Zuletzt aktualisiert am 12. April 2026
Wer den Moselsteig 2026 plant, sollte Etappe 10 nicht überspringen. Gibt es eine schönere Art, in Bernkastel-Kues anzukommen, als zu Fuß – mit Blick auf die Burg Landshut, die Weinberge und die verwinkelten Gassen der Altstadt? Ich glaube nicht. Etappe 10 des Moselsteigs ist für mich einer der stimmungsvollsten Abschnitte des gesamten Weges: Sie beginnt still in den Weinbergen über Osann-Monzel und führt über den Brauneberg mit seinen atemberaubenden Schieferfelsen.
Durch das beschauliche Mülheim an der Mosel geht es weiter – bis du am Ende über einen alten Treppenweg direkt ins Herz einer der schönsten Kleinstädte Deutschlands hinabsteigst.
Diese Etappe hat alles, was das Wandern an der Mosel ausmacht: weite Aussichten über das Tal, weltberühmte Weinlagen, einen Hauch Mittelalter – und am Ziel ein wohlverdientes Glas Riesling. Ich bin sie im Herbst gegangen und war trotzdem (oder gerade deswegen) begeistert. Was dich auf dem Weg erwartet, erfährst du hier.
Die Fakten: Moselsteig, Etappe 10: Osann-Monzel – Bernkastel-Kues
🎯 Start: Monzel, Kreuzung Moselstraße/Novianderweg (du kannst auch von Kesten aus starten)
🎯 Ziel: Bernkastel-Kues, Marktplatz
🎒 Länge: 14,7 km ( plus Zuweg 1 km bei Start in Osann-Monzel – dort sind wir losgegangen)
🎯 Weitere Ein-/Ausstiegsmöglichkeit: Offizieller Start in Kesten, nach ca. 7 km in Mülheim a. d Mosel
🅿️ Parken: Schiffsanleger in Bernkastel-Kues, von dort den Bus nach Osann-Monzel oder Kesten
⏱️ Dauer: 4 Stunden (Gehzeit)
⚖️ Schwierigkeit: mittel
🏔️ Höhenmeter bergauf: 320
🏔️ Höhenmeter bergab: 400
🍽️ Einkehr: In Mülheim a. d. Mosel und am Schluss in Bernkastel-Kues gibt es mehrere Möglichkeiten.
🎉 Highlights: Schieferfelsen und Weitblick am Brauneberg, weltberühmte Riesling-Weinlage Brauneberger Juffer, Andeler Grillhütte mit erstem Blick auf Bernkastel-Kues, St.-Anna-Kapelle (1890), Ruine Burg Landshut mit Panoramablick ins Moseltal, mittelalterlicher Marktplatz Bernkastel-Kues mit Spitzhäuschen
👞 Beste Wanderzeit: Frühling (April–Juni) und Herbst (September–Oktober). Im Frühling leuchten die Weinberge frisch grün und die Etappe ist noch angenehm kühl. Im Herbst färben sich die Reben goldgelb – und in Bernkastel-Kues findest du nach der Tour die Weinstuben in voller Betriebsamkeit.

Moselsteig, Etappe 10: Osann-Monzel bis Bernkastel-Kues
Anreise & Parken zur Moselsteig Etappe 10
Am günstigsten parkst du am Schiffsanleger in Bernkastel-Kues, nimmst von dort den Bus zum Start nach Osann-Monzel bzw. Kesten (Haltestelle: Monzel-Brunnenstraße (Bus 340/341 und Bus 324) oder K134, Kesten (Bus 330)) – und stehst nach der Etappe direkt an deinem Auto. Aktuelle Fahrzeiten findest du auf vrt-info.de .
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Start am Weingut in Osann-Monzel
Auf diese Etappe des Moselsteigs starteten wir von unserer Ferienwohnung aus im Weingut Arnold Pauly in Osann-Monzel. Das bedeutet, dass wir einen Zuweg von ca. 1,5 km bis zum Moselsteig in Monzel hatten und dass wir das Stück Kesten-Monzel somit ausgelassen haben. Der Zuweg führt entlang der Hauptstraße von Osann nach Monzel zur St.-Nikolaus-Kirche. Hier trifft der Moselsteig aus Kesten ein – und von der Kirche aus fällt der Blick schon weit ins Tal.
Der Moselsteig ist durchgehend gut markiert – du erkennst das Zeichen an fünf gelben gestapelten Schieferplatten auf schwarzem Grund mit dem Schriftzug „MOSELSTEIG“ darunter. Es begegnet dir an Bäumen, Pfosten und Wegweisern. Auch für Erstbegeher ist die Orientierung auf dieser Etappe problemlos, solange du an Kreuzungen kurz auf das Schild achtest.
Wer die Etappe entspannt angehen möchte, übernachtet am besten direkt vor Ort – wir haben unseren Kurzurlaub das Weingut Arnold Pauly in Osann-Monzel als Unterkunft gewählt und es sehr empfohlen. Schöne Ferienwohnung, direkter Blick in die Weinberge und ein herzlicher Empfang. Außerdem verfügt das Weingut über Wohnmobilstellplätze.
Brauneberger Aussicht: Weinberg-Highlight der Moselsteig Etappe 10
Hinter der Kirche wandern wir durch den Ort an mehreren Weingütern vorbei und stehen plötzlich mitten auf dem Weinberg. Wow – was für eine Aussicht!
Wie schon bei der Traumschleife „Hunolsteiner Klammtour“ sieht der Himmel heute nicht so freundlich aus. Regen ist aber nicht angesagt. So wandern wir über den leicht ansteigenden Weg auf dem Kamm zum Aussichtspunkt Osann-Monzel (hier wird im Moment anscheinend gebaut) und weiter bis zu einer Schutzhütte auf dem Brauneberg.

Zwischenzeitlich wandern wir gefühlt senkrecht über der Mosel – so steil sind die Weinberge unter uns. Große Schieferfelsen erstrecken sich über dem Weg.
Abstieg nach Mülheim a. d. Mosel
Nach der Schutzhütte auf dem Brauneberg, wo wir eine kurze Pause einlegen, beginnt der Abstieg ins Tal. Der Weg führt durch ein Waldstück hinunter, bis wir schließlich die vielbefahrene Zufahrtsstraße zum Brauneberg kreuzen und den Brückenkopf der Mülheimer Brücke erreichen. Von hier überqueren wir die Mosel – und stehen ein paar Minuten später mitten in der Ortsmitte von Mülheim an der Mosel.
Mülheim ist ein echter Einkehrtipp – und ein guter Moment, kurz durchzuatmen. Denn die zweite Hälfte hat es noch in sich.
Nach dem Ort steigt der Moselsteig erneut in die Weinberge an. Ein kurzer Blick zurück lohnt sich hier: Man schaut auf Mülheim und drüben auf das gegenüberliegende Lieser, dessen auffälliges Gründerzeit-Schloss direkt am Flussufer ins Auge fällt. Der Ort trägt seinen Namen nicht ohne Grund – früher stand hier ein mittelalterliches Kloster, geweiht der heiligen Helena. Seine Fundamente liegen noch heute unter dem Weinberg verborgen.
Danach verläuft der Weg relativ eben, begleitet von dichten Gehölzen, in Richtung Bernkastel-Kues.
Aufstieg zur Andeler Grillhütte
Kurz hinter Mülheim erreichen wir das Goldbachtal – ein kleines Seitental, das auch einen Zuweg hinunter nach Andel bietet. Wir bleiben auf dem Moselsteig, und der hat jetzt etwas angekündigt, was er bisher (auf dieser Etappe) noch nicht gezeigt hat: einen richtig strammen Aufstieg.
Der Weg führt steil am Waldrand aufwärts, dann weiter durch den Wald, immer höher. Die Beine merken, dass die Etappe noch nicht vorbei ist. Aber der Aufstieg lohnt sich – denn oben wartet die große Andeler Grillhütte, ein idealer Rastplatz mit Bänken, Tischen und einer Wiese vor der Hütte.
Und vor allem: Mit dem ersten richtigen Blick auf das Ziel. Bernkastel-Kues liegt jetzt zu beiden Seiten der Mosel vor uns ausgebreitet – und hoch oben über der Stadt thront bereits die Silhouette von Burg Landshut. Hier hole ich tief Luft und genieße den Moment. Gleich sind wir da.
St.-Anna-Kapelle und Burg Landshut am Moselsteig, Etappe 10
Von der Grillhütte aus führt zunächst ein breiter Serpentinenweg weiter aufwärts – abwechselnd durch Weinberge und vorbei an mächtigen Schieferfelsen. Schließlich wird aus dem breiten Weg ein Pfad, der uns in ein kleines, fast mystisch wirkendes Bachtal führt.
Das Bachtal hat seinen eigenen Charakter: Es geht hoch hinauf und steil bergab – Trittsicherheit ist hier von Vorteil.
Am Ende des Tals taucht sie dann auf: die St.-Anna-Kapelle, ein kleines neugotisches Gotteshaus aus dem Jahr 1890. Hoch oben auf dem Berg über Bernkastel-Kues gelegen, ist sie weithin aus der Landschaft zu sehen – ein stiller Orientierungspunkt, lange bevor man sie zu Fuß erreicht.
Wer hier oben steht, versteht warum: Der Ausblick auf das Moseltal und die Dächer von Bernkastel-Kues ist schlicht atemberaubend. Die Kapelle hat etwas Feierliches – und nach dem Aufstieg durch das Bachtal wirkt diese Stille wie eine kleine Belohnung.
Von der Kapelle ist es nicht mehr weit zur Burg Landshut. Wer einen kleinen Abstecher einplant, wird belohnt: Die Höhenburg wurde Ende des 13. Jahrhunderts auf den Fundamenten eines spätrömischen Kastells errichtet und 1692 durch einen Brand zerstört. Wiederaufgebaut wurde sie nie – und gerade das macht sie so eindrucksvoll.
Die Ruine gehört seit 1920 der Stadt Bernkastel-Kues. Der begehbare Bergfried bietet einen weiten Blick ins Moseltal, und man versteht sofort, warum die Kurfürsten von Trier diesen Platz einst als Sommerresidenz wählten.

Hinter der Burg Landshut führt der Weg am Schützenhaus vorbei, das ebenfalls einen schönen Moselblick bietet – und dann geht es bergab. Über einen langen Treppenweg durch die Weinberge des Burgbergs steigen wir hinunter nach Bernkastel.
Ankunft in Bernkastel-Kues
Und dann sind wir da. Der Treppenweg endet in den Gassen der Bernkasteler Altstadt, und ein paar Schritte weiter öffnet sich der mittelalterliche Marktplatz – gesäumt von prächtigen Fachwerkhäusern aus dem 17. Jahrhundert.
Besonders ins Auge fällt das schmale Spitzhäuschen, das mit seiner spitzen Giebelfassade auf einem winzigen Grundstück balanciert und aus dem Jahr 1416 stammt. Man glaubt kaum, dass da drin jemand gewohnt hat.
Der Marktplatz ist offiziell das Etappenziel – aber wer jetzt einfach auf einer der Bänke sitzt und die Kulisse auf sich wirken lässt, macht genau das Richtige. Bernkastel-Kues hat mehr zu bieten als einen Zwischenstopp: verwinkelte Gassen, urige Weinstuben, die Kueser Seite mit dem mittelalterlichen Nikolaus-Hospital und natürlich der Blick zurück hinauf zur Burg.
Was du in der Stadt unbedingt gesehen haben solltest, verrate ich dir in meinem Artikel über die schönsten Sehenswürdigkeiten in Bernkastel-Kues – inklusive drei Geheimtipps, die du auf keiner anderen Website findest. Nach einem langen Tag in den Weinbergen und Wäldern über der Mosel ist dieser Marktplatz mehr als ein Ziel. Er ist eine Belohnung.
Lohnt sich der Moselsteig Etappe 10? Mein Fazit.
Ja – und wie. Etappe 10 gehört für mich zu den stärksten Abschnitten des Moselsteigs, weil sie so viel auf einmal bietet: die dramatischen Schieferfelsen am Brauneberg, die stille Weite der Weinberge, den einsamen Aufstieg nach Andel und dann diesen triumphalen Abstieg durch die Weinberge direkt in eine der schönsten Altstädte an der Mosel.
Die rund 15 Kilometer (mit Zuweg ab Osann-Monzel) sind gut zu schaffen, wenn du konditionsmäßig fit bist – unterschätze aber den Aufstieg zur Andeler Grillhütte nicht, der zieht noch mal richtig an den Oberschenkeln. Dafür wirst du mit einem der schönsten Etappenziele des gesamten Steigs belohnt.
Mein Tipp: Starte früh genug, damit du in Bernkastel-Kues noch Zeit für die Altstadt hast. Einmal angekommen, willst du nämlich nicht gleich wieder weg.
Wandere achtsam – auf dem Weg und auf deiner inneren Reise.
Bis zur nächsten Tour, deine Bina ❤️
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FAQ zur Moselsteig Etappe 10
Die Moselsteig Etappe 10 gilt als mittelschwer. Mit rund 15 Kilometern und etwa 320 Höhenmetern im Aufstieg ist sie gut machbar, erfordert aber eine solide Grundkondition. Besonders der Anstieg zur Andeler Grillhütte hat es in sich.
Die Etappe ist etwa 14,7 Kilometer lang. Wenn du – wie in meinem Fall – in Osann-Monzel startest, kommen etwa 1–1,5 Kilometer Zuweg hinzu.
Die reine Gehzeit beträgt ca. 4 Stunden. Mit Pausen, Fotostopps und Einkehr solltest du entsprechend mehr Zeit einplanen.
Ja, feste Wanderschuhe sind empfehlenswert. Einige Abschnitte sind steil, schmal oder führen über Schiefergestein, das bei Nässe rutschig sein kann.
Vom Ziel in Bernkastel-Kues kannst du mit dem Bus (z. B. Linie 340 Richtung Wittlich) zurück nach Osann-Monzel/Kesten fahren. Alternativ empfiehlt es sich, das Auto direkt am Ziel zu parken.













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