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Auf den Spuren der sagenumwobenen Jungfrau: Loreley-Extratour

Loreley-Extratour

Loreley-Extratour: Viele Sagen und Geschichten ranken sich um den markanten Schieferfelsen an der engsten und tiefsten Stelle des Rheins. Der wohl bekanntesten Sage nach sang die verlassene Jungfrau Loreley sämtliche Schiffer vom Felsen aus in den Tod, während sie ihr goldenes Haar kämmte. Eine vielversprechende Extra-Tour führt um den weltbekannten Felsen herum. Seid ihr dabei? 🙂

Der Rhein ist der längste Fluss Deutschlands, auch wenn er in den Nachbarländern (Schweiz, Niederlande) beginnt und mündet. Von Koblenz bis Bingen erstreckt sich das Obere Mittelrheintal auf 67 Stromkilometern. Und mittendrin, bei St. Goarshausen, befindet sich der geschichtsträchtige Loreley-Felsen.

Vor dem Felsen, der beinahe senkreht aus dem Rhein ragt, verengt sich der Fluss auf eine Breite von nur 160 m. Daher ist es für Schiffer seit jeher besonders schwierig, diese enge und gleichzeitig auch tiefste Stelle des Rheins zu passieren. Die Durchfahrt an der Loreley gilt deshalb als besonders gefährlich.

Die Sage der Loreley

Einer von vielen Sagen nach zog ein Fischer einst ein kleines blondes Mädchen aus dem Rhein. Er taufte es „Loreley“ und zog es groß. Später verliebte sie sich in den Ritter Eberhard, der um ihre Hand anhielt. Kurz vor der Hochzeit lernte der Ritter aber eine andere Frau kennen und ließ die arme Loreley sitzen.

Vor lauter Liebeskummer stürzte sich die Jungfrau vom Felsen in den Rhein. Zurück zu ihrem Vater: Gevatter Rhein. Der Teufel aber verdammte sie ob ihrer Tat. Für immer sollte sie in der Dämmerung auf dem Felsen erscheinen und alle Schiffer in den Tod singen.

Loreley-Extratour: Ein Überblick

Länge:16 km
Aufstieg:460 m
Abstieg:460 m
Route:St. Goarshausen - Bornich - Loreley - St. Goarshausen
Schwierigkeit:mittel
Reine Gehzeit:3,5 Stunden
Start/Ziel:Fähre St. Goarshausen
GPX-Track:

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Romantisches Mittelrheintal am Ostermorgen

Ostersonntag. Mein zweiter Tag im Mittelrheintal begann mit einem amüsanten Kaffee-Schwatz auf der Sonnenterrasse. 🙂 In den Hauptrollen: Einer meiner allerallerliebsten Ausblicke. Burg Stahleck. Und: Eine „hessische Bekanntschaft“! (Spoiler: Fortan taucht die Bekanntschaft öfter in meinen Geschichten auf! ☺ )

Wanderung im Mittelrheintal
Ausblick von der Sonnenterasse auf Burg Stahleck! ❤️

Für heute hatte ich mir die Loreley-Extratour ausgesucht. Warum? Weil ich bisher praktisch die linke Rheinseite in- und auswendig kenne. Auf der rechten Rheinsteig-Seite war ich aber bisher nur selten unterwegs. So überlegte ich also zunächst, mit dem Auto und mit der Fähre zur Loreley selbst hochzufahren. Die Loreley-Extratour startet offiziell am Besucherzentrum Loreley.

Mit der Rhein-Fähre nach St. Goarshausen

Dann stellte ich fest, dass die Loreley-Extratour praktisch an der Fähre in St. Goarshausen vorbeiführt. So entschied ich mich, mit der Bahn nach St. Goar zu fahren, dort mit der Fähre überzusetzen und direkt loszuwandern. (Spoiler: Zum Glück!)

Die Fähre verkehrt praktisch pausenlos zwischen St. Goar und St. Goarshausen. Die Überfahrt selbst dauerte nur wenige Minuten. Mit der Fähre fahren war schon ein bisschen aufregend – so was hab ich schon lange nicht mehr gemacht. 🙂 Am anderen Ufer traf ich ca. 500 m von der Anlegestelle entfernt auf die Loreley-Extratour. Sie führte mich direkt auf einem wunderschönen Bergpfad in die Höhe.

Burgblick und Rheinpanorama auf dem Bergpfad

Auf den ersten 1,5 km gab es fast 250 Höhenmeter zu überwinden. Aber die Ausblicke auf den Rhein und auf Burg Katz (welche ich bereits am Vortag auf der „Traumschleife Mittelrhein“ bewunderte), entschädigten für alles. Wichtig: Zwischendurch stehen bleiben, umdrehen und den Ausblick genießen. Das darf man hier auf keinen Fall vergessen!

Alleine im Oberen Mittelrheintal befinden sich übrigens 40 Burgen, Schlösser und Ruinen rechts und links des Rheins. Oben angekommen hatte ich den „Patersberg“ erstiegen und es kamen erst mal was zu trinken und Sonnencreme zum Einsatz. 🙂

Loreley-Extratour
Blick auf Burg Katz und den Rhein

Die Loreley-Extratour führte anschließend ein kurzes Stück durch den anliegenden Ort, welcher direkt am Hang liegt. Danach lotst mich der Wanderweg weiter in die Höhe und auf einen ausgedehnten Feldweg. Quasi mit 360 ° Blick sehe ich bis in den Taunus und weit über das Rheintal. Ich entdecke sogar die Hochplateaus, auf denen ich gestern wanderte.

Ich hätte nie gedacht, dass ich mich einmal in eine andere Örtlichkeit als meine „zweite Heimat“ verlieben könnte. Aber genau das ist wohl an diesem Tag passiert! ☺ Ich dachte dauernd, wie bereits am Vortag: „Wahnsinn! Wie schön das hier ist!“ 🙂

Nach ca. 5 km entdeckte ich eine schattige Bank unter einem Baum. Ein hervorragender Pausenplatz! Und ich saß noch gar nicht lange dort, als ein Fahrradfahrer auftauchte. Er fuhr bis zur Hangkante und beobachtete dort interessiert etwas. Ich wunderte mich schon, als er fragte „Hast du das hier gesehen?“

An der Hangkante gaben ein paar Bäume den Blick auf die darunterliegende Straße frei. Dort schob sich eine unfassbare Blechlawine von Autos die Bergstraße hoch. Anders: Es war Stau – nichts bewegte sich! Wir eruierten: DAS muss die Straße zur Loreley sein. Gut, dass ich nicht mit dem Auto zum Startpunkt fuhr … Ich hätte ebenfalls in der Blechlawine gestanden. Alles richtig gemacht! 😀

Loreley-Extratour: Felder, Wälder und Rhein-Blicke

Beschwingt darüber, dass ich zu Fuß unterwegs war und die Gegend genießen konnte, führte mich die Loreley-Extratour also weiter in ein kleines verwunschenes Wäldchen. Nach einiger Zeit gelangte ich über die historische Bornsmühle auf einen breiteren Forstweg, welcher mich später über ein weiteres Hochplateau in Richtung Bornich führte.

Auch hier genoss ich imposante Weitsichten: Der Taunus. Der Hunsrück. Der Rhein und das Rheintal. Dazu der einkehrende Frühling. Die zarten grünen Blätter, die ersten Blüten. Einfach traumhaft schön! 🙂

Hinter Bornich pflastern Aussichtspunkte den Wanderweg. Und ich hätte am liebsten an allen verweilt, wenn ich nicht gerade erst Pause gemacht hätte. 😉 Ob Aussichtspunkt Rheintal, Felsenkanzel oder Spitznack: Alle Orte luden zum Verweilen, gucken und erkunden ein … Schließlich wanderte ich auf einem idyllischen Weinbergsweg der Loreley entgegen.

Und ab dort war ich auch nicht mehr alleine. Die Loreley-Extratour läuft hier mit dem Rheinsteig zusammen. Ich traf zahlreiche Menschen, die ebenfalls auf dem Weg zur Loreley waren. Und sogar einige Wanderer, die die Runde andersrum gingen und mir zum zweiten Mal entgegenkamen. 🙂

Der mystische Loreley-Felsen

An der Loreley selbst war es schließlich brechend voll. Und dann erkannte ich auch den Grund für den Stau, den wir anfangs sahen: Es fand ein Mittelaltermark statt! Ich hörte von Leuten, die bis zu drei Stunden brauchten, um die Straße hochzufahren. Um beim Mittelaltermarkt hereingelassen zu werden, warteten sie weitere ein bis zwei Stunden. Unglaublich …

Mit anderen Worten: Menschenmassen schoben sich über das gesamte Loreley-Plateau. So beschloss ich: Ich war nicht zum letzten Mal hier, heute schenke ich mir DEN Aussichtspunkt!

Die schönste Jungfrau sitzet dort oben wunderbar;
ihr goldnes Geschmeide blitzet, sie kämmt ihr goldenes Haar.

Sie kämmt es mit goldenem Kamme und singt ein Lied dabei;
das hat eine wundersame, gewaltige Melodei.

Die Lorelei (Lied/Gedicht), Heinrich Heine

Auf dem Loreley-Plateau befindet sich ein breit angelegter Kultur- und Landschaftspark. Dort findet sich unter anderem eine Sommerrodelbahn, die Freilichtbühne, das Besucherzentrum und Gastronomie. Auf dem „Mythenpfad“ oder dem „Strahlenweg“ entdecken Wanderer die Loreley auf den Spuren von Sagen und Legenden. Im Besucherzentrum befinden sich mehrere Ausstellungen. Außerdem befindet sich natürlich der Aussichtspunkt mit dem Sitz der Loreley oben.

Eine Statue der Loreley gibt es aber derzeit nur unten im Rhein, am Fuße des Felsens. Ich erreiche sie am Ende meiner Tour. 🙂

Traumschleife Mittelrhein Loreley
Blick auf die Loreley

Apropos „Ley“

In meinem letzten Artikel über den Lahnwanderweg hörten wir schon von einigen „Leyen“: Die Wolfslei, die Pfingstlay, die Liebeslei. Aber was ist eigentlich eine „Ley“?

Wikipedia sagt, eine Ley (auch Lay, Lei oder Lai) ist ein alte, vor allem im rheinischen und niederdeutschen Sprachraum anzutreffende Bezeichnung für Fels bzw. Felsvorsprung. Auch Felswände, Felsabbrüche oder künstliche Felsen umfasst der Begriff.

Kurioser Abstieg zur Loreley-Statue am Rhein

Vom Plateau führt die Loreley-Extratour schließlich auf einem kleinen Pfad in die anliegenden Felder. Nach einer Weile entdecke ich mehrere Schilder, die auf einen schmalen Steig hinweisen, der nach rechts abgeht. Das eine Schild erklärt, dass dies der einzige Weg zum Rhein runter sei. Was die anderen Schilder besagen sollen? Wer weiß! :mrgreen:

Die angekündigten Elche blieben mir verborgen. Dafür stieg ich einen wunderbaren fast alpinen Steig zum Rhein ab und es taten sich immer wieder spektakuläre Aussichten auf. Wieder auf Rheinhöhe angekommen, führt ein kleiner Tunnel auf den Leinpfad direkt am Ufer. Die letzten ein- bis zwei Kilometer zurück zum Startpunkt schlendere ich daher gemütlich am Rhein zurück.

Natürlich nicht, ohne vorher einen Blick auf die Loreley-Statue geworfen zu haben! 🙂 Sie befindet sich auf der Spitze der Hafendamm-Mole und du erblickst sie gleich nach dem Tunnelausstieg am Leinpfad. Um zur bronzenen Loreley-Statue zu kommen, musst du vom Weg abweichen und zunächst nach links gehen, um das Uferende der Hafendamm-Mole zu erreichen. Dort kannst du dann auf der Mole bis zur Statue gehen.

Warst du auch schon mal auf der Loreley-Extratour oder auf einer anderen Route an der Loreley wandern? Ich freue mich auf deinen Kommentar!

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