Ausgelatschte Schuhe. Das Wanderblog.

Der Bergische Weg, Etappe 1: Vom Baldeneysee durch das Hespertal nach Velbert-Mitte (19 km)

Die erste Etappe des Bergischen Wegs wanderten wir über 19 km vom Baldeneysee durch das idyllische Hespertal bis in das Zentrum von Velbert. Es war der 24. Februar 2019 und neben traumhaften Frühlingswetter begleiteten mich zahlreiche Mitwanderer.

Die Fakten

Länge:19 km (inkl. Zuwegen)
Aufstieg:400 m
Abstieg:400 m
Route:Essen - Velbert
Schwierigkeit:mittel
Reine Gehzeit:4 Stunden
Start:S-Bahnhof Essen-Stadtwald
bzw. Wanderparkplatz Baldeney (Baldeney 33, 45134 Essen)
Ziel:Velbert ZOB
(In Velbert ist das Parken nur eingeschränkt möglich)
Zurück zum Start:(folgt)
GPX-Track:(folgt)

Der Bergische Weg, Etappe 1: Von Essen nach Velbert

Unser Ausflug startete am S-Bahnhof in Essen-Stadtwald. Am Morgen stellte sich bei mir eine gewisse Aufregung ein, denn es handelte sich um meine erste selbstgeführte Wanderung. Obwohl ich 20 Minuten früher am Treffpunkt war, erwarteten mich bereits acht wanderlustige Begleiter. Ich stellte mich vor, wir quatschten ein bisschen, es wurde gelacht. Bis wir losgingen vergrößerte sich meine Gruppe auf 20 Wanderer.

Vom Stadtwald aus erstiegen wir über den ausgeschilderten Zuweg den Baldeneyer Berg. Am offiziellen Startpunkt der ersten Etappe – dem Wanderparkplatz „Heimliche Liebe“ – sammelten wir die Autofahrer ein. Als wir den Parkplatz erreichten, entgleisten mir (laut Augenzeugenberichten! 😀 ) kurz die Gesichtszüge. Dort warteten nämlich noch einmal mindestens genausoviele Menschen auf mich!

Es gab ein großes Hallo, ich stellte mich erneut vor und unterhielt mich mit den neuen Teilnehmern. Eine Dame verabschiedete sich leider sofort wieder, weil sie nicht mit so vielen Leuten gerechnet hatte. Eine ältere Dame hielt uns für die Wikinger Reisegruppe – dort hatte sie nämlich was gebucht. 😀 Zehn Minuten später stiegen wir schließlich in den Bergischen Weg ein.

Ausblick auf den Baldeneysee

Wanderweg mit Geschichte: Ruine Isenburg

Hoch über den Baldeneysee wanderten wir auf einen breiten Weg durch die Wälder. Dadurch, dass die Bäume noch nicht begrünt sind, bot sich uns sofort ein traumhafter Ausblick auf das Umland. Schon nach kurzer Zeit erreichten wir die Ruine Isenburg. Eigentlich plante ich einen kurzen Abstecher in die alten Gemäuer – aufgrund der Größe der Gruppe, sah ich aber davon ab.

Die alten Mauern der Isenburg

Oberhalb des Sees schlängelte sich der Wanderweg gemächlich den Berg hinab. Das Café „Schwarze Lene“ und eine kleine Aussichtsplattform etwas später, lud sämtliche Teilnehmer zu spontanen Fotosessions ein. Wunderbare Gelegenheiten, um die Schäfchen wieder zu sammeln. 🙂 Mittlerweile verschwanden die ersten Jacken in den Taschen. Direkt hinter der Aussichtsplattform stiegen wir über einige Stufen auf einen schmalen Pfad, der uns bis an das Ufer des Baldeneysees hinab führte.

Carl Funke: Ehemalige Zeche im Ruhrgebiet

Der Fernwanderweg lenkte uns weiter direkt am Ufer des größten Ruhrstausees entlang. Für einen so sonnigen Frühlingstag war es dort um die Uhrzeit noch richtig leer – wenn man von uns absah. 😉 Auf einem breiten Asphaltweg passierten wir die alte Zeche Carl Funke, wanderten an einem kleinen Hafen entlang und sahen Mini-Segelboote, die auf dem Wasser vor sich hin schipperten.

Wandern am Wasser: Vogelschutzgebiet am Baldeneysee

Schließlich erreichten wir das Vogelschutzgebiet Heisinger Bogen. Hier gab es einiges zu entdecken: Enten die auf Baumstämmen sonnten; eine Schildkröte, die aus dem Wasser kletterte, um es den Enten gleich zu tun. In den Bäumen sahen wir imposante Nester, der angesiedelten Wasservögel, nicht weit davon die Besitzer der Nester selbst.

Historischer Bahnhof Kupferdreh

Nach dem wir das Vogelschutzgebiet verlassen hatten, wanderten wir über die ehemalige Eisenbahnbrücke, die über den Baldeneysee und zum historischen Bahnhof Kupferdreh führt. Hier standen heiß ersehnte Toiletten zur Verfügung, sodass wir eine Pause einlegten. Vor dem alten Bahnhofsgebäude hält im Sommer die Hespertalbahn – die wir heute leider nicht zu Gesicht bekamen, denn sie fährt erst ab Mai.

Hinter dem Bahnhof streiften wir das Gewerbegebiet in Kupferdreh, bevor es wieder ins Grüne und seicht bergauf ging. Über die Dächer der Häuser hinweg, sahen wir den schimmernden Baldeneysee, dessen Ufer wir noch einmal kurz streiften, bevor der Wanderweg uns in den Wald und in Richtung Hespertal leitete.

Im Hesperbachtal: Gut Oberhesper

Breite Waldwege wechselten sich mit schmalen Pfaden ab. Hier und da passierten wir eine Straße. Auf einer Lichtung unweit der Villa Kunterbunt legten wir eine größere Pause ein. Ein frecher Mitwanderer (dessen Namen ich hier nicht nenne 😀 ), brachte mir ein Pausenbier mit – welches ich aber schwesterlich mit einer anderen Dame teilte. 🙂

„Das ist unsere Führerin, die kannst du doch jetzt hier nicht abfüllen! 😀 😀 😀 „

Wir wanderten weiter durch Wald und Flur und beobachteten den einziehenden Frühling. Nun schon mit Kurs auf Velbert begegnete uns die eine oder andere Steigung. Ein schmaler steiler Pfad, der – wie wir feststellen – bei Regen unbegehbar sein dürfte, führte uns schließlich zum Gut Oberhesper hinab. Auch hier boten sich zahlreiche Foto-Motive, die natürlich gerne eingefangen wurden.

Ein Wanderführer verläuft sich nicht, er korrigiert den Weg!

Auf unserem Weg durch das Hespertal taten sich nun auch immer wieder weitläufige Felder mit tollen Weitblicken auf. Der Hesperbach plätschert malerisch neben uns her und glitzerte in der Sonne. Hier und da gab es hübsche alte Fachwerkhäuser zu sehen. Natürlich lief bei meiner ersten selbstgeführten Wanderung nicht alles glatt und so musste ich im Langenhorster Wald doch erstmals die Karte konsultieren.

Gelernt habe ich dabei aber auch etwas, nämlich: Ein Wanderführer verläuft sich nicht! Er „korrigiert“ höchstens den Weg. 🙂 Nachdem ich also den Weg korrigiert hatte 😀 , kamen wir an die Brücke der A 44, welche wir kurz darauf noch einmal unterquerten und schließlich in Velbert-Hefel ankamen, wo wir den Bergischen Weg verließen.

Wir sind doch jetzt am höchsten Punkt von Velbert, ODER?

Um ins Zentrum nach Velbert zu gelangen, gingen wir über den ca. 3,5 km langen Zuweg (der leider nicht ausgeschildert war). Und – das Beste kommt zum Schluss 😉 – der Weg ging steil bergauf. Hier konnte ich die Gruppe dann leider auch nicht mehr zusammenhalten. So kam es, dass wir am Ende in zwei verschiedene Cafés einkehrten.

Es hat trotzdem riesig Spaß gemacht und es war ein richtig toller Tag! Ich nehme das eine oder andere mit, was ich für die zweite Etappe am 17. März 2019 berücksichtigen kann und freue mich schon wie wild! 🙂

Noch mehr Bilder von unserer Wanderung auf dem Bergischen Weg findest du in diesem Fotoalbum auf meiner Facebook-Seite.

Eine Übersicht über den Bergischen Weg und eine Beschreibung aller Etappen findest Du hier!

Zur Planung unserer Wanderungen auf dem Bergischen Weg nutze ich den offiziellen Wanderführer „Der Bergische Weg“* und die Leporello Wanderkarte „Bergischer Weg“*.

* *

Einkehr

  • Konditorei & Café Langensiepen, Velbert
  • La Luna Eiscafe, Velbert

GPS-Karte bei Komoot

Du kannst Dir die Route als GPS-Track herunterladen oder direkt über Komoot speichern und loswandern.

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Bei ‚Ausgelatschte Schuhe. Das Wanderblog.‘ schreibt Bina über Wander-, Berg- und Gipfeltouren. Neben Tipps zur Ausrüstung und Planung von Wanderungen, berichtet sie über Reisen und Kurztrips. Sie bloggt seit 2008 auf verschiedenen Plattformen, liebt Kaffee, die Berge und die Natur. Sie ist Texterin und Bloggerin. Hier erfahrt Ihr mehr.

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