Ausgelatschte Schuhe.

Solingen: Vom Brückenpark Müngsten über Schloss Burg zur Sengbachtalsperre

Zauberhaftes Wetter, die höchste Eisenbahnbrücke Deutschlands und eine Waffel, die mich fast um den Verstand brachte. Mein Begleiter Eric übernahm die Planung und zauberte eine Tour von der Müngstener Brücke zur Sengbachtalsperre aus dem Hut. So ging es also nach Solingen, in Richtung „alte Heimat“.

Die Fakten

Streckenverlauf: Müngstener Brücke – Schloss Burg – Sengbachtalsperre – Brückenpark
Streckenlänge: 20 km
Gehzeit: 4 Stunden, 30 Minuten
Höhenunterschied: 430 m Steigung, 430 m Gefälle
Wegbeschaffenheit: Überwiegend Waldweg, stellenweise asphaltiert
Schwierigkeit: Anspruchsvoll

Die GPS-Karte zur Route

Mit Komoot kannst Du Dir den GPS-Track einfach speichern (oder für ein anderes GPS-Gerät herunterladen) und nachwandern.

Teil 1: Bis Schloss Burg auf dem Rückweg.

Teil 2: Von Schloss Burg zurück zum Brückenparkplatz.

(Ich stoppte in der Pause versehentlich das Tracking, deshalb gibt es hier zwei Teile 😉 )

Der Wanderweg

Unser Ausflug startet am Brückenpark in Solingen. Es ist Sonntagnachmittag, 14 Uhr, und der Parkplatz ist mehr als überfüllt. Wir brauchen fast eine Viertelstunde und müssen uns eine Parklücke hart erkämpfen. Dann geht es endlich los. Hinter dem Parkplatz halten wir uns links. Während wir die Bundesstraße unterqueren plätschert rechts von uns die Wupper. Nach wenigen Minuten gelangen wir in den Wald. Dort erwartet uns auch der erste Anstieg.

Tempel mit Aussicht

Ich lag zuvor knapp sechs Wochen flach, wegen einer Allergie auf ein Antibiotikum. So stelle ich fest, dass Höhenmeter eine Herausforderung für mich darstellen. Wir bezwingen die Steigung langsam und erreichen oben den Müngstener Diederichstempel. Der Diederichstempel ist eine Aussichtsplattform, die 1901 von August Diederichs (einem wohlhabenden Remscheider) gestiftet wurde. Und der Aufstieg hat sich gelohnt: Von hier hat man einen tollen Blick auf die Eisenbahnbrücke. Es existiert noch ein zweiter Tempel in Burg, welchen wir später nur von Weitem sehen.

Ein einzigartiges Bauwerk ohne Aussicht

Der Route führt uns auf Waldwegen in Richtung Schloss. Die Wupper schlängelt sich durchs Tal und ist unser ständiger Begleiter. Schließlich stehen wir direkt unter der höchsten Eisenbahnbrücke Deutschlands. Die Müngstener Brücke ist 465 m lang und ca. 205 m ü. NN hoch. Einerseits wirkt es imposant, andererseits jedoch wenig spannend. Warum? An der Überführung wird gebaut! Um uns herum ist alles sorgfältig verkleidet und es gibt – außer Bauplanen – rein gar nichts zu sehen …

So lassen wir die Brücke hinter uns – ohne ein Foto zu schießen – und gelangen kurz darauf an die Ausläufer von Unterburg. Der Waldweg verwandelt sich in Asphalt und Zivilisation taucht auf. Schloss Burg selbst ignorieren wir, weil wir beide schon öfter oben gewesen sind. Außerdem sind wir spät dran und wollen noch zur Talsperre. Ein bisschen Hintergrundwissen zur Burg verbloggte ich übrigens einst hier. Unterhalb der Burg riecht es so krass nach ‚Bergischen Waffeln‘, dass ich kaum noch an mich halten kann. 😀 Doch unser Tacho zeigt erst 7 km. Ich reiße mich also zusammen und schweren Herzens gehen wir weiter.

Talsperre, Trinkwasser und Merkel

Auf einem schmalen Schotterpfad laufen wir unter der Seilbahn her, während Passanten über uns zur Burg hochschweben. Zurück im Wald gilt es wieder die eine oder andere Steigung zu überwinden. Zwischendurch stellen wir mit Entsetzen fest, dass meine Arme total vollgequaddelt sind. Bei Anstrengung flammt die Allergie noch auf. Sonst geht es mir aber bestens – kein Grund zur Sorge.

Nach ca. 4 km durch Wald und Flur gelangen wir an die Sengbachtalsperre. Der Speicher versorgt Solinger Bürger mit Trinkwasser. Bevor das Wasser in die Haushalte gelangt, wird es in ein Wasserwerk gepumpt, um entsprechend aufbereitet zu werden. Die Talsperre ist eine der ältesten Stauanlagen und existiert schon seit 1903. Wir spazieren über die Sperrmauer und wundern uns über die mannshohen Gitter, die hier angebracht wurden. Wieder keine Aussicht … 😉 Als wir den Staudamm verlassen, entdeckt Eric eine denkwürdige Aufschrift – die ich unkommentiert lasse.

Bergisches Wanderergedeck

Den Rückweg treten wir in einem großen Bogen in Richtung Oberburg an. Unterwegs verlaufen wir uns noch – wir wollten nämlich eigentlich einen anderen Weg nehmen. Das macht aber nichts. Ich nutze die Zeit sinnvoll und überzeuge Eric davon, dass wir hier nicht weggehen können, ohne eine Waffel gegessen zu haben. 🙂 So soll es also sein. Wieder in Unterburg angekommen weist uns die erste Lokalität ab, weil sie soeben geschlossen hat. Frechheit!

Selbstverständlich finde ich gegenüber noch ein anderes, hübsches Café, in dem wir ein „Wanderergedeck“, also eine Bergische Waffel und Kaffee*, bestellen können. Ich lasse mich doch nicht um das süße Gebäck bringen … 😉

*Bier

Ich lichte meine Waffel ab und Eric lichtet ab, wie ich meine Waffel ablichte. Läuft! 😀

Brückenpark Müngsten

Zurück zum Parkplatz nehmen wir den Weg linksseitig der Wupper. Als wir den Brückenpark unterhalb der Brücke erreichen, dämmert es bereits. Auch die Schwebefähre, die über das Wasser führt, hat leider schon geschlossen. Wir erhaschen aber noch einen tollen Blick auf das riesige Stahlkonstrukt und schießen das eine oder andere Foto, bevor wir wieder an unserem Ausgangspunkt ankommen.

Bei ‚Ausgelatschte Schuhe. Das Wanderblog.‘ schreibt Sabine Schönberg über Wander-, Berg- und Gipfeltouren. Neben Tipps zur Ausrüstung und Planung von Wanderungen, berichtet sie über Reisen und Kurztrips. Sie bloggt seit 2008 auf verschiedenen Plattformen, liebt Kaffee, die Berge und die Natur. Sabine Schönberg ist Texterin und Bloggerin. Hier erfahrt Ihr mehr.

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