Ausgelatschte Schuhe. Das Wanderblog.

Der Bergische Weg, Etappe 4: Von Waffeln, Bahnen und der höchsten Eisenbahnbrücke (23 km)

Bei der vierten Etappe des Bergischen Wegs wanderten wir auf 23 km von Solingen-Gräfrath nach Solingen-Burg. Gleich zwei Museumsbahnen und die höchste Eisenbahnbrücke Deutschlands kreuzten unsere Tour. Wir waren auf einem der schönsten Abschnitte des Fernwanderweges unterwegs!

Die Fakten

Länge:23 km
Aufstieg:970 m
Abstieg:1110 m
Route:Gräfrath - Schloss Burg
Schwierigkeit:mittel, mit teileise steilen Anstiegen
Reine Gehzeit:8 Stunden
Start:Brunnen am Gräfrather Markt, 42653 Solingen
(Haltestelle: Deutsches Klingenmuseum, Parken: Parkplatz Kunstmuseum)
Ziel:Solingen, Burg
(Parkplatz: Burg Brücke, Schloßbergstraße 4)
Zurück zum Start:Von Solingen-Burg Brücke mit dem Bus 683 bis Solingen Dt. Klingenmuseum (ca. 60 Min.)
GPX-Track:(folgt)

Der Bergische Weg: Von Gräfrath nach Schloss Burg

Das Wetter war traumhaft und am Gräfrather Markt war Einiges los: 12 motivierte Menschen erwarteten mich am Morgen des 26. Mai 2019, um mit mir die vierte Etappe des Bergischen Weges zu wandern. 23 km standen für heute auf dem Plan.

Im Vorfeld dachte ich, ich berichte nun von „sanften Hügeln“, die wir erklommen. Dem war aber nicht so. Es ging hoch und runter und die Anstiege waren zum großen Teil sportlich und zogen sich, im Gegensatz zu den anderen Etappen, sehr in die Länge. Dies kannten wir von den vorherigen Wanderungen auf dem Fernwanderweg noch nicht.

Epochaler Gräfrather Markt

Wir starteten am Brunnen des historischen Gräfrather Marktes. Die Altstadt um den Marktplatz herum stammt zu großen Teilen aus dem 18. und 19. Jahrhundert. Darüber thront die ehemalige Klosterkirche, an welcher uns auch der Fernwanderweg vorbeiführte. Sie wurde 1690 gebaut. Das dazugehörige bereits 1185 gegründete Kloster spielte eine wichtige Rolle für die Entwicklung des Ortes.

Von der Kirche aus wanderten wir direkt in den idyllischen Stadtpark hinein. Den Tierpark Fauna und den Lichtturm links liegen lassend gelangten wir nach kurzer Zeit in den Wald. Nachdem das Einlaufen recht gemütlich verlief und es bis km 3 sogar trügerisch bergab ging, erwartete uns dort der erste steilere Anstieg, der sich überraschend lang zog. Oben angekommen wanderten wir über ein weitläufiges Feld und genossen den Ausblick.

Bergische Museumsbahnen

Von dort passierten wir das Kaltenbachtal und das Straßenbahnmuseum Kohlfurth. Mitten im Wald entdeckten wir plötzlich Gleise. Wir erreichten die Haltestelle „Friedrichshammer“ und wir hatten richtig Glück. Nur wenige Augenblicke später fuhren gleich zwei alte Straßenbahnen durch. Wir schossen fleißig Fotos und freuten uns unseres Lebens. 🙂

Die Bergischen Museumsbahnen sollen an den einstigen Straßenbahnbetrieb im Bergischen erinnern. Mit einer Streckenlänge von über 300 km war das Wuppertaler Straßenbahnnetz in den 1980er Jahren das viertlängste Netz Deutschlands. Nach und nach wurde der Betrieb jedoch auf Busse umgestellt und die Bergischen Städte Solingen, Remscheid und Wuppertal wurden straßenbahnfrei.

Der „Bergische Museumsbahnen e. V.“ erwarb Teile der ehemaligen Strecken und errichtete ein Straßenbahnmuseum. In diesem Rahmen fahren heute noch einige alte Triebwagen zu bestimmten Zeiten.

Morsbach: Alpines Wandern im Bergischen Land

Kurz vor Morsbach legten wir eine Pause ein – doch was war das? Christian, der Navigator, war verschwunden. Einen Anruf später stieß er wieder zu der Gruppe. Er hatte sich aus Versehen in eine völlig andere Zeitzone verlaufen und legte deshalb EINIGE Kilometer mehr zurück als alle anderen… 😂

Bei Morsbach gelangten wir an eine Stelle, welche von Komoot als „Alpin“ bezeichnet wurde. Wir waren schon die ganze Zeit gespannt, was uns erwarten würde. Tatsächlich wanderten wir durch einen Buchenwald in steilen Zick-Zack-Serpentinen den Berg hinauf. Es war nicht die erste, aber auch nicht die letzte Steigung, die uns ins Schwitzen brachte… 💦 Aber das dies der schwerste Aufstieg der Etappe war, können wir wohl behaupten.

Wanderweg zum Brückenpark Müngsten

Auf dem Weg nach Solingen hinein, führten wir eine interessante Diskussion über die Namensherkunft des Bergischen Weges. Einig wurden wir uns darüber, dass der Name des Landstrichs auf die Grafen von Berg und dessen ehemaliges Herzogtum zurückgeht. Weniger einig wurden wir uns bei der Frage: Welches Gebiet genau umfasste das Herzogtum? Die aufgestellte These „Kleve ist eine bergische Stadt“ blieb deshalb im Raum stehen.

Hinter Morsbach dauerte es nicht lange, bis wir in den Müngstener Brückenpark gelangten. Seit 1897 thront hier die Müngstener Brücke über dem Tal. Sie ist die höchste Eisenbahnbrücke Deutschlands und verbindet auf 107 m Höhe die Bahnhöfe Solingen-Schaberg und Remscheid-Güldenwerth. Die Streckenlänge beträgt ca. 500 m.

Schloss Burg

Bevor wir unser Ziel, Schloss Burg, erreichten; bewanderten wir noch die grünen Wupperhänge und gelangten auf den Solinger Klingenpfad. Wir entdeckten einen der beiden Diederichstempel und auch ein weiteren steilen Aufstieg galt es zu bewältigen. Nach einem Abstieg durch den Wald erreichen wir Unterburg.

Am Ziel angekommen beschlossen wir nicht mehr zur Burg hinauf zu fahren, denn es war schon spät und wir waren alle geschafft. Aber echte Bergische Waffeln mit Sahne, Kirschen und Milchreis gönnten wir uns im Tal und ließen den Tag gemütlich ausklingen.

Noch mehr Bilder von unserer Wanderung auf dem Fernwanderweg findest du in diesem Fotoalbum auf meiner Facebook-Seite.

Eine Übersicht über den Bergischen Weg und eine Beschreibung aller Etappen findest Du hier!

Zur Planung unserer Wanderungen auf dem Bergischen Weg nutze ich den offiziellen Wanderführer „Der Bergische Weg“* und die Leporello Wanderkarte „Bergischer Weg“*.

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GPS-Karte bei Komoot

Du kannst Dir die Route als GPS-Track herunterladen oder direkt über Komoot speichern und loswandern. Die Höhenmeterangaben bei Komoot stimmen leider nicht, daher hier im Blog die separate Angabe.

*Amazon-Partnerlink: Wenn du etwas über einen dieser Links kaufst, erhalte ich eine kleine Provision, ohne dass du mehr bezahlen musst. Wenn ich groß bin, kaufe ich mir davon eine hübsche Berghütte in den Alpen oder so… 😉

Bei ‚Ausgelatschte Schuhe. Das Wanderblog.‘ schreibt Bina über Wander-, Berg- und Gipfeltouren. Neben Tipps zur Ausrüstung und Planung von Wanderungen, berichtet sie über Reisen und Kurztrips. Sie bloggt seit 2008 auf verschiedenen Plattformen, liebt Kaffee, die Berge und die Natur. Sie ist Texterin und Bloggerin. Hier erfahrt Ihr mehr.

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