Rückblick

Das neue Jahr rief an: 2021 wurde abgesagt! (Jahresrückblick)

Jahresrückblick 2021

Plötzlich ist es Dezember und ich denke so: WHAAAT? Wo ist das Jahr geblieben? Hat 2021 überhaupt stattgefunden? (SPOILER: Das hat es, denn ich sitze ja hier und schreibe einen Jahresrückblick.) Tatsächlich ist es das erste Mal, dass ich sowas wie eine Rückschau schreibe. Es hätte sicherlich einfachere Jahre gegeben, um damit anzufangen.

Aber gut, ich nehme 2021, weil einfach kann ja jeder!

„Abgesagt“ ist ein hartes Wort. Und ich habe lange überlegt, ob ich meinen Jahresrückblick wirklich so nennen möchte. Aber es passt einfach, denn es ist sicherlich eines der Worte, das wir am meisten gehört haben. Und zu Beginn diesesn Jahres fühlte es sich ja auch ein bisschen so an, als ob es „abgesagt“ sei.

War es nicht – lest selbst! 🙂

Aber bevor es losgeht, möchte ich der lieben Judith danken, dass sie diese tolle Idee hatte! Soweit ich weiß, führt sie mittlerweile seit drei oder vier Jahren zum Jahresende durch den „Jahresrückblog“. Und Judith macht das wirklich toll! 🙂 Ich hätte nie erwartet, was es mit mir selbst macht, wenn ich einen Monat lang die letzten 12 bzw. 11 Monate von A bis Z Revue passieren lasse (auch wenn längst nicht alles in diesem Blogartikel steht 😉 ).

Genug geredet geschrieben, here we go:

Das waren meine Ziele für 2021 – und was daraus geworden ist

  • Ich wollte an meinem Blog etwas verändern. Das hat geklappt, auch wenn ich die Kurve erst ab Mitte des Jahres bekommen habe. Was sich im Wanderblog veränderte und sich in 2022 noch verändern wird, lest ihr weiter unten in diesem Jahresrückblick.
  • Ich wollte mich mehr um mich selbst kümmern. Auch das hat geklappt, zuerst kam die Kur im Frühjahr. Ebenfalls im Frühjahr und im Spätsommer habe ich mir ein paar Tage freigenommen und war einfach nur wandern. Auch hierzu lest ihr weiter unten noch etwas. 🙂
  • So wie ich im Sommer 2020 den kompletten RheinBurgenWeg ging, wollte ich diesen Sommer einen großen Teil des Rheinsteigs gehen. Das hat leider nicht geklappt. Eine längere Abwesenheit war mir im Sommer nicht möglich. Tatsächlich konnte ich mich für ein paar Tage freimachen, um auf den Rheinsteig zu wandern. Just am Tag und in der Nacht zuvor, kam das Hochwasser. Somit fiel auch meine Tour buchstäblich ins Wasser.

Ob und was ich sonst noch für Ziele hatte, weiß ich ehrlich gesagt nicht mehr. Ich habe sowas immer nur in meinem Kopf und schreibe es nicht auf. Aufgrund der Ereignisse habe ich schlichtweg vergessen, ob ich am Jahresanfang noch andere Ziele hatte. Aber: Das läuft für 2022 ja anders!


Mein Jahresrückblick 2021

Der Sinn des Wanderns ist es unterwegs zu sein

Ein wunderbares Zitat von Theodor Heuss: „Der Sinn des Reisens ist, an ein Ziel zu kommen; der Sinn des Wanderns, unterwegs zu sein“. Und es passt absolut auf dieses sonderbare Jahr! Der wütende Corona-Gott ließ Reisen nicht zu. Lange Zeit blieb uns nichts anderes übrig, als zu wandern. Wir wanderten, um unterwegs zu sein – jedenfalls diejenigen, die sonst weniger zu Fuß unterwegs sind.

Die Spezies Mensch, die grundsätzlich wandert, tut dies immer, um unterwegs zu sein. Die Natur zu genießen. Abzuschalten. Den inneren Creative Director zu inspirieren. Und trotzdem wanderte ich in 2021 gefühlt viel weniger als in den vergangenen Jahren! Erstaunlich. Vielleicht kam es mir so vor, weil Wanderungen in der Gruppe ausfielen und ich oft alleine unterwegs war? Vielleicht lag es auch daran, dass ich überwiegend „vor der Haustür“ unterwegs war. Manchmal konnte ich auch gesundheitlich nicht.

Das amtliche (End)Ergebnis, welches Komoot ausspuckt, lies mich stutzen – im Vergleich zu vor der Pandemie ist es erschreckend: In 2021 legte ich 801 km wandernd zurück. 2020 waren es 1175 km, in 2019 sogar 1636 km.

In „normalen“ Jahren wandere ich also „mal eben“ doppelt so viel. Dennoch sind über 800 km ja auch schon eine ganze Menge! 🙂

CAMPZ Blogwahl 2020: Diesmal ohne mich

2020 wurde ich das erste Mal für die CAMPZ Blogwahl nominiert. Ich schaffte es sogar auf den 5. Platz in der Kategorie „Wandern in der Heimat“ und wurde einer der „Top Outdoor Blogs 2019“. Im Januar 2021 wurde ich erneut nominiert, beschloss aber in diesem Jahr nicht daran teilzunehmen. Der Hintergrund dafür war die allgemeine Pandemie-Situation. Ich hätte meine Follower und Fans in regelmäßigen Abständen auf die Wahl aufmerksam machen müssen.

Außerdem hätte ich darum bitten müssen, dass für mich abgestimmt wird. Ich fand einfach, dass sehr viele Menschen – unter anderem aufgrund des zweiten andauernden Lockdowns – gerade ganz andere Sorgen haben. Ich konnte nicht mit mir vereinbaren, in dieser Situation um Stimmen für eine Blogwahl zu werben.

That’s it. 🙂

Jahresrückblick 2021
Nominiert für „Wandern in der Heimat“

8 Monate HomeOffice: Und täglich grüßt das Corona-Tier

Aufstehen. Rechner an. Skype-Konferenzen. Anwender. Vor dem Rechner rumlümmeln. In der Mittagspause duschen. Anwender. Skype-Konferenzen. Feierabend. Einkaufen und/oder eine Runde drehen. Online-Sport im Wohnzimmer. Bett. Und am nächsten Tag alles wieder von vorne. So oder so ähnlich spielte sich mein Alltag von November 2020 bis Juli 2021 ab.

Ich war zu 100 % im HomeOffice – wie ganz viele von euch. Es war natürlich schön, viel länger zu schlafen und aus dem Bett vor den Rechner zu rollen. Andererseits zermürbte dieser zweite Lockdown zunehmend. Ihr habt es oben schon gelesen: Ich war zum Beispiel viel seltener Wandern. Irre, wo wir doch fast nichts anderes tun konnten. Ich erinnere mich noch gut daran, dass ich meine Runden „vor der Haustür“ (Großraum Ruhrgebiet) nicht mehr sehen konnte.

Jahresrückblick 2021
Morgens um 7: Wenn ich mal mit jedem Anwender so lachen würde… 😉

Und was ich mir für diesen zweiten Lockdown alles vornahm! Rückblickend wäre der Zeitpunkt etwa für den Einstieg in den Jahresrückblog 2020 optimal gewesen. 🙂 Ich war auch angemeldet, setzte es aber am Ende nicht um. Es war wohl einfach dieses: Wir können nichts tun, außer (am besten) zu Hause zu bleiben. Nichtsdestotrotz tat ich natürlich nicht nichts.

Es passierten auch schöne Dinge: Im Februar nahm ich mir einfach ein paar Tage frei, um im Winterwonderland Ruhrpott zu wandern. Relativ überraschend genehmigte mir die DRV im März meine Kur – die ich im Sommer davor beantragt hatte. Und es ging kurzfristig danach los. Im Mai begann (zum Glück) nach und nach alles wieder zu öffnen.

Dieses Jahr läuft es übrigens anders. Wir sind nur zu 50 % im HomeOffice (regulär sind es 40) und wir dürfen (zumindest bis jetzt) insgesamt etwas mehr tun als vor einem Jahr, um diese Zeit. 🙂

Winterwonderland im Ruhrpott

Erstens kommt es anders und zweitens als man denkt. Bei uns gibt es NIE Schnee! Wirklich nicht. Quasi niemals. Nachdem klar war: Wir verbringen den Winter zu 100 % im HomeOffice beschloss ich KEINE Winterreifen für mein neues sommerbereiftes Auto zu kaufen. Der Plan war einfach: Sollte es doch drei Flocken geben und ich irgendwohin müssen, fahre ich halt Bahn!

Und plötzlich mutierte der Pott zum schönsten Winterwonderland, das ich mir vorstellen konnte. Wochenlang.

Traumhafte Winterlandschaft im Ruhrpott

So schön, dass ich mir eigens dafür im Februar eine paar Tage freinahm. Einfach nur um in der weißen Pracht zu wandern. Eine willkommene Abwechslung zum tristen HomeOffice-Alltag! Es war so schön ruhig, der Schnee knirschte unter meinen Schuhen und dämpfte sämtliche Geräusche. Die kalte, klare Luft wehte mir um die Nase. Und die Natur zeigte sich so selten anders. Eiskristalle und richtige Eisskulpturen bildeten sich an und über den Bächen. Einige Pflanzen wirkten schockgefrostet.

Winter an der Ruhr

Ich stapfte an der total verschneiten und zum Teil zugefrorenen 6-Seen-Platte in Duisburg durch den Schnee. Auf dem Neanderlandsteig rutschte ich einen steilen Abstieg wie ein Snowboard-Fahrerin ohne Snowboard hinab. Ich lachte mich über mich selbst kaputt… 🙂 In solchen Momenten ist natürlich niemand dabei, der ein Foto macht. 😀 An der Ruhr entlang wanderte ich von Essen-Werden bis nach Mülheim, dabei bekam ich einen Schneebrand auf den Augenlidern und den Lippen. Aber egal: Zwischendurch gab es heißen Kaffee aus der Thermoskanne.

Das wiederhole ich diesen Winter auf jeden Fall! ❤️ Daher warte ich dringend auf Schnee!

Ach: Und das Auto blieb natürlich in der Garage. 😉

Bina im Winterwonderland

Sie haben da ein Loch in Ihrem Lebenslauf!

Nichts. Genau gar nichts. Gut, es ist kein Loch im Lebenslauf, aber in meinem Postings. Von Ende Februar bis Ende Juni: Null! Was war da los? Die Antwort ist ganz einfach: Ich nahm mir bewusst eine Auszeit. In der ersten März-Woche bekam ich relativ überraschend (überraschend, weil Corona) die Mitteilung, dass meine Kur genehmigt wurde. Ende März ging es los und neben der Vorbereitung an sich galt es eine Menge Papierkram zu erledigen.

In diesem Moment dachte ich: Damit ich von dieser Reha so umfassend wie möglich profitiere, mache ich AB JETZT eine Auszeit.

Aus den geplanten drei Wochen der Heilbehandlung wurden letztlich fünf. Die sechste Woche nahm ich aus haustierorganisatorischen Gründen nicht mehr. Außerdem reicht es irgendwann und ich wollte wieder nach Hause. 🙂 So verbrachte ich meine Zeit von Ende März bis Anfang Mai im Kreis Soest.

Wenige Tage nach meiner Rückkehr, stürzte mein Vater und brach sich den Oberschenkelhals. Die Hüfte bekam ebenfalls etwas ab, sodass diese ersetzt werden musste. Mein Papa lag wochenlang im Krankenhaus, meine Mama war somit nicht mehr mobil und benötigten Hilfe. Und zu allem Überfluss durften keine Besucher ins Krankenhaus. Ich unterstütze meine Eltern selbstverständlich, bis sie selbst wieder einsatzfähig waren.

Ende Juni bekam ich plötzlich Lust aufs Bloggen und stellte fest: Ich beendete meine Auszeit nicht.

Shit happens! 😉

Wandern auf dem RheinBurgenWeg
Der erste Blogartikel nach der Auszeit.

Die überraschende Reha. Oder: Morgens Fango, abends Tango?

Kurschatten. Morgens Fango, abends Tango! 🙂 Das war bisher alles, was ich über Rehas wusste. Überraschend erfuhr ich Anfang März, dass mir die beantragte Kur genehmigt wurde. Schon kurze Zeit später ging es los.

Seit mittlerweile zwei Jahren lebe ich mit diversen Kiefergelenks- und HWS-Problemen. Die Ursache dafür ist bekannt und auch gutachterlich belegt. Das ist derzeit nicht so geil… Aus rechtsstreitigen Gründen möchte ich dazu im Moment nicht mehr sagen. Vielleicht nächstes Jahr an dieser Stelle, mit behobener Ursache und gewonnenem Prozess. 🙂

Aus diesen Gründen fand jedenfalls meine Kur statt. Es ging in die Rehaklinik Wiesengrund nach Bad Sassendorf.

Kurpark Bad Sassendorf
Herzlich Willkommen in Sassendorf!

Als ich am 31.3.2021 dort ankam, lag die Inzidenz des kleinen Kurortes bei über 400. Das bedeutete, dass wir auch draußen innerhalb des kompletten Ortes eine Maske tragen mussten. Der einzige Orte, wo wir die Masken abnehmen durften, waren auf dem Zimmer und beim Essen. Da auch sämtliche Lokalitäten geschlossen waren, war diese Kur also alles, außer: Morgens Fango, abends Tango! 😀

Dadurch, dass viele Sachen in kleinen Gruppen stattfanden, entstanden trotzdem unglaubliche Bindungen. Es fing damit an, dass ich einfach verstanden wurde, weil das Gegenüber ähnliche Probleme hatte. Und es endete mit Sympathie und den Geschichten, die hinter den Leuten standen. Tatsächlich fand sich ein unfassbares Grüppchen zusamen und wir sagten oft: „Dass man uns alle gleichzeitig hierhin geschickt hat!“ Wir hatten wirklich, trotz allem, eine schöne Zeit.

Die Ärtze und Therapeuten konnten mir dort wirklich gut helfen. Es fand jeden Tag individuelle Physiotherapie, Massagen, Sport, Seminare zum Umgang mit Schmerz usw. und andere Anwendungen statt.

Schwan im Kurpark Sassendorf
Bina und der Kurpark-Schwan

In meinem Fall hilft aber halt alles nur temporär, für kurze Zeit, weil die Ursache nicht behoben ist. Am Ende war ich auf Anordnung des Oberarztes statt drei Wochen fünf Wochen da. Und die sechste Woche hätte ich auch noch bekommen. Einerseits fand ich aber für die letzte Woche niemanden, der die Katze betreuen konnte. Andererseits wollte ich doch irgendwann wieder nach Hause. 🙂

Abschied in der Kurklinik
Abschied. „Danke, dass ich dich kennenlernen durfte!“ ❤️

7 Jahre Ausgelatschte Schuhe: Das Wanderblog im neuen Kleid

Unglaublich, aber wahr: Am 24.5.21 wurde Ausgelatschte Schuhe sieben Jahr. lol Naja, reimen ist nicht so meins – egal. Das Wanderblog ist ein Hobbyblog, welches ich neben einem Vollzeitjob (und natürlich neben dem Wandern und alle den anderen Dingen, die man so tut) in meiner Freizeit bespiele.

Dieses Jahr veränderte sich einiges, wenngleich ich auch aktiv wenig bloggte – das möchte ich aber gerne wieder ändern. 🙂

Webseite Wanderblog
Neues Desgin (der Header-Bereich) mit neuem Claim.
  • Es gab einen Design-Relaunch. Nötig war das, weil ich seit mittlerweile über einem Jahr einen HTML-Fehler auf der Startseite des Blogs hatte. Das Theme wurde einfach nicht nicht geupdatet und der Fehler somit nicht behoben… Das neue Theme ist etwas schicker, moderner und bringt viele neue Funktionen mit. Optisch ist es aber dem vorherigen Design ähnlich – das fand ich gut.
  • Claim. Ich dachte schon lange über einen Claim nach. Das Problem war: Nichts von dem, was mir einfiel, sagte mir so richtig zu. Daher war ich bis Dezember 2021 claimlos. Dann kamen Judith und der Jahresrückblog und so kam es zum Claim „Geboren, um zu wandern“. Ich liebe ihn und jetzt fühlt sich auch genau richtig an. <3
  • Mein Real-Life-Name. Die meisten von euch nennen mich Bina und viele Leute wissen gar nicht, dass ich Sabine heiße. Ihr dürft, könnt und sollt mich auch weiter Bina nennen. 🙂 Nur auf dem Blog oder in Social Media taucht jetzt an einigen Stellen (zum Beispiel unter Artikeln) mein richtiger Name auf – weil es etwas stimmiger ist.
  • Facebook-Gruppe. „Ausgelatschte Schuhe. Die Wandergruppe.“ archivierte ich Mitte 2021. Ich hatte keine Zeit, um regelmäßig neue und spannende Inhalte zu posten, demnach passierte dort nicht viel. Außerdem nervte es mich, dass einige Mitglieder in der Folge dachten, sie könnten die Gruppe mit Werbung zumüllen. Vielleicht öffne ich sie irgendwann wieder, aber im Moment nicht.
    Anyway: Falls sich jemand berufen fühlt, mich als Admin in der Facebook-Gruppe unterstützen zu wollen? 🙂
  • Newsletter. Der „Wanderletter“ feiert ein Revival und wird ab diesem Monat ca. alle vier Wochen versandt. Meldet euch gerne dazu an.
  • Es passierte auch viel im Hintergrund, was dem Leser erst mal gar nicht so auffällt. Ich strich Kategorien und fasste sie zusammen. Ich sortierte Tags aus, überarbeitete Seiten-Strukturen usw. Diese Dinge dienen hauptsächlich der Übersicht.

Leider habe ich aus der Zeit von 2019 – 2021 keinen Screenshot, aber hier könnt ihr das Wanderblog im Wandel der Zeit sehen:

Jahresrückblick 2021
Ganz am Anfang: August 2014
Webseite Das Wanderblog
Juni 2016

Und last but not least: Ausgelatschte Schuhe. Das Wanderblog. in der aktuellen neuen Version. 🙂

Wanderbloggerin Sabine Schönberg
Das neue Design 2021

Jahrhunderthochwasser

Zu diesem Ereignis fehlen mir eigentlich heute noch die Worte… Die Gelegenheit war da und so buchte ich vom 15.7. bis zum 18.7.21 auf der Festung Ehrenbreitstein in Koblenz. Der Plan war die vier bis sechs Etappen des Rheinsteigs, die davor und dahinter liegen zu wandern. Ich freute mich total, wenigstens ein paar Tage auf den Fernwanderweg zu gehen. In den Tagen davor regnete es dann viel und am 14.7. bekanntlich extrem heftig.

Wir saßen im Büro, betrachteten ungläubig die Wassermengen die Petrus schickte. Und ich stellte leise infrage, ob ich nach so einem Regen überhaupt auf den Rheinsteig gehen kann… Am nächsten Morgen wollte ich gegen 6 Uhr los und stellte vorher fest: Autobahnen sind wegen Erdrutschen und Überflutungen gesperrt. Die Bahnen entlang des Rheins fahren nicht. Das Ausmaß der Katastrophe war zu diesem Zeitpunkt noch nicht klar. Mit mulmigem Gefühl beschloss ich nicht zu fahren und später erstmal in der Festung anzurufen.

Jahrhunderthochwasser
Das Wasser fließt in die Stadt

Gegen 8 Uhr erreichte ich dort jemanden und man riet mir: „Wenn Sie noch zu Hause bleiben können, bleiben sie besser Zuhause!“ Die Dame erzählte, dass einige JHs evakuiert wurden und komplett zerstört sind. Mittlerweile kamen die ersten die schockierenden Bilder über die Nachrichten. Während ich meine Sachen wieder auspackte, eskalierte die NINA App. Sie teilte mir mit, dass die Ruhr in die Stadt läuft und Teile der Innenstadt evakuiert werden. Ebenso die Tiefgaragen.

Hochwasser Mülheim an der Ruhr
Die Ruhr so breit und so hoch, wie ich sie noch nie sah.

Mit Panik marschierte ich Richtung Ufer, sondierte die Lage und rettete mein Auto, das in einer Tiefgarage in unmittelbarer Nähe des Wassers parkt. An diesem Tag war vermutlich ganz Mülheim auf den Beinen. Unfassbare Wassermengen suchten sich ihren Weg und niemand konnte einschätzen, wie viel noch kommen würde. Die „Moornixe“ versank spektakulär (Video). Ich wohne auch nur 500 m von der Ruhr entfernt, allerdings auf einer Anhöhe. Es hätte also schon sehr viel Wasser kommen müssen, bis es mich erreicht. Aber den Bildern in den Nachrichten nach zu urteilen, war ja nichts mehr unmöglich…

In der Nacht zog sich das Wasser schließlich zurück und verteilte sich kilometerweit in die Ruhrauen. Letzters war vermutlich der Grund dafür, dass Mülheim relativ glimpflich davon kam.

Überflutete Ruhrauen
Eigentllich befinden sich hier Wiesen, Felder und Wanderwege.

Mehrtageswanderung am Moselsteig

Panorama! Klettern! Rebenmeer! 🌞 Ende August/Anfang September verkrümelte ich mich für ein paar Tage an die Mosel. Es war die Ersatzwanderung für den ausgefallenen Rheinsteig. Hierzu möchte ich so viel erzählen, dass ich das Thema aus dem Jahresrückblick auslagern muss. 🙂

Ich hatte aber ohnehin einen separaten Artikel dazu geplant, daher hier eine kurze Kurzfassung: 🙂

Am ersten Tag stoppte ich auf halben Weg nach Trier und wanderte ich mit Reinhard an Burg Eltz. Traumhaft! Statt der veranschlagten Zeit von vier Stunden, brauchten wir glatt acht Stunden für unsere Tour. Es gab so viel zu sehen und zu erzählen! 🙂

Burg Eltz an der Mosel
Mit Reinhard an Burg Eltz

Am zweiten Tag besuchten mich Nora und Christian und wir wanderten auf dem Felsenweg Nr. 3 an der Grenze zu Luxemburg. Großartig!

Felsenweg Nr. 3
Gigantische Felsen am Felsenweg

Und an den Tagen drei bis sieben wanderte ich auf dem unglaublich schönen Moselsteig und beging unter anderem meinen ersten Klettersteig. 🙂

Moselsteig
Einer von vielen tollen Ausblicken am Moselsteig

Mama – Allein zu Haus

Vergangenes Jahr, also 2020, wurde meine Tochter volljährig. In diesem Jahr, also zum 1. November, war es dann so weit. Die Ausbildung zur Kinderpflegerin absolviert, einen Arbeitsvertrag in der Tasche: Das Küken verlässt das Nest!

Der Moment, an dem sie am Umzugstag das letzte Mal aus der Tür ging, war schon… Ja! Es ist auch merkwürdig zu sehen, dass sie ihr Leben jetzt alleine managet. Aber hey: Darauf haben wir 19 Jahre lang hingearbeitet! 🙂 Sie wohnt auch gar nicht weit weg, keine 15 Minuten mit dem Auto. Mit ihr zog übrigens unsere Katze aus – ein unzertrennliches Duo.

Ob es eine Nachfolge-Katze oder ein anderes Nachfolge-Haustier geben wird, weiß ich übrigens noch nicht. Das wird sich im kommenden Jahr zeigen. 🙂

Böse Zungen behaupten, ich ginge auf Hunde sehr ab. 😀


Meine liebsten eigenen Blogartikel des Jahres 2021

Dieses Jahr vertippselte ich nicht ganz so viele Blogbeiträge, aber was ich runterschrieb, lag mir meistens sehr am Herzen. So wie diese Artikel:


Mein Jahr 2021 in Zahlen

  • Gewanderte Kilometer: 828 (Stand: 24.12.2021 – ein paar Kilometer kommen noch.)
  • Facebook-Fanpage: 1214 Abonnenten (war Anfang des Jahres ca. 900)
  • Instagram: 1770 Follower (war Anfang des Jahres ca. 750)
  • Twitter: 467 Follower (war Anfang des Jahres ca. 200)
  • Komoot: 162 Follower (Die Zahl Anfang des Jahres weiß ich nicht – möglicherweise die gleiche 🙂 )
  • Pinterest: 322 Follower (Die Zahl Anfang des Jahres weiß ich nicht – möglicherweise die gleiche :-))
  • E-Mail-Liste: 38 Abonnenten (wurde nicht bespielt/beworben)
Facebook
Facebook im Dezember 2021
Instagram
Instagram im Dezember 2021

Was war sonst noch los in 2021?

  • Eine Frage der Impfung! Am 26.5. war es soweit: Der erste Schuss. Anfang Juli gab es den zweiten und ich merkte quasi nichts davon. Der Booster kommt im Januar.
  • Schleppi auf Reisen! Unglaublich, welchen Schnitzer ich mir diesen Sommer leistete. Ich stieg aus dem Zug und ließ das Laptop liegen. Den IT-Schleppi der Justiz! Es gab ein klitzekleines bisschen Alarm… IT-Sicherheitsvorfall! Ohne mich fuhr er von Düsseldorf bis Aachen. Dort endete der Zug und der Schleppi fuhr von Aachen an Düsseldorf und meiner Heimat Mülheim vorbei bis nach Dortmund. Dort wurde er im Fundbüro abgegeben und so nahm ich den abgängigen Schleppi vier Tage später unversehrt wieder in Empfang. Unglaublich.
  • Der ultimative Blog-Crash! Gerade vor zwei Tagen – der Jahresrückblick war fast fertig – crashte ich meinen Blog und zwar komplett. Ich hatte ein Plugin installiert und nachdem ich es aktivierte ging nichts mehr. Kein Zugriff auf die Seite, kein Zugriff auf den Admin-Bereich. Kein Zugriff auf FTP-Server oder phpMyAdmin. Bei den letzten beiden teilte man mir sogar in roten Buchstaben mit, dass ein kritischer Fehler vorliegt und ich mich an den Hoster wenden soll. 😀 Panik. Es war Freitag und der Hoster erst Montag ab 8 wieder zu erreichen. Zum Glück gab es ein Backup und im Geiste sah ich mich schon alles neu aufsetzen… Am nächsten Mittag war wie von Geisterhand alles wieder schick! Ich habe keine Erklärung dafür… 😀

Meine wichtigsten Lektionen in 2021 waren:

  • Ich habe gelernt, mich abzugrenzen. Einfach zu sagen: „Nicht meine Baustelle!“ und ggf. auch die Konsequenz daraus zu ziehen.
  • Ich habe gelernt, dass man Vorhaben nicht aufschieben sollte. Weil: Vielleicht ist es irgendwann weg. Zum Beispiel aufgrund einer Naturkatastrophe nicht mehr da.
  • Außerdem habe ich gelernt, dass ich größere Veränderungen im Blog (z.B. ein Plugin installieren) nicht mehr tue, wenn der Kundenservice meines Hosters nicht erreichbar ist. *lol*

Mein Ausblick: Was wartet 2022 auf mich?

  • Eine Reise nach England und Irland! Okay: Die „große Reise“ mit einer Freundin ist erst für 2023 geplant. Aber ich möcht gerne vorher schon mal rüber – zum Wandern natürlich! Ich verspreche euch: Es wird lustig – mein Englisch ist grottenschlecht. 🙂
  • 100 km wandern beim Megamarsch in München! Jeder, der mich kennt, weiß, dass ich immer gesagt habe: „50 km reichen mir!“ Bisher war das auch so. Aber die Strecke in München (der Jakobsweg Isar-Loisach-Leutascher Ache-Inn) reizt mich sehr und 2021 muss ich das einfach mal machen.
  • In einer mehrtägigen Tour den Moselsteig weitergehen. Oder den Rheinsteig. Oder beides. 🙂
  • Und ich möchte viel öfter und regelmäßiger meine Abenteuer verbloggen.
  • Ein Rechtsstreit – wie oben schon erwähnt.
  • Und last, but not least: Ich suche den „Prinzen mit der schillernden Rüstung auf einem weißen Pferd“ – wie es ein guter Freund von mir es neckisch ausdrückte. 🙂
  • Mein Motto für 2022 lautet: Leichtigkeit & Magie. 🙂

Wir lesen uns dazu nächstes Jahr im Jahresrückblick wieder – gleiches Datum, gleicher Ort! 🙂

4 Comments

  • Reply
    Irina
    20. Dezember 2021 at 19:30

    Hallo Bina,

    was für ein schöner Jahresrückblick! Wendungen gab es dieses Jahr wohl für uns alle! Auch wir sind in 2021 weniger gewandert, als in 2020.
    Trotzdem kommen wir nie, nichtmal Ansatzweise oder im Traum an deine 800 km!
    Ich drücke dir für deine Reise in „englische Gefilde“ schon mal fest die Daumen.

    Liebe Grüße
    Irina

  • Reply
    Claudia Oidtmann
    20. Dezember 2021 at 19:38

    Liebe Bina,

    was für ein wundervoller Jahresrückblick, danke, dass ich an deinem Jahr teilhaben darf

    Alles Liebe
    Claudia

  • Reply
    Sigrid Walter
    22. Dezember 2021 at 23:12

    Hallo Bina,

    mir hat dein Jahresrückblick sehr gut gefallen.

    Liebe Grüße

    Sigrid

  • Reply
    Bernadette - AYURVEDA to go
    28. Dezember 2021 at 8:22

    Liebe Sabine,
    vielen Dank für Deinen Jahresrückblick ♥! Sehr spannend für mich zu lesen, für den Rechtsstreit drücke ich die Daumen und wer weiß, vielleicht treffen wir uns ja mal irgendwo beim Wandern.
    Liebe Grüße aus Arnsberg!
    Bernadette

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