufen. 🙂

Wenn du außerhalb Deutschlands unterwegs bist: Beim ECDC findest du Karten, die zeigen, in welchen Regionen Europas FSME (TBE) besonders häufig gemeldet wird.

Impfplan (grob)

  • Grundimmunisierung: 3 Impfungen
  • danach Auffrischungen je nach Alter/Impfstoff typischerweise alle paar Jahre
  • wenn die Saison schon läuft: Es gibt (je nach Impfstoff) auch Schnellimpf-Schemata – das klärst du am besten direkt in der Hausarztpraxis

Nebenwirkungen (realistisch)

Meist wie bei vielen Impfungen: Einstichstelle, Müdigkeit, evtl. Kopf-/Gliederschmerzen, leichtes Fieber.

Mein Tipp: nicht direkt am Tag vor deiner XXL-Tour impfen lassen.

Warnzeichen nach Zeckenstich: Wann du reagieren solltest

Bitte medizinisch abklären, wenn du in den Tagen und Wochen nach einem Stich:

  • eine größer werdende, ringförmige Rötung bekommst (Wanderröte)
  • Fieber, starke Müdigkeit, Gliederschmerzen ohne klare Ursache auftreten
  • Kopfschmerzen, Nackensteifigkeit oder neurologische Auffälligkeiten dazukommen

Nicht jede kleine Rötung ist gleich dramatisch. Direkt nach dem Stich kann eine lokale Reizung normal sein. Entscheidend ist, ob es größer wird oder sich deutlich verändert.

Fazit: Zecken müssen dir das Wandern nicht vermiesen

Ich bin da pragmatisch: Schutzmaßnahmen ja – Panik nein. Wenn du Kleidung und Repellent sinnvoll nutzt, den Zecken-Check als Ritual etablierst und (falls du oft in Risikogebieten unterwegs bist) die FSME-Impfung mit deiner Hausarztpraxis besprichst, bist du richtig gut aufgestellt.

Und dann bleibt das, worum es beim Wandern für mich geht: dieses Gefühl, wenn du wieder auf den Weg trittst, der Wald nach Moos riecht und der Kopf leiser wird.

Wandere achtsam – auf dem Weg und auf deiner inneren Reise.
Bis zur nächsten Tour, deine Bina ❤️


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Häufige Fragen zu Zecken beim Wandern, Borreliose & FSME

Hilft FSME-Impfung gegen Borreliose?

Nein. FSME-Impfung schützt gegen FSME (Virus), nicht gegen Borreliose (Bakterien). Schutz vor Stichen bleibt immer wichtig.

Wie schnell muss ich eine Zecke entfernen?

So früh wie möglich – aber ruhig und sorgfältig.

Wie erkenne ich eine Wanderröte?

Meist ringförmig und sie wird in den Tagen bis Wochen nach dem Stich größer. Wenn du so etwas siehst oder unsicher bist: ärztlich abklären.

Zeckenstich: Was soll ich danach beobachten?

Datum und Stelle notieren (Foto hilft) und in den nächsten Wochen auf Wanderröte, Fieber, starke Müdigkeit oder Kopf-/Nackenbeschwerden achten.

Muss ich nach einem Zeckenstich zum Arzt?

Nicht automatisch. Wenn du die Zecke nicht komplett entfernen kannst oder wenn später Wanderröte, Fieber, starke Müdigkeit oder neurologische Symptome auftreten, dann bitte abklären lassen.

Duschen nach der Tour – reicht das?

Duschen hilft beim Entdecken, spült Zecken aber nicht zuverlässig ab. Der Check bleibt wichtig.

Wann ist eine FSME-Impfung sinnvoll?

Wenn du häufig in FSME-Risikogebieten unterwegs bist oder dort wohnst und regelmäßig draußen bist. Das klärst du am besten mit deiner Hausarztpraxis.

Übetragen Zecken Borreliose nur in FSME-Risikogebieten – oder überall?

Borreliose ist nicht an FSME-Risikogebiete gebunden. Eine Zecke kann Borreliose grundsätzlich überall übertragen – auch außerhalb der FSME-Karte. Wichtig: Nicht jeder Zeckenstich führt automatisch zu Borreliose. Deshalb bleibt Zeckenschutz immer sinnvoll und: Zecke möglichst früh entfernen und die Stichstelle in den nächsten Wochen beobachten (z. B. auf eine größer werdende Wanderröte).

Gibt es FSME-Risikogebiete auch außerhalb Deutschlands – und wo kann ich sie nachschauen?

Ja. FSME (international oft TBE genannt) kommt auch außerhalb Deutschlands vor – in vielen Ländern Europas und darüber hinaus. Für Deutschland findest du die offiziellen Risikogebiete beim RKI. Wenn du ins Ausland reist, sind die Europa-Karten des ECDC eine sehr gute Anlaufstelle: Dort siehst du, in welchen Regionen Europas FSME/TBE besonders häufig gemeldet wird.

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