Der Obstweg in Leichlingen

Warum die Blütenstadt ‚Blütenstadt‘ heißt: Bergischer Streifzug Nr. 4, Obstweg.

Der Bergische Streifzug Nr. 4 (Obstweg) führt an Streuobstwiesen, Feldern und bergisch-romantischen Dörfern durch das Leichlinger Tal . Hier und da geht es sachte bergauf und bergab. Zahlreiche Schilder und Infotafeln verraten auf kindgerechte Weise Wissen zum Obstanbau und den verschiedenen Apfelsorten.

Die Fakten

Länge:5,8 km
Aufstieg:150 m
Abstieg:150 m
Route:Leichlingen - Hülstrung - Bennert - Bergerhof - Leichlingen
Schwierigkeit:leicht
Reine Gehzeit:2 Stunden
Rundweg:ja
Start/Ziel:Ecke Marktstraße/Mittelstraße, 42799 Leichlingen
Wegzeichen:weiße 4 auf rotem Untergrund, "Obstweg"

Details zum Bergischen Streifzug

Der Weg verläuft zum Teil parallel zum ‚Leichlinger Obstweg‘ (9 km). Die insgesamt fünf Stationen des Bergischen Streifzugs sind außerdem kindgerecht gestaltet, so erklärt die Fernseh-Maus (für Kinder im Grundschulalter) alles rund um den Apfel.

Anreise

Mit der Bahn bis Leichlingen Bahnhof. Von dort ca. 10 Minuten bergab in den Ort bis zum Startpunkt. Parken direkt am Bahnhof Leichlingen auf dem P&R.

Bergischer Weg & Bergischer Panoramasteig

Der Bergische Streifzug Nr. 4 (Obstweg) ist einer von 24 Themenwanderwegen rund um die beiden großen Fernwanderwege. In Leichlingen besteht an der Talsperre Diepental die Möglichkeit am Bergischen Weg einzusteigen.

Gehobene Geocaches entlang der Route

(Stand: September 2014)

Hängengeblieben (GC2DGTP)
Panorama – Kölner Bucht (GC2GZEK)

Der Bergische Streifzug Nr. 4: Obstweg

Samstagnachmittag. Die Sonne lachte, der Himmel erstrahlte in sommerlichem Blau: wunderschönstes Herbstwetter. „Eine kleine Tour täten wir schon noch schaffen!“

Die Entscheidung fiel schnell, der direkt vor der Tür beginnende ‚Bergische Streifzug Obstweg‘ sollte es sein.Obwohl ich auf dem „Leichlinger Obstweg“ schon den einen oder anderen Abschnitt gegangen bin, schaffte ich es bisher nicht auf den deutlichen kürzeren Streifzug. Und das, obwohl er wirklich vor meiner Haustür beginnt.

Wir marschierten nur den Obstweg LeichlingenUferberg hinunter, an der Wupper entlang, über die Fußgängerbrücke und schon standen wir am Startpunkt. Mit uns versammelten sich dort übrigens dicke Wolken, die uns (leider) fast die ganze Zeit begleiteten.

 

Am Einstieg befand sich auch die erste Infotafel. Dort erfuhren wir eine Menge interessanter Dinge. Der Apfel ist zum Beispiel das beliebteste Obst der Deutschen und alleine in NRW erntet und verkauft man jedes Jahr 52.000 Tonnen davon. Die Hauptblütezeit liegt in den Monaten Mai und Juni. Und jetzt ahnt ihr vielleicht schon:

Wie die Blütenstadt zu Ihrem Namen kam.

In der Blütenstadt Leichlingen lassen sich Obstbäume besonders gut anbauen, deswegen gilt der gesamte Bezirk als die sogenannte ‚Obstkammer des Bergischen Landes‘. Zahlreiche Streuobstwiesen und Obstbaumplantagen befinden sich hier und in der Blütezeit, leuchtet der ganze Landstrich weiß-rosa. Dieses Schauspiel zog schon immer massenhaft Besucher an, deshalb bekam Leichlingen in den 1920er Jahren den Beinamen ‚Blütenstadt‘.

Durch den Bergischen Dreiklang auf die Obstwiesen

Der Streifzug führte uns durch den historischen Ortskern der Kleinstadt. Alte Fachwerkhäuser, der Bergische Dreiklang und eine Treppe vor einem Dachfenster gab es zu entdecken – dessen Sinn sich niemand so genau erklären konnte. 😉 Schließlich zweigte der Weg auf einen Pfad in den Wald ab und wir wanderten bergauf, bis wir die Felder erreichten. Dort erwartete uns eine Audiostation.

Das Obst an den Bäumen war zum großen Teil schon geerntet, aber ein paar spät reifende Birnen- und Apfelsorten hingen noch. Und was ebenfalls reif war, war der Mais! Das eine oder andere Maisfeld tat sich vor uns auf und als riesengroßer Mais-Fan hatte ich wirklich Mühe, an all den Stielen mit den leckeren Kolben vorbeizugehen. Die Versuchung war groß! 🙂 Schade, dass das Wetter nicht so mitspielte, denn das Goldener-Herbst-Feeling fehlte ein bisschen.

Überwiegend auf Feldwegen erwanderten wir den ländlichen Teil von Leichlingen. Wir ließen Hülstrung hinter uns, liefen immer wieder durch kleine Waldstücke und spazierten an Kühen, Streuobstwiesen, Bienenstöcken, Schafen, Ziegen und Feldern vorbei, auf Bennert zu. An den Bauernhöfen, die wir passierten, herrschte an diesem Nachmittag reges Treiben: Da wurde gemäht, gefegt und mit dem Traktor die Ernte eingefahren.

Apfelstand mit Audio-Station

An Station 3 erwartete uns nicht nur eine Audio-Station, sondern auch ein freier Apfelverkauf. Äpfel unterschiedlichster Sorten standen kiloweise sortiert in Papiertüten bereit. Gezahlt wurde in eine eigens dafür am Verkaufsstand angebrachte Vorrichtung. Hier vertraut man darauf, dass die Leute das Obst nicht einfach unbezahlt mitnehmen.

An der Audio-Station konnten wir uns wahlweise das Märchen von Schneewittchen oder das Gedicht ‚Herr von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland‘ anhören. Letzteres spülte Erinnerungen hoch, denn wir mussten es damals in der Schule komplett auswendig lernen und es wollte nicht in meinen Kopf. 😉

In Bennert, wie in vielen anderen rheinländischen Orten, sahen wir modernen Schick neben typisch bergischer Romantik. Kontrastprogramm vom Allerfeinsten. Kurz darauf bestaunten wir ein schnuckeliges Heu-Hochzeitspärchen. Auf dem Weg nach Bergerhof bot sich uns schließlich ein toller Panorama-Blick bis rüber nach Köln. Bei klarem Wetter schaut man hier sogar über weite Teile des Rheinlandes.

Von dort war es nicht mehr weit, wir spazierten bergab und gelangten bald wieder in den belebteren Teil von Leichlingen und an den Einstieg zurück. Eine wirklich hübsche und lehrreiche Tour, die ohne Wolken freilich noch schöner gewesen wäre. Und natürlich kam mit uns auch die Sonne am Ausgangspunkt an… 😉

Alle Bilder von unserer Wanderung auf dem Obstweg findest du in diesem Fotoalbum auf meiner Facebook-Seite.

Der ‚Bergische Streifzug Obstweg‘ ist einer von insgesamt 24 Streifzügen im Bergischen Land. Die Themen-Wanderwege sind zwischen 4 km und 16 km lang, 6 Streifzüge richten sich speziell an Familien und wurden kindgerecht gestaltet.

Kartenmaterial, Höhenprofil und GPS

Zur Planung unserer Wanderungen auf den Bergischen Streifzügen nutze ich den offiziellen Wanderführer „Die Bergischen Streifzüge: 24 Themenwege durch das Bergische Land„* Kostenlose Broschüren zum Bestellen oder zum Download findest du bei ‚Das Bergische‘.

GPX-Track bei Komoot

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Bei ‚Ausgelatschte Schuhe. Das Wanderblog.‘ schreibt Bina über Wander-, Berg- und Gipfeltouren. Neben Tipps zur Ausrüstung und Planung von Wanderungen, berichtet sie über Reisen und Kurztrips. Sie bloggt seit 2008 auf verschiedenen Plattformen, liebt Kaffee, die Berge und die Natur. Sie ist Texterin und Wanderbloggerin.

4 Kommentare zu “Warum die Blütenstadt ‚Blütenstadt‘ heißt: Bergischer Streifzug Nr. 4, Obstweg.

  1. Antoin

    Eigentlich bin ich wegen dem Schlagwort „Schuhe“ hier gelandet, aber mich haben die wunderschönen Fotos gefesselt. WOW! Super schöne Fotos. Weiter so !

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