Ausgelatschte Schuhe. Das Wanderblog.

RheinBurgenWeg, Etappe 1: Mystisches Wolkenspektakel über dem Mittelrheintal

Die Wolken lagen mystisch über dem Mittelrheintal als wir den Rolandsbogen, den Beginn des RheinBurgenWeges, erreichten. Auf 15 km wanderten wir auf naturnahen Wegen durch lange Waldpassagen bis in das mittelalterliche Städtchen Remagen. Dichte Wolken, Nebel und ein paar winzige Sonnenstrahlen begleiteten uns.

Die Fakten

Länge:15 km
Aufstieg:440 m
Abstieg:540 m
Route:Rolandsbogen - Remagen
Schwierigkeit:mittel
Reine Gehzeit:4,5 Stunden
Start:Bahnhof Rolandseck
(Parken: Arp Museum Bahnhof Rolandseck, Hans-Arp-Allee 1, 53424 Remagen)
Ziel:Bahnhof Remagen
Zurück zum Start:Mit dem RB 26 von Bf. Remagen nach Bf. Rolandseck (6 Min.)
GPX-Track:(folgt)

Der RheinBurgenWeg von Rolandsbogen bis Remagen

Es ist ja immer so aufregend, wenn man etwas Neues anfängt… Und am 19. Januar 2020 war es endlich soweit: Wir starteten mit der ersten Etappe auf dem RheinBurgenWeg! 🌞 Die Ruhrpottler gönnten sich ein 5er-Ticket und reisten mit der Bahn an, das Kölner 5er-Ticket trafen wir beim Umsteigen. Am Bahnhof in Rolandseck versammelten sich schließlich 17 Wanderer, die sich mit mir auf den Weg machten.

Der Bahnhof beherbergt das Arp-Museum, für das allerdings keine Zeit blieb. Wir liefen zum Rhein hinunter, warfen einen Blick auf die Fähre Honnef und folgten dem Fluss nach links bis zum Freiligrath-Denkmal. Auf diesem Stück entdeckten wir bereits die erste Burg, Haus Humboldtstein. Vom Monument aus wanderten wir nach links einen steilen (und bei diesem Wetter extrem rutschigen) Weg zum Rolandsbogen hinauf.

Ruine Rolandsbogen

Am offiziellen Start des RheinBurgenWeg, dem Rolandsbogen, wollten wir eigentlich von der Aussichtsplattform noch einmal einen Blick auf den Drachenfels werfen – wo der Bergische Weg, das Wanderprojekt 2019, endete. Der Wettergott wollte das aber nicht, denn er hüllte den Drachenfels in Nebel. 😀 🌥 Statt dessen genossen wir die Aussicht in die andere Richtung und bestaunten das Wolkenspektakel über dem Mittelrheintal und das Kloster auf der Insel Nonnenwerth – welche direkt vor uns lag.

Kultur am Wegesrand:

Mit dem Rolandsbogen erreichten wir die nördlichste Burgruine in Rheinland-Pfalz. Sie wurde 1122 als Burg Rolandseck zusammen mit dem Frauenkloster auf der Insel Nonnenwerth erbaut. Durch Krieg und Erdbeben zerstört, stürzte die Festung 1839 vollständig ein. Der Dichter Ferdinand Freiligrath sammelte Spenden und baute einen Fensterbogen, die heutige Ruine Rolandsbogen, wieder auf.

Vom Rolandsbogen wanderten wir weiter bergauf. Wir passierten eine mittelalterliche Brücke und entdeckten wenig später einen Turm, den Rathsturm, im Wald. Bei diesem Gebäude handelt es sich um einen neugotischen Bruchsteinbau, welcher 1848 zu Wohnzwecken errichtet wurde. Es war gar nicht einfach herauszufinden, um welche Burg bzw. was für einen Turm es sich hier handelt. Er wird nämlich fast nirgendwo erwähnt.

Hinter dem Turm bogen wir links ab und wanderten weiter an Feldern vorbei und durch lange Waldpassagen. Ein bisschen Schade fand ich, dass wir vom Mittelrheintal auf der ersten Etappe nicht so viel sahen – das hatte mir aber ein Vögelchen schon im Vorfeld gezwitschert. 🙂 Wir genossen trotzdem die Ruhe, die Umgebung und die frische Luft.

Wald- und Wildpark Rolandseck

Einige Zeit später gelangten wir an die großen Freigehege des Wald- und Wildparks Rolandseck. Im ersten Gehege beobachteten wir Wildschweine. Etwas später, nachdem wir eine Anhöhe erklommen hatten, entdeckten wir ein Areal mit Damwild und anderen großen Wildtierarten. Der Wildpark ist im Moment geschlossen und öffnet am 15. März wieder.

Kloster St. Apollinaris

Kurz vor Ende der Etappe steigen wir auf einem teils felsigem und vor allem matschigen Pfad zur Aussichtsplattform vor der St. Apollinariskirche ab. Hier hielten wir uns lange auf und bestaunten die Stadt Remagen. Nachdem wir dem Weg weiter nach unten folgten, gelangten wir an die Wallfahrtskirche. Dort entdeckten wir mittelalterliche Gruften und einen weiteren tollen Aussichtspunkt vom Friedhof aus.

Kultur am Wegesrand:

Die Apollinariskirche trohnt auf dem Apollinarisberg über der Stadt Remagen. Beim Bau der Wallfahrtskirche wurden neugotische Bauten von Karl Friedrich Schinkel, wie beispielsweise die Alexander-Newski-Kirche in Sankt Petersburg, als Vorbild genutzt. Mit diesem Bauwerk begann um das Jahr 1955 die Wiederentdeckung der Neugotik im gesamten Rheinland. So zählt das Gotteshaus zu den bedeutendsten Sakralbauten der Neugotik.

Auch, wenn das Wetter nicht besonders schön war, blieben wir trotzdem 15 km lang trocken. Also fast: Der Matsch hing uns durchaus wieder in den Kniekehlen. 😀 Die erste Etappe endete am Bahnhof. Von dort gingen wir noch ein Stück bis nach Remagen hinein und ließen den Tag im urigen „Kaffeehaus Remagen“ ausklingen.

Dieser Teil des RheinBurgenWegs ist übrigens gleichzeitig auch Jakobsweg. Eine Übersicht über den RheinBurgenWeg und seine Etappen findest du hier.

Noch mehr Bilder von unserer Wanderung auf dem RheinBurgenWeg findest du in diesem Fotoalbum auf meiner Facebook-Seite.

Möchtest Du bei unserer nächsten Wanderung auf dem RheinBurgenWeg dabei sein? Die aktuellen Wandertermine findest Du hier. Ich freue mich auf Dich! 🙂

Weitere Infos & Kartenmaterial

Zur Planung unserer Wanderungen auf dem RheinBurgenWeg nutze ich den Rother Wanderführer „Rheinsteig – RheinBurgenWeg“* und die Leporello Wanderkarte „RheinBurgenWeg“*.

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GPS-Karte bei Komoot

Du kannst Dir die Route als GPS-Track herunterladen oder direkt über Komoot speichern und loswandern. Die Höhenmeterangaben bei Komoot stimmen leider nicht, daher hier im Blog die separate Angabe.

*Amazon-Partnerlink: Wenn du etwas über einen dieser Links kaufst, erhalte ich eine kleine Provision, ohne dass du mehr bezahlen musst. Wenn ich groß bin, kaufe ich mir davon eine hübsche Berghütte in den Alpen oder so… 😉

Bei ‚Ausgelatschte Schuhe. Das Wanderblog.‘ schreibt Bina über Wander-, Berg- und Gipfeltouren. Neben Tipps zur Ausrüstung und Planung von Wanderungen, berichtet sie über Reisen und Kurztrips. Sie bloggt seit 2008 auf verschiedenen Plattformen, liebt Kaffee, die Berge und die Natur. Sie ist Texterin und Bloggerin. Hier erfahrt Ihr mehr.

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