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4 Tipps: Tue dies, wenn Du einem Wolf begegnest!

Die grauen Räuber siedeln sich nach 150 Jahren wieder in Deutschland an. Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass wir in unseren Wäldern beim Wandern oder Joggen einen Wolf treffen? Und wie gefährlich ist eine Wolfsbegegnung? Ich verrate Dir vier Tipps für den Ernstfall.

Der Wolf in unserer Heimat

Einmal im Jahr, meist zu Ostern, reisen wir in die Lüneburger Heide. Dort halten wir uns fast ausschließlich draußen auf. Morgens jogge ich eine Runde durch die Geest oder das anliegende Moor. Danach geht es zum wandern, spazieren und geocachen in die umliegenden Wälder und die angrenzende Heidelandschaft. An einem Abend brechen wir traditionell zu einer Nachtwanderung und/oder einem Nachtcache auf.

Bei uns Zuhause in Nordrhein-Westfalen mache ich mir wenig Gedanken darüber, dass ich beim Wandern oder Joggen einem grauen Räuber begegnen könnte. Anders sieht es dagegen in Niedersachsen aus. Bekanntermaßen ist die Wolfspopulation dort deutlich ausgeprägter als bei uns. So gilt unsere Aufmerksamkeit jedes Jahr auch dem Wolfsmonitoring und die Zahl der angesiedelten Tiere vergrößert sich konstant.

Haben wir eine Wolfshöhle entdeckt?

Obgleich ich das Raubtier noch nie in freier Wildbahn gesehen habe, finde ich die Rückkehr der Wölfe total spannend!

Die Verbreitung des Canis Lupus

Seit 1850 galt der Lupus in Deutschland als ausgerottet. Nachdem man die Tiere 1990 unter Artenschutz stellte, wurden erstmals im Jahr 2000 wieder Wolfswelpen in unseren Gefilden gesichtet. Mit den aktuellen Zahlen aus November 2018 teilt das Bundesamt für Naturschutz für die ganze Bundesrepublik 73 Rudel, 31 Paare und drei standorttreue Einzeltiere mit.

Im April 2019 zählte Niedersachsen 23 Rudel, 2 Paare und einen residenten Einzelwolf. Der Großteil davon übrigens im Bereich der Lüneburger Heide (Quelle). Grund genug, um sich einmal über das „Was wäre wenn…“ Gedanken zu machen.

In Nordrhein-Westfalen registrierte man bisher fast nur einzelne durchziehende Wölfe. Erstmals wurde im Oktober 2018 das „Wolfsgebiet Schermbeck“ ausgewiesen. Im Dezember 2018 folgte das „Wolfsgebiet Senne“. In beiden Regionen soll jeweils eine Wölfin standorttreu geworden sein (Quelle).

Bild von Andrea Bohl auf Pixabay

Wie hoch ist die Gefahr einem Wolf zu begegnen?

Die Wahrscheinlichkeit, auf einen Wolf zu stoßen, bleibt dennoch gering. Der Canis Lupus ist dem Menschen gegenüber grundsätzlich sehr scheu und betrachtet ihn darüber hinaus auch nicht als Beute. In der Regel sind sie früh morgens oder spät abends unterwegs. Die Raubtiere registrieren uns schon lange, bevor wir den Räuber bemerken. Meistens zieht das wilde Tier sich dann zurück.

Manchmal werden Wölfe in der Nähe von Siedlungen oder Dörfern gesehen. Dies geschieht vor allem, wenn der Lupus von einem Wald in den anderen wechselt. Das bedeutet: Er nimmt (zu einer unbelebten Zeit) einfach nur den kürzesten Weg von A nach B – der vielleicht durch eine Ortschaft führt. Er sucht die Menschen also nicht auf, weil er diese angreifen möchte.

Bild von christels auf Pixabay

Wie verhalte ich mich, wenn ich einen Wolf treffe?

Kommt es trotzdem zu einer unerwarteten Begegnung mit einem Wolf, stellt diese bei passendem Benehmen normalerweise keine Gefahr dar! Meistens handelt es sich um eine Zufallsbegegnung oder um ein Zusammentreffen mit unerfahrenen Jungtieren, dessen Neugier noch größer ist als die Furcht.

Die Empfehlungen für solche Situationen lauten wie folgt:

  • Stehen bleiben und NICHT wegrennen!
    Wenn Du in Panik davon rennst, kann es passieren, dass der Jagdtrieb des Wolfes geweckt wird und er die Verfolgung aufnimmt.
  • Ruhig verhalten, keine hastigen Bewegungen und warten, bis sich das Tier zurückzieht.
  • Um den Abstand zu vergrößern, kannst Du rückwärts und mit kleinen langsamen Schritten zurückgehen.
  • Falls der Wolf seinen Gast nicht bemerkt, nicht zurückweicht oder widererwarten näher kommt: Laut sprechen (z. B. Geh weg!) und/oder geräuschvoll in die Hände klatschen.

Wölfe reagieren empfindlich auf Geräusche und ziehen sich spätestens dann zurück. Keinesfalls sollte man versuchen, das Raubtier anzulocken, zu streicheln oder gar zu füttern. Hunde sollten in Wolfsgebieten immer angeleint und in der Nähe des Herrchens bleiben – für frei laufende Hunde könnte ein Wolf durchaus gefährlich werden.

Merke Dir den Standort, präge Dir das Aussehen des Tieres gut ein oder mache ggf. ein Foto, um die Sichtung später melden zu können. In jedem Bundesland gibt es sogenannte Wolfsberater, welche entsprechende Meldungen entgegennehmen und auswerten. Auf der folgenden Seite findest Du die Telefonnummer der Wolfsberater in NRW und viele weitere Informationen zum Thema.

Fazit:

Normalerweise müssen wir uns vor dem Wolf nicht fürchten: Wir werden ihn kaum zu Gesicht bekommen! Einem Bericht des WWF zufolge hat es seit dem Jahr 2000, also seit der Rückkehr der Raubtiere nach Deutschland, keine einzige Situation gegeben, in der ein Lupus einen Menschen angegriffen oder gar verletzt hätte.

Hast Du Angst davor den „großen bösen Wolf“ zu treffen oder bist dem grauen Räuber sogar schon einmal begegnet? Ich freue mich über deine Geschichte in den Kommentaren.

PS: Sehr viel gefährlicher könnte übrigens die Begegnung mit einem Wildschwein enden, wenn diese sich in der Paarungszeit befinden oder gerade Junge bekommen haben.

Bei ‚Ausgelatschte Schuhe. Das Wanderblog.‘ schreibt Bina über Wander-, Berg- und Gipfeltouren. Neben Tipps zur Ausrüstung und Planung von Wanderungen, berichtet sie über Reisen und Kurztrips. Sie bloggt seit 2008 auf verschiedenen Plattformen, liebt Kaffee, die Berge und die Natur. Sie ist Texterin und Bloggerin. Hier erfahrt Ihr mehr.

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